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Häuser können krank machen. Selbst in Neubauten klagen die Bewohner manchmal schon kurz nach dem Einzug über gesundheitliche Beeinträchtigungen, verursacht durch allerlei Schadstoffe. Meist sind bestimmte Materialien die Ursache.
Neun Zehntel unseres Lebens verbringen wir in geschlossenen Räumen, und nicht immer bekommt uns das. Haben wir dann schon einmal Einfluss auf die Gestaltung unserer gebauten Umwelt, sollten wir ihn auch nutzen und Experten der Wohngesundheit um Rat fragen: Baubiologen.

Aus den USA stammt der Begriff des „Sick-Building-Sydroms“, eine Bezeichnung für das Phänomen, dass Gebäude krank machen können. Die Krankmacher stecken in den Bodenbelägen, Klebstoffen, Farben, Lacken, Holzschutzmitteln, in den Tapeten und Wandfarben, in Möbeln, in den Ausbaustoffen oder kommen direkt aus der Anlagentechnik, sie können aber auch natürlichen Ursprungs sein – Stichwort Schimmel. Immer noch, so die Umweltmediziner, würden die unspezifischen, diffusen Beschwerden der Patienten, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, zu schnell in die psychosomatische Schublade gesteckt. Aber dann gibt es die hartnäckigen Atemwegserkrankungen, Asthma, die Allergien, oder regelgerechte Vergiftungserscheinungen, etwa des Nervensystems, und natürlich Krebs. Besonders gefährdet sind Kinder. Der junge Organismus ist anfälliger für Innenraumbelastungen, und er ist ihnen länger und intensiver ausgesetzt. Und seitdem unsere Häuser aufgrund strengerer Verordnungen nahezu dicht gebaut werden, wird belastete Raumluft weit langsamer ausgetauscht, es sei denn, es ist eine Lüftungsanlage vorhanden.
Lang ist die Liste der Schadstoffe mittlerweile, dank des Erfindungsreichtums der Forscher und Entwickler in der Industrie, doch es handelt sich eher um die Spitze des Eisbergs, wenigstens laut Umweltbundesamt. Dessen Broschüre „Bauprodukte: Schadstoffe und Gerüche bestimmen und vermeiden“ liefert einen Überblick (als download auf www.umweltbundesamt.de oder telefonisch zu bestellen über 0 18 88/3 05 33 55). Verbote sind sinnvoll, doch finden Deutschland- und EU-weit aus dem Verkehr gezogene Problemstoffe auf Umwegen wieder zu uns. Hersteller von PVC-Bodenbelägen, deren Produkte im „ökotest“-Ratgeber Bauen, Wohnen & Renovieren schlecht wegkamen, führten die Belastungen zum Teil auf das verwendete Recycling-Material zurück.


Die weitaus meisten Quellen von Schadstoffbelastungen aber muss man sich nicht ins Haus holen. Anhand der Prüfzeichen und Label, der Umweltzeichen, kann man seine Auswahl treffen. Dabei ist zu beachten, dass naturnah nicht zwingend gleich schadstoffarm oder schadstofffrei ist. Im Baumarkt sollte man die Billigprodukte im Zweifelsfall stehen lassen, bei fehlender oder mangelhafter Deklarierung sowieso. Man sollte die Chance nutzen, die einem der Neubau bietet: durch Auswahl der richtigen Konstruktionsweisen und Materialien ein gesundes Zuhause zu schaffen. Eine Oase der Erholung, in der man neue Kraft tanken kann.
Bei mittlerweile mehr als 300 Signets, Prüfzeichen, Logos rund um Umweltfreundlichkeit und Schadstofffreiheit usw. kann der Überblick leicht verloren gehen. Im Folgenden werden nur die wichtigsten kurz vorgestellt, einschließlich derjenigen für Möbel. Wer ein bestimmtes Label sucht oder solche einer bestimmten Produktgruppe, kann es aber auch unter der Adresse www.label-online.de versuchen.


Immer wieder warnen einzelne Wissenschaftler, aber auch renommierte Institute eindringlich vor den Gefahren elektromagnetischer Strahlung. Mehr ...
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