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Bei Treppen handelt es sich um ein individuell geplantes, sicherheitsrelevantes und daher beratungsintensives Bauteil. Eine fachkundige Beratung befasst sich nicht nur mit dem Design der Anlage und ihrer optimalen Platzierung im Raum, sondern geht auch auf Bequemlichkeit, Sicherheit und – nicht zuletzt – auf den Schallschutz ein. Erst wenn alle Details mit dem Bauherrn geklärt sind, kann die Treppe nach Maß konstruiert werden. Neben der Beratung und Konstruktion sollte man auch beim Einbau dieses sensiblen Bauteils auf den Fachhandwerker setzen.
Gehgeräusche entstehen, weil sich der Trittschall von den Treppenstufen über Wände und Decken in benachbarte Räume überträgt. Obwohl die Bauausführung einer Treppe der Norm (in diesem Fall der DIN 4109) entspricht oder sogar die Empfehlungen für den erhöhten Schallschutz erfüllt, kommt es in Einzelfällen immer wieder zu Reklamationen der Bewohner, die Treppe sei zu laut. Fachleute erklären den scheinbaren Widerspruch damit, dass zum einen die Norm veraltet sei, also nicht mehr dem Stand der Technik entspräche, zum anderen bei der Trittschallmessung tiefe Schwingungen, in diesem Fall unter 100 Hertz, vernachlässigt würden. Gerade diese tiefen Frequenzen empfindet das menschliche Gehör als besonders störend.
Die Lösung liegt in schwingungsarmen Konstruktionen mit möglichst wenigen Befestigungspunkten und einer serienmäßigen Schalldämmung zwischen Holmen und Trittstufen. Für besonderen Trittschallschutz sorgt eine zusätzliche Entkopplung der Decken- und Wandauflager. Die Entkopplung von Treppen erfolgt üblicherweise durch die elastische Lagerung aller Befestigungspunkte, wobei Entkopplungselemente unterschiedlicher Härte einsetzbar sind. Je weicher das Material, desto besser ist die schalldämmende Wirkung. Bei weichen Elementen ist jedoch eine sichere Begehbarkeit aufgrund der erforderlichen Materialstärke nicht mehr gewährleistet. Außerdem können bei den eingesetzten Materialien (z. B. Gummi) Härtetoleranzen von bis zu zehn Prozent vorkommen. Aus diesem Grund setzt man z. B. im Unternehmen Fuchs-Treppen auf Sylomer®, ein Werkstoff, der sich bereits bei der Schwingungsisolierung von industriellen Anlagen bewährt hat.


Die Unternehmensgruppe Treppenmeister befasst sich in wissenschaftlichen Untersuchungen umfassend mit dem Thema „Trittschall von Holztreppen“. Der Schallprüfstand in Jettingen ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Messeinrichtung für akustische Untersuchungen von kompletten Treppen. In Zusammenarbeit mit anerkannten Hochschulen und Prüfanstalten wurden neue, realitätsnahe Messmethoden für Treppen entwickelt und daraus Erkenntnisse für einen besseren Trittschallschutz gewonnen. Hier können die Wissenschaftler der FH Stuttgart unter optimalen Bedingungen und mit modernsten Messmethoden das Schwingungsverhalten von Treppen untersuchen. Mit dem so genannten „Treppenmeister-Schallschutzpaket“ bieten die Hersteller eine Verankerungsmethode, mit der überdurchschnittliche Trittschalldämmwerte erreicht werden.
Bei Trittschall handelt es sich um Körperschall, der durch direkte Schwingungseinleitung in die Wände entsteht. Solche Geräusche werden innerhalb des Hauses oder in benachbarten Häusern als sehr störend wahrgenommen. Die Messgröße für Schallbelastung und Schallschutzwerte lautet Dezibel, abgekürzt dB. Ein Gespräch entspricht ca. 50 dB, Straßenverkehr ca. 70 dB. Die DIN 1409 legt für normalen Schallschutz einen Grenzwert von 53 dB, für erhöhten Schallschutz 46 dB fest. Bei Doppel- und Reihenhäusern gilt der erhöhte Schallschutz als allgemein anerkannte Regel der Technik und damit als privatrechtliche Anforderung.
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