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Farbe ist noch lange nicht gleich Farbe. Wie sie sich verarbeiten lässt, wie gut sie deckt – das ist das eine. Was sie an die Raumluft abgibt oder nicht – das andere. Als Prophylaxe gegen Schadstoffe hilft ein genauer Blick auf die Verpackung.
Aus vier Elementen oder Komponenten bestehen Farben in der Regel. Die Pigmente sind der eigentliche Farbstoff, aber sie halten ohne die Bindemittel weder aneinander noch an der Wand. Um beide rühren, gießen und verstreichen zu können, braucht es drittens die Lösemittel, die sich anschließend verflüchtigen dürfen. Hilfsmittel oder Additive verbessern die Verarbeitungseigenschaften und machen Farben zum Beispiel schwer entflammbar. Wandfarben sind allerdings heute fast immer Dispersionsfarben: Bindemittel und Pigmente sind in Wasser lediglich fein verteilt, an der Wand verdunstet das Wasser. Zwecks Optimierung des Farbverlaufs und der Filmbildung werden noch geringe Mengen an Lösemitteln (normalerweise um die zwei Prozent), weiters Additive und Füllstoffe (Verdickungsmittel) beigegeben. Sowie – wegen des hohen Wasseranteils – Konservierungsmittel, die so genannten Topfkonservierer. Sonst wird die Farbe Beute von Schimmel und Fäulnis.
Alle vier Grundkomponenten können gesundheitlich bedenklich sein. Einige Pigmente (z.B. auf Basis von Blei oder Cadmium) und Bindemittel etwa sind giftig, Kunstharze als Bindemittel problematisch, ebenso die Topfkonservierer. Hersteller von Naturharz-Dispersionsfarben verzichten auf die Bio- und Fungizide. Als Verlaufshilfen und Filmbildungshilfen werden gerne Terpene verwendet, natürliche ätherische Öle. Sie können jedoch die Schleimhäute reizen und allergische Reaktionen auslösen. Extra für Allergiker gibt es konventionelle Dispersionsfarben ohne jegliche Konservierungsstoffe.



Althergebrachte Farbrezepturen werden neben der Denkmalpflege auch verstärkt wieder im Neubau eingesetzt. Mineralische und pflanzliche Pigmente liefern ein weites Spektrum an Farbtönen. Als Lösemittel dienen Alkohol, pflanzliche Öle oder Wasser. Knochenleim-, Stärke- oder Lederleim, auch Methylcellulose sind die Bindemittel. Ökologische Farben unterscheiden sich übrigens auch in ihrem Geruch von konventionellen Farben.
Die weitaus meisten Quellen von Schadstoffbelastungen aber muss man sich nicht ins Haus holen. Anhand der Prüfzeichen und Label, der Umweltzeichen, kann man seine Auswahl treffen. Dabei ist zu beachten, dass naturnah nicht zwingend gleich schadstoffarm oder schadstofffrei ist. Im Baumarkt sollte man die Billigprodukte im Zweifelsfall stehen lassen, bei fehlender oder mangelhafter Deklarierung sowieso. Man sollte die Chance nutzen, die einem der Neubau bietet: durch Auswahl der richtigen Konstruktionsweisen und Materialien ein gesundes Zuhause zu schaffen. Aktuelle Studien zeigen übrigens, dass inzwischen 75 Prozent aller Heimwerker auf Angaben über Inhaltsstoffe achten – der Gesundheit
Kalkfarben sind dampfdiffusionsoffen und zeichnen sich durch besonders gute Haftung aus. Sie bekommen meist noch Cellulosefasern oder Leinöl zugesetzt, damit sie besser haften. Sie gehören zu den ältesten bekannten, mineralischen Farben, sind stark alkalisch und damit ein denkbar schlechter Nährboden für Schimmel. Sie benötigen saugfähige Untergründe, beispielsweise Gipsplatten oder Gipsputz.


Silikat-Farben und -Putze sind strapazierfähig und gleichen Feuchtigkeitsschwankungen aus, indem sie Feuchtespitzen aus der Luft aufnehmen und diese speichern. Wird die Luft trocken, geben sie die Feuchtigkeit wieder ab. Darüber hinaus sind silikatbasierte Produkte „alkalisch“, sie weisen den sehr hohen ph-Wert von 11 auf, – was ganz natürlich vor Schimmel schützt – und das viele Jahre lang.

Wandputze und -farben aus Lehm sind Natur pur – sie werden aus nachwachsenden Rohstoffen produziert und bestehen aus farbigem Ton und Sand.
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