
Der gut geplante Garten braucht einen Rahmen, eine klare Gliederung und Raumbildung, sprich: einen ruhigen Hintergund, vor dem dann Farben, Formen und Texturen der Gartenpflanzen ihre Pracht entfalten können.
Hierzu gehören vor allem die festen Begrenzungen wie Hecken, Zäune, Wände und Mauern, die meist auch gleich als Sichtschutz dienen. Solche Einfriedungen bestimmen wesentlich die Raumwirkung
eines Gartens – je höher sie sind, desto
kleiner erscheint das grüne Refugium.
In kleinen Gärten werden am besten schwach wachsende Züchtungen und Bäume mit geringem Kronendurchmesser angepflanzt. Vor allem gibt es bei Apfel- und Birnbäumen eine große Auswahl klein bleibender Exemplare in vielen Sorten. Sie lassen sich auch in gemischte Hecken pflanzen oder als Spaliere ziehen.
Kletterpflanzen oder auch Spalierbäume haben sich besonders im engen Rahmen kleiner Gartenanlagen bewährt. Während die Fläche wenig Ausbreitungsmöglichkeiten für wuchernde Gewächse bietet, gibt es in den meisten Anlagen nach oben genügend Raum zur Entfaltung. Als Kletterhilfen dienen metall- oder Holzgerüste, die an der Wand oder frei stehend auf Punktfundamenten montiert werden. Diese berankten Gerüste bieten sich auch zur Abschirmung von Terrassen und Sitzplatz an.
Die Bewahrung und Sicherung vorhandener Pflanzen auf dem Grundstück kann erhebliche Kosten sparen. Das gilt besonders für günstig platzierte Bäume und Sträucher. Sie bekommen am besten Schutz vor Baumaschinen oder werden falls nötig und möglich umgepflanzt. Leider fallen alte Bäume häufig der Kettensäge zum Opfer, weil sie dem zügigen Bauablauf im Wege stehen. Später werden dann neue Bäume teuer eingekauft und eingesetzt.
Der häufigste Fehler, den frisch gebackene Gartenbesitzer begehen, ist, dass sie ihr grünes Wohnzimmer viel zu dicht bepflanzen – gerade bei großen Gewächsen wie Bäumen und Sträuchern sieht man erst in etwa zehn Jahren, ob richtig geplant wurde. Das Motto für den Anfang lautet also: Weniger ist mehr. Wem das zu kahl erscheint, kann mit einjährigen Sommerblumen unschöne Lücken füllen.
Als Fruchtgehölze am Haus können besonders auch Kletterpflanzen dienen. Weinreben und Kiwis entwickeln sich vorzüglich an freien Südwänden oder auf Pergolen. Daneben eignen sich Sträucher für Hausgärten, die sich durch schöne Blüten und Früchte auszeichnen. Auch davon gibt es viele kompakte Obstgehölze, so etwa Aronien, Quitten, Mispeln, Haselzüchtungen. Diese wachsen schwächer als Wildhaseln, Holunderbeeren, Schwarze Johannisbeeren und viele andere.

Ausdauernde Stauden machen sich viele Jahre hindurch immer wieder angenehm bemerkbar. Einige Arten entwickeln sich sogar zunehmend üppiger. Astern, Rudbeckien oder Goldruten etwa müssen sogar eingedämmt werden, damit sie nicht zu sehr wuchern. Auch bei der Staudenauswahl und -pflanzung sind deshalb Kenntnisse nötig. Wichtig zu wissen sind beispielsweise die Wuchshöhen, die Standortbedürfnisse und die Blüzezeiten.


Die Größe der Anbaufläche für einen Nutzgarten mit Kräutern und Gemüse richtet sich nach der verfügbaren Gartenfläche und nach der Zeit, die man für die Pflege und Bewirtschaftung einsetzen möchte. Ein Nutzgarten erfordert viel Arbeit, zumal es immer etwas zu pflanzen, zu versorgen und zu ernten gibt.
Zu empfehlen ist ein Einstieg auf kleiner Fläche mit einfachen Kulturen. je nach lust und Zeit kann die Anbaufläche immer noch erweitert werden. Bewährt haben sich Mischkulturen, in denen Gemüsesorten, die sich gegenseitig vertragen und fördern, mit heilsamen Blütenpflanzen kombiniert werden.
Für ein gesundes Wachstum und gute Erträge sind nährstoffreiche Böden und Kompostgaben unabdingbar.
Die größte Fläche nimmt in der Regel der Rasen ein. Die begehbare Grünzone dient als optischer Freiraum. Der Rasen kann daher evtl. mit einem Stück Wiese kombiniert werden. Diese besondere Pflanzengesellschaft aus gräsern und Blumen braucht jedoch Schonung. Die Anlage von Rasen oder Wiesenfläche geschieht ganz zum Schluss, wenn Wege und Terrasse befestigt, die Gehölze gepflanzt und die stauden verteilt sind.
Überfordern Sie sich zu beginn der Gartengestaltung nicht mit Ihrem gärtnerischen Engagement. Jahr für Jahr nimmt das Wissen über Pflanzen, ihre Wuchseigenschaften und Bedürfnisse zu – dann geht Ihnen die Gartengestaltung mit der Zeit gleich viel leichter von der Hand.



Die erste Bepflanzung für ein Blumenbeet könnte folgendermaßen aussehen:
Winter
Grundstruktur erhält eine Fläche durch ein bis zwei Gehölze. Immergrüne Gehölze wie Buchsbaum oder Eiben sind auch im Winter schön anzusehen und haben den Vorteil, dass sie später geschnitten werden können, falls die Pflanzung zu dicht wird. Auch Gräser sind in der kalten Jahreszeit ein attraktiver Anblick.
Frühling
Die ersten Farbtupfer gelingen leicht mit Blumenzwiebeln, aus denen Tulpen, Krokusse und Narzissen zum Leben erwachen. Setzen Sie sie in den Umkreis der Gehölze, in den mittleren und hinteren Teil des Beetes, damit ihr vergilbendes Laub von den nachrückenden Sommerstauden überwuchert wird.
Sommer
Im Mai und Juni blühen die Pfingstrosen, die jedes Jahr prächtiger gedeihen, vorausgesetzt man belässt sie an ihrem platz. Rittersporn, Mohn und Schwertlilien gesellen sich dazu – jetzt haben Sie schon ein farbenfrohes Sommerbeet.
Herbst
Die verwelkenden Stauden werden von den Gräsern und Herbstblühern wie Astern, Phlox und Schafgarbe überwachsen. Niedrige Kissenastern und weiße Margeriten leuchten bis in den Oktober hinein.
So könnte Ihr erstes Gartenjahr aussehen – je mehr Sie experimentieren und beobachten, desto mutiger können Sie sich an neue Kompositionen mit Gartenpflanzen heranwagen. Freude und kreative Ideen kommen dann von ganz allein.
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