Ist die Dacheindeckung in die Jahre gekommen, wird sie irgendwann unansehnlich. Das heißt noch lange nicht undicht. Und sind nur einzelne Ziegel oder Dachsteine vom Hagel beschädigt oder durch einen Sturm verrutscht, kann man schnell Abhilfe schaffen.


Bei großflächigeren Schäden muss umgedeckt werden. Die Vielfalt an Eindeck-Materialien, ihre Formen und Farben ermöglichen nicht nur im Neubau ein perfekt an den Stil des Hauses angepasstes Dach. Selbst historische Gebäude können heute ohne Probleme eine stilgerechte und trotzdem nagelneue, funktionstüchtige 'fünfte Fassade' erhalten.
Dachziegel aus gebranntem Ton gibt es in traditionellen Formen wie Mönch- und Nonnen- Ziegel (erst ab 40 Grad Dachneigung), auch Biberschwanz- und Krempziegel werden heute noch verwendet, die Norm sind aber moderne Falzziegel.

Als Klassiker für ein perfekt eingedeckte Dach gelten die drei Arten Tegalit, Frankfurter Pfanne und Doppel-S mit Schmutz abweisenden Oberflächen.
Spezielle Flachdachziegel kommen ab 15 Grad Dachneigung infrage. Schmutz abweisende Modelle mit dem so genannten "Lotus-Effekt" verhindern auch das Anhaften von Moos.
Betondachsteine bestehen aus Quarzsand, Zement und Farbpigmenten, werden getrocknet und anschließend feuerglasiert. Da sie schwerer sind als Ziegel, widerstehen sie der Windbelastung besser, das Dachgerüst muss allerdings entsprechend stabil sein. In Form und Farbe orientieren sie sich an den Ziegeln. Aber – sie sind in der Regel preiswerter.

Material und Art der Eindeckung geben dem Dach ein charakteristisches Aussehen - zum Beispiel die römische Deckung, die ein besonders mediterranes Bild gestaltet
(Schemazeichnung: Nelskamp)
Faserzementplatten bestehen aus Zement, Zellulose- und Kunststofffasern zur Armierung; Asbest wird nicht mehr verwendet. Die kleinformatigen, flachen Schindeln erinnern im optischen Eindruck an Schiefer, nicht aber im Preis.
Schiefer ist einer der dauerhaftesten Dachbeläge. Die Verlegung ist eine knifflige (und lohnintensive) Arbeit, die nicht alle Dachdecker beherrschen.
Metall kann in Form von Schindeln und von Blechen aufs Dach kommen. Kupfer, Titanzink und beschichtetes Aluminium sind die geläufigen Materialien, sie eignen sich für ungewöhnliche Dachformen und für repräsentative Zwecke.

Wo Dach und Fassade beinahe bündig abschließen, trifft der Regen auch die Fassade – so entstehen nicht nur hässliche "Rotznasen" auf der Wand.

Jeder Putz kapituliert bei Dauerberieselung irgendwann, feine Risse entstehen, Feuchtigkeit dringt ein. Die Folge: eine verminderte Wärmedämmung sowie Schimmelgefahr.
Ein weiter Dachüberstand hält den Regen vom Gebäude fern. Wie bei der Krempe eines Hutes tropft das auftreffende Wasser vom (Bau-) Körper entfernt zu Boden. In der Regel wird gleich bei der Planung die Dachfläche über die Fassade hinaus weitergeführt.
Doch auch nachträglich lässt sich das Dach noch verlängern – diese Arbeiten sollten allerdings Zimmerleute vornehmen.
Wer sein Dach renoviert, sollte die Gelegenheit nutzen, alle Energie sparenden Faktoren mit einzubeziehen. Zum Beispiel die solare Wärmegewinnung mit Solarkollektoren. Ein nicht ausreichender Wärmeschutz muss verbessert werden. Das schreibt die Energie-Einspar_Verordnung vor.

Seit es heftiger und häufiger in Mitteleuropa weht, ist Sturmsicherheit ein hochaktuelles Thema geworden. Neue Befestigungssysteme sind die Antwort der Hersteller von Dachziegeln und Betondachsteinen, die ihre Eindeckungen längst im Windkanal testen. Denn wichtiger als Form und Farbe sind Langlebigkeit und Dichtheit. Es daher sicher keine übertriebene Vorsicht, wenn man mit dem Fachbetrieb einen Vertrag über eine regelmäßige Wartung abschließt.
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