
Der Traum vom eigenen Haus muss nicht teuer sein. Fertighäuser bieten die Möglichkeit, durch vorgefertigte Teile günstige Lösungen zu finden und zugleich sehr energiesparende vier Wände aufzustellen. Dennoch sollten Sie nicht allein auf den Preis eines Hauses schauen. Es gibt viele Faktoren, die bei Nichtbeachtung ein Fertighaus tatsächlich zu einem Billigprodukt werden lassen können. Besonders im Vergleich zu einem Massivhaus. Andererseits kann ein qualitativ hochwertiges Fertighaus gegenüber einem Massivhaus mit einigen Vorteilen punkten.

Fertighäuser werden industriell hergestellt und bestehen zu Beginn des Hausbaus aus mehreren Einzelteilen, die dann wieder zusammengesetzt werden. Die Voraussetzung für ein Fertighaus ist die Fertigstellung des Baugrunds, auf den das Haus letztlich gesetzt wird. Heutzutage kann fast jedes Gebäude als Fertighaus gebaut werden. Entscheidend ist dabei die vorige Planung. Der Bauherr muss sich u.a. über Aufteilung der Zimmer, Farbgebung, Garten und Garage im Klaren sein und wie diese Elemente aussehen oder wohin sie gesetzt werden sollen. Spätere Änderungen sind oftmals nicht möglich bzw. sehr teuer, weshalb die Planung bei einem Fertighaus noch entscheidender ist als bei einem Massivhaus, bei dem auch nachträglich noch Änderungen vorgenommen werden könnten.
Fertighaus ist nicht gleich Fertighaus. Nur, weil die Teile der Häuser industriell hergestellt werden, heißt das nicht, dass Sie alle auf dieselbe Art und Weise zusammengesetzt werden. Es gibt vier essentielle Baumethoden, die beim Hausbau eines Fertighauses zum Einsatz kommen.
Holzständerbauweise
Die Ständer, Träger und Balken sind alle aus Holz. Mehrere Stockwerke und ein schweres Dach sind bei dieser Bauweise möglich. Sie bildet die Grundlage für alle anderen Baumethoden.
Fachwerk-Bauweise
Wird seit Jahrhunderten verwendet, wobei die Materialien immer wieder angepasst worden. Deshalb werden die Lücken des Haus-Skeletts nicht mehr mit Stroh und Lehm ausgefüllt, sondern mit modernen Baumaterialien, die deutlich sicherer und haltbarer sind.
Holzrahmenbauweise
Stellt die Weiterentwicklung vom Fachwerk dar und ist die häufigste Methode, die beim Fertighausbau genutzt wird. Das Holz-Skelett wird in diesem Fall beidseitig beplankt, während die Zwischenräume mit modernem Dämmmaterial isoliert werden. Dennoch wird die statische Belastung allein durch das Haus-Skelett getragen.
Holztafelbauweise
Der Wandaufbau wird durch eine Holzverbundkonstruktion vollzogen, wodurch sie auch nur in diesem Verbund ein tragendes Element bilden. Bietet sich besonders für die industrielle Produktion an, weil die Wände auf die immer gleiche Art und Weise hergestellt werden.

Der für viele Bauherren größte Vorteil, ist die kurze Bauzeit eines Fertighauses, wodurch es zugleich sehr schnell bezugsfrei ist. Die schnelle Fertigung lässt sich durch die passgenau hergestellten Teile erklären, die lediglich "zusammengesetzt" werden müssen. Da diese Teile nicht so breit wie bei Massivhäusern daherkommen, gewinnt man bis zu 10 Prozent nutzbaren Raum hinzu.
Fertighäuser bringen von Anfang an sehr gute energiesparende Eigenschaften mit, weil sie entsprechend entworfen und die Einzelteile für diese Zwecke hergestellt werden. Dadurch ist die Wärmedämmung von Anfang an integriert und lässt sich sogar ausbauen. Die Bauteile sind auch der Grund dafür, warum ein Fertighaus im Vergleich zu einem Massivhaus so günstig ist.
Ein weiterer Vorteil hat mit dem Service der Fertighausanbieter zu tun. Diese stellen dem Bauherren einen Fertighaus-Berater zur Seite, der die meisten Behördengänge übernimmt und die Bauphase überwacht. Dadurch spart der Eigentümer nicht nur beim Bau, sondern auch in dessen Vorbereitung viel Zeit und ist weniger belastet, als beim Hausbau mit der Massivbauweise.

Die günstigen Angebote für Fertighäuser sind nur deshalb möglich, weil am Material gespart wird. Damit ist keineswegs gemeint, dass die Teile "billig" seien, sondern vielmehr, dass sie im Vergleich auf jeden Fall nicht so qualitativ hochwertig sind, wie bei der Massivbauweise.
Zudem müssen Sie als Bauherren stark darauf acht geben, welcher Baufirma Sie trauen. Besonders Osteuropäische Firmen locken mit sehr günstigen Angeboten – die Sie dann allerdings nicht einhalten, weil Sie gar nicht erst auftauchen oder falsche Teile liefern. Ein erstes schlechtes Zeichen ist fehlende Beratung. Ist diese nicht vorhanden, vertrauen Sie lieber einem anderen Anbieter.
Wollen Sie einen Keller haben, müssen Sie diesen zumeist separat anlegen, auch wenn die Fertighausanbieter in dieser Hinsicht immer weiter nachbessern. Dennoch sollten Sie nicht davon ausgehen, dass Sie automatisch ein Kellergeschoss haben. Selbst, wenn Sie es nicht benötigen, können Probleme durch Feuchtigkeit entstehen. Ein Keller sollte daher immer besser mit einberechnet werden, bevor Sie teure Renovierungen zahlen müssen, die durch Schimmelbefall ausgelöst werden.
Anders als beim Massivhaus muss die Einrichtung – zumindest die geplante – bereits feststehenden, noch bevor das Haus überhaupt gebaut ist. Grund sind die Leitungen und Anschlüsse im Haus, die bereits bei der Herstellung der Teile eingearbeitet werden und daher später nur noch schwer zu ändern und vor allem mit hohen Kosten verbunden sind.
Sind Sie sich noch nicht sicher, ob Sie ein Fertighaus bauen wollen bzw. konnten Sie sich noch für keinen Anbieter entscheiden, nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen den Tag des deutschen Fertigbaus, der in der Regel an einem Sonntag im Frühjahr stattfindet.
Während die Fertighaus-Hersteller Ihre Türen für Interessierte öffnen, informieren Fachleute bei Rundgängen durch die Werkhallen und Musterzentren. Der Eintritt ist für jeden frei. Für Verpflegung aller und Bespaßung Ihrer Kinder ist gesorgt.
Ausgeführt wird der Tag durch den Bundesverband deutscher Fertigbau (BDF). Achten Sie zugleich auf Informationen über die Qualitätsgemeinschaft deutscher Fertigbau (QDF). Diese Gemeinschaft kümmert sich bereits seit 1989 um die Mindeststandards für Material, Konstruktion und Bauausführung. Da diese Anforderungen von allen Mitgliedern einzuhalten ist, lohnt es sich für zukünftige Bauherren neben den Mitgliedern auch die genannten Standards zu kennen.
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