Gartenteich – privater Wassergarten

Zunächst sollte der Teich im Rahmen der Gartenplanung einen geeigneten Platz bekommen. Je nach Art der Teichgestaltung kann ein Wassergarten direkt an der Terrasse liegen, aber auch abseits in einer ruhigen Ecke. Hier dient er als Refugium für Tiere, die sich in kurzer Zeit von selbst ansiedeln.

Libellen kommen manchmal schon während der Bauphase. Auch Frösche wandern aus der Umgebung zu. Einen besonderen Wert haben Gartenteiche für Singvögel: Sie dienen als Tränken und ersparen vor allem zur Brutzeit weite Flugstrecken zu einem natürlichen Gewässer.

Am Haus kann ein Teichbecken überschüssiges Wasser aufnehmen. Die Zuleitung übernimmt ein Schlauch und Regensammler von einem Regenfallrohr.

Teichprofil und Becken-Baustoff

Gartenteich mit Kunststoffbecken
Teich mit Hartkunststoffbecken.

Ein ideales Teichbett besteht aus verschiedenen Tief- und Flachwasser-Zonen. Diese Ebenen unter Wasser, die ringförmig angelegt werden, sind güns­tige Standplätze für die Wasserpflanzen und sie erleichtern den Zugang etwa zur Pflege oder zur Bepflanzung. Sollen Fische überwintern, muss es eine nicht zu kleine Zone von mindestens 70 Zentimetern Tiefe geben.

Zum Rand hin ist ist eine Flachwasserzone einzuplanen, die ein Viertel bis ein Drittel der Gesamtfläche einnehmen sollte. Sie dient als biologischer Filter, denn die wasserreinigenden Mikroorganismen arbeiten hier am aktivsten. Auch steile Böschungen schaden nicht. Sie müssen jedoch an den richtigen Stellen liegen und gut ausgebaut sein. Größtenteils sollten aber flache Übergänge vom Wasser zum Land geschaffen werden, zumal sich diese einfacher gestalten lassen. Schließlich sollte vom Beckenbaustoff – Folie, Hartkunststoff oder Beton – nach der Anlage nichts mehr zu sehen sein.

Teichfolien aus PVC oder dem teureren, aber sehr dehn- und belastbaren sowie umweltneutralen EPDM-Kautschuk erlauben den individuellen Zuschnitt. Ein Teichbecken aus Hartkunststoff kann aber unter Umständen besser geeignet sein, wenn die Wasserstelle als Planschbecken genutzt werden soll. Die Ränder lassen sich mit Holz einfassen. Zum Kaschieren tragen Pflanzen bei. Andere Baustoffe wie Beton oder Ton erfordern sehr viel Mühe beim Beschaffen und Auskleiden. Ökologisch günstiger ist der Teich mit Lehm- oder Tonauskleidung.

Gartenteich mit Teichfolie
Teichfolien passen sich jedem Profil an.


Die Gestaltung der Ufer ist wesentlich vom Teichbett beziehungsweise vom Teichprofil abhängig und selbstverständlich auch vom Beckenbaustoff. Steilwände bei Hartkunststoffbecken erfordern beispielsweise mehr Aufwand als flache Böschungen auf einer Folienauskleidung. Auf flachen Uferböschungen breiten sich die Pflanzen leichter aus und auch die Kiesel zum Kaschieren bleiben besser liegen.

Teichgröße und Teichform

Größe und Form des Teiches sind in erster Linie natürlich von den Platzverhältnissen im Garten abhängig, ein Folienteich ist aber in jeder denkbaren Größe und Form realisierbar, da die Planen nach Maß geliefert werden.

Grundsätzlich verhält es sich so, dass ein großer Teich weniger Pflege benötigt als ein kleiner. Durch die verschiedenen Zonen, die reichlich Raum für viele Lebewesen bilden, kann er sein ökologisches Gleichgewicht besser halten. Ein gesundes Biotop sollte wenigstens sechs bis acht Quadratmeter Fläche haben.

Wer mit dem Gedanken spielt, Fische einzusetzen, benötigt eine Tiefwasserzone von mindestens 80 Zentimeter. Diese gewährleistet, dass auch in sehr frostigen Zeiten ein eisfreies Areal erhalten bleibt, in der die Tiere überwintern können.

Teichgestaltung mit Kiesel und Steinblöcken

Sitzsteine am Teichrand
Große Brocken am Teichrand bieten sich als Sitzsteine an.

Rollkies ist ein idealer Teichbaustoff. Besonders bei der Teichrandgestaltung ist dieses Material unersetzlich. Die runden hellen Steine geben dem Teichboden einen natürlichen Charakter und schützen ihn zugleich. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Auch große Findlinge etwa für Sitzsteine und Bachläufe oder aber für den Ausbau steiler Böschungen sind oft günstig zu bekommen.

Der Kies schadet dem Wasser nicht, da er auch in natürlichen Flüssen und Seen den Boden bedeckt. Der Rollkies hat sich bei großen und kleinen Gartenteichen als schöner Baustoff bewährt, vor allem auch, weil er gut zu verteilen ist. Damit die Beckenränder unsichtbar verschwinden, werden sie rundherum mit Kieseln bedeckt. Genauso eignet sich dazu Flusssand. Beide Naturstoffe lassen sich gut kombinieren.

Bei großen Teichbecken sollte der Zugang zum Wasser möglich sein. Nicht zu vergessen sind stellenweise flache Übergänge, damit auch Tiere das Wasser gefahrlos erreichen.

Böschungsmatten

Im Handel sind Hilfsmittel für die Ufergestaltung erhältlich. So genannte Böschungsmatten aus Naturfasern (z.B. Kokosfasern) können an steilen Stellen nützlich sein, wo der Kies abrollt und nicht hält. Diese Matten geben Uferpflanzen Halt. Sie lassen sich auch nachträglich in einen bestehenden Teich einbringen.

Pflanzen im und am Gartenteich

Wasserpflanzen im Gartenteich
Pflanzen sind unverzichtbare Gestaltungselemente.

Das Wesentliche bei der Teichgestaltung sind natürlich die Pflanzen. Das Sortiment bietet für jeden Wassergarten und Geschmack etwas. Allerdings sollte sparsam gepflanzt werden – jedenfalls im Teich. Wasserpflanzen sind Wucherer. Bei zu üppiger Bepflanzung ist bald nichts mehr von der Wasserfläche zu sehen. Deshalb sollten nur wenige ausgewählte Arten ins Wasser kommen.

Den Wasserpflanzen genügt ein wenig Lehmerde jeweils an den Pflanzstellen. Keinesfalls darf zu viel davon in den Teich gefüllt werden. Die Erde begünstigt die Algenbildung und schadet der Wasserqualität. Draußen am Ufer darf durchaus dichter mit Stauden, Gräsern und Gehölzen gestaltet werden. Aber auch hier sollte wenigstens stellenweise noch der schöne Kies sichtbar bleiben. Zudem ist es angenehm, wenn der Teich direkt zugänglich ist. Jedenfalls sollte das Wasser keinen völlig dichten Grüngürtel haben, sondern an manchen Stellen einsehbar und erreichbar sein.

Kinder – Sicherheit geht vor

Wenn kleine Kinder zur Familie gehören, sollten Sie auf einen Gartenteich grundsätzlich verzichten, denn Wasser hat eine ungeheure Anziehungskraft. Teiche sind stets Gefahrenquellen. Falls schon vorhanden, sollten sie durch Zäune oder Absperrungen gesichert werden.

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