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Idealerweise ist die Hülle eines Wohnhauses im Winter außen kalt wie eine Hundeschnauze oder wie eine schöne, dicke Daunenjacke. Ist sie das nicht, sieht es die Infrarotkamera. Da leuchten die Gebäude in finsterster Nacht in den schönsten Regenbogenfarben und am hellsten leuchten die Fenster, obwohl längst alle Bewohner schlafen.


Kenner der Materie können ohne Infrarotkamera beim ersten Blick auf Glas und Rahmen sagen, warum hier teure Energie entweicht und sogar wie viel – ungefähr. Ein-Scheiben-Verglasung, heutzutage unzulässig, ist auch im intakten Zustand kein Wärmeschutz. Selbst vor einigermaßen dicht schließenden Fenstern spürt man im Winter einen kalten Zug, da die warme Luft Richtung Glas strömt, Eisblumen sprechen eine noch deutlichere Sprache. Würde man allein diese Bauart landesweit austauschen, ergäbe sich laut einer Studie des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) auf einen Schlag eine Einsparung von 18,2 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr.
Typische Schäden an Holzfenstern sind Eckspaltenbildung oder Verwerfungen am Rahmen. Tau- oder Niederschlagswasser kann eindringen, was bald zu Pilzbefall führt. Holzrahmen, die derart angegriffen sind, dämmen nicht mehr, brüchig gewordener Kitt dichtet nicht. Auch modernere Fenster mit Stahl- oder Aluminium-Rahmen sind zwar stabil und pflegeleicht, das Metall aber ist nun einmal Wärmeleiter. Metallfenster leiden ansonsten gelegentlich unter fehlendem Korrosionsschutz. An dunklen Kunststoff-Rahmen, die großen Temperatursprüngen ausgesetzt sind, können mit den Jahren Risse auftreten. Anders als Holzrahmen sind sie schwer wieder in Stand zu setzen.
Für gewöhnlich gibt es abgesehen vom nicht vorhandenen Wärmeschutz ein ganzes Bündel an guten Gründen zur Sanierung oder gleich zum Austausch: mangelnde Einbruchhemmung, fehlende Schlagregendichtheit, mangelnder Schallschutz (nur einige der Eigenschaften, auf die das ift Rosenheim, das Institut für Fenstertechnik e.V. prüft). Besitzer von Baudenkmälern müssen die jeweiligen Maßnahmen allerdings mit der Denkmalpflege abstimmen. Das betrifft gerade die von außen sichtbaren Details, Sprossen, Kämpfer (oder Riegel, unterteilt den Blendrahmen in Querrichtung), Fensterläden, die die Fassade eines Hauses wesentlich prägen.
Entsprechende Verordnungen der Denkmalpflege sind noch vor den Bestimmungen der EnEV, der Energie-Einspar-Verordnung, zu erfüllen. Wie wäre es daher mit Duplikaten der alten Holzfenster, vom Spezialisten angefertigt, mit silberbedampftem Wärmeschutzglas versehen? Erweiterung zum Kastenfenster ist eine weitere Möglichkeit, den Stilbruch zu vermeiden und gleichzeitig die Wärmeverluste in vertretbaren Grenzen zu halten.
Sind die Originale noch zu schön für den Container, sollte man sie Fachbetrieben zur Reparatur anvertrauen. Die bauen sie aus, entfernen den spröde gewordenen Kitt, nehmen die Scheiben heraus. Schadhafte Stellen werden mit Dichtmasse und eventuell Passstücken ausgebessert. Vielleicht ist der Flügelrahmen dick genug, um eine wärmedämmende Doppelscheibe aufzunehmen. Da die gesamte Konstruktion dadurch schwerer wird, werden die Fachleute vorher die Scharniere auf Stabilität und Tragfähigkeit überprüfen. Eine umlaufende Silikon-Schlauchdichtung im Blendrahmen reduziert dazu die Lüftungsverluste erheblich.






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