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Kein Wasser im Keller

Steigende Grundwasserspiegel, immer mehr Hochwasser und das Verbot, Sickerwasser mithilfe von Dränagen vom Neubau fern­­zuhalten, stellen Bauherren vor Pro­­bleme. Die Konsequenz: Inzwischen werden bundesweit im Durchschnitt fast drei Viertel der Keller gegen zeitweise aufstauendes Sickerwasser und drückendes Wasser ab­gedichtet.

Die Eigenentwicklung der „KNECHT Weißen Wanne“ ist für eine Abdichtung gegen den Lastfall von außen drückendes Wasser. Sie beruht auf einem speziellen Aufbau ab der Gründungssohle, der Verwendung eines Spezialfugenbandes und der sinnvollen Kombination von Betonfertigteilen und wasserundurchlässigem Ortbeton. Foto: Knecht
Perfekte Keller-Konstruktion für dauerhafte Sicherheit: Die patentierte „Iso-Twin-Wand” hält Wasser und Kälte draußen. Foto: Glatthaar

Zur speziellen Kellerabdichtung gegen Druckwasser stehen so genannte „Schwarze” oder „Weiße Wannen” zur Verfügung.

Bei der „Schwarzen Wanne” werden die Kellerwände durch Bitumen- oder Kunststoffbahnen umschlossen. Diese Abdichtung wird im Regelfall als Außendichtung ausgeführt, die Dichtungsbahnen liegen also an der  Gebäudeaußen­seite und werden gegen die Gebäudewände oder -sohle angedrückt.

Bei einer „Weißen Wanne” erfolgt die Aus­­­bildung der Außenwände und Bodenplatte als geschlossene Wanne aus wasserundurchlässigem Beton.

Beide Kellerkonstruktionen sind aufwendig und teuer, aber bieten letzt­endlich keine absolute Sicher­­­heit. Mit der Ent­wicklung des „Aqua-Safe-Kellers” bietet zum Beispiel Hersteller Glatthaar nach eigenen An­gaben einen absolut wasserdichten Fertigkeller. Im Unterschied zu einem herkömmlichen Keller werden hier Bodenplatte und Außenwände am Stück mit Ortbeton vergossen. Das vermeidet die Fuge am Wandfuß – bis dato eine wesent­liche Schwachstelle. Außerdem kommt eine wasserundurchlässige Beton­mischung zum Einsatz. Und nicht zuletzt wurde für die senkrechten Stöße der Wandelemente ein flexibles Fugenband mit Spezial­kleber entwickelt.

Wasser im Keller: Experteninterview

 

Friedrich Klein, Technischer Leiter bei Knecht Fertigteilkeller, beantwortet Fragen zum Thema Keller und Wasser.

 

 


Frage: Immer mehr Baugebiete werden in Bereichen mit hohem Grundwasser ausgewiesen. Kann man hier auch im Untergeschoss sicher bauen?

Friedrich Klein: Grundwasser ist für den Bau von Fertigteilkellern kein Problem. Vorausgesetzt Sie beachten einige Punkte. Wichtig ist zunächst die Höhe des so genannten Bemessungswasserstandes. Das ist der höchste bekannte Grundwasserstand vor Ort, die Informationen dazu erhält man von einem Bodengutachter. Daraus ermitteln wir, wie hoch das Wasser über die Gründungssohle, also über die Bodenplatte des Kellers steigen kann. Dieser Wert bildet die Grundlage für den statischen Nachweis, wie zum Beispiel Nachweis der Bodenplatte gegen drückendes Wasser, Auftriebssicherheit usw.

Frage: Was bedeutet Auftriebsicherheit?

Friedrich Klein: Zum besseren Verständnis möchte ich hier einen Vergleich anstellen: Ein Schiff ist schwer und schwimmt trotzdem – warum sollte das ein Keller nicht tun? Es ist jedoch wenig sinnvoll, dass ein Keller schwimmt und man beim Betreten womöglich seekrank wird. Der Keller muss selbstverständlich an Ort und Stelle stehen bleiben. Er wird auftriebsicher gebaut. Die Auftriebsicherheit ist gemäß DIN 1054 rechnerisch nachzuweisen.

Frage: Wie sichern Sie den Keller gegen den Auftrieb?

Friedrich Klein: Dafür stehen uns verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, zum Beispiel indem das Gewicht der Bodenplatte erhöht wird. Je nach der Situation vor Ort entscheiden wir von Einzelfall zu Einzelfall. Dabei wählen wir im Interesse der Baufamilie jeweils die preislich und baulich passende Variante für das Objekt aus.

Frage: Ist denn Wasser nicht gleich Wasser?

Friedrich Klein: Nein. Die Fachwelt unterscheidet zwischen mehreren so genannten Lastfällen. Ein Lastfall wäre beispielsweise das drückende Wasser. Der Volksmund versteht darunter das Grundwasser. Für jeden Lastfall haben wir eine Lösung und ein entsprechend angepasstes Abdichtungskonzept. Ein bei vielen Bauinteressenten  bekanntes Abdichtungssystem ist die Weiße Wanne ­– dieses Verfahren hat Knecht optimiert und ein eigenes Patent entwickelt.

Frage: Hält mein Keller auch nach jahrelangen Belastungen durch Wasser noch dicht?

Friedrich Klein: Natürlich. Unsere Erfahrung zeigt: Bei fachgerechter Ausführung bleibt das Untergeschoss frei von Feuchtigkeit. Die ers­ten wasserdichten Keller in Grundwasser hat Knecht vor 40 Jahren gebaut – und die sind bis heute trocken.

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