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Ein Dach kostet. Warum sollte es dann nur faul in der Sonne herumliegen, wenn es sich nützlich machen kann? Mit einer Fotovoltaik-Anlage erzeugt der Hausbesitzer sauberen Strom – nach Wahl für die Allgemeinheit oder für den Eigenbedarf.
Nach der Knappheit der vergangenen Jahre, verursacht durch die massenweise Errichtung von riesigen Fotovoltaik-Kraftwerken, sind Solarmodule jetzt wieder günstiger zu haben. Effizienter sind sie außerdem geworden. Ein Grund mehr, seinen eigenen CO2-freien Strom zu erzeugen. Zunächst muss man aber erst einmal prüfen, ob das eigene Dach für den Aufbau einer Anlage überhaupt geeignet ist.

Für normale Einfamilienhausdächer sind Anlagen mit einem bis etwa fünf Kilowatt Spitzenleistung die richtige Wahl. Je Kilowatt Leistung braucht man etwa acht Quadratmeter Dachfläche. Für eine 3- kW-Anlage sind also 24 Quadratmeter Dachfläche nötig. Die Kosten für eine solche Anlage liegen bei zirka 16.000 Euro.
Diese sollte möglichst direkt nach Süden gerichtet, je nach Standort eine Neigung von etwa 30 Grad haben und nicht verschattet sein. Kleinere Abweichungen der Dachausrichtung sowie in der Neigung reduzieren die Leistung nur geringfügig. Solche Standardanlagen liefern Großhändler komplett mit aufeinander abgestimmten Komponenten, sodass sie der Installateur nur noch montieren muss.
Anders sieht es aus, wenn auf den Standort Schatten durch ein Nachbargebäude, Bäume, eine Antenne oder eine Hochspannungsleitung fällt. Denn im Gegensatz zu einer Solaranlage für Warmwasser bedeutet das bei einer Sonnenstromanlage zum Teil drastische Leistungsverluste. Schon eine einzelne verschattete Solarzelle ist wie ein Knick im Gartenschlauch – sie blockiert den Stromfluss der ganzen Reihe und wird elektrisch stark belastet.
In diesem Fall muss der Installateur die Anlage individuell zusammenstellen, die Module zu mehreren unabhängigen Strängen verschalten und die Wechselrichter auf Modulzahl und Leistung abstimmen. Bei der Kalkulation helfen Simulationsprogramme – auch per Ferndiagnose. Besser ist es allerdings, wenn sich der Fachmann Haus und Umgebung ansieht. Ein Blick auf den Bebauungsplan der Gemeinde verrät, von wo in Zukunft eventuell Verschattung zu erwarten ist.
Genau prüfen sollte man die Musterrechnungen des Anbieters hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit: Schon wenn er einen Standort ein paar Breitengrade weiter südlich oder ein besonders sonnenreiches Jahr als Kalkulationsgrundlage wählt, sticht er auf dem Papier seriöse Wettbewerber aus.
Deshalb sollten die Annahmen zur Solarstrahlung immer auf den zehnjährigen Strahlungsmittelwerten des Deutschen Wetterdienstes für den genauen Standort beruhen. Nur auf dieser Grundlage kann man die Versprechen der Anbieter genau vergleichen.
Kosten: Pro Kilowatt Spitzenleistung (kWp) um die 3.500 Euro (eine 5-kWp-Anlage kommt auf um die 17.500 Euro)
Stromernte: Pro Kilowatt Spitzenleistung werden ca. 800 Kilowattstunden im Jahr erzeugt; die 5-kWp-Anlage liefert entsprechend 4.000 kWh.
Vergütung: Wird die Anlage in diesem Jahr installiert, gibt es pro kWh 28,74 Cent, für Betreiber von Groß-Anlagen, die mehr als 30 kWp leisten, etwas weniger. Bis zu einem Anteil von 30 Prozent an der Stromproduktion wird der Eigenverbrauch mit 12,36 Cent pro kWh vergütet, alle Kilowattstunden über dieser Marke mit 16,74 Cent.
Montage: Erhitzen sich die Zellen, nimmt die Leistung ab, Aufdach-Montage ist daher vorzuziehen. Sie garantiert eine Hinterlüftung im Sommer. Auch der Wechselrichter lässt bei Hitze nach, fühlt sich an einem kühlen Plätzchen wohler.
Angebote: Die Installations-Betriebe benötigen ein paar Grunddaten: Haustyp, Größe, Neigung, Ausrichtung und Art der Eindeckung des Daches, Höhe der Traufe, Art der Montage (auf der Eindeckung oder integriert). Folgende Angaben sollten die Angebote enthalten: Art, Typ, Hersteller und technische Daten der Module, des Wechselrichters, der Kabel, des Einspeisezählers, der Überwachungsanlage, Ertragsprognose, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Serviceleistungen wie Versicherung, verbindlicher Termin für Lieferung und Montage und last, but not least Referenzen, mit den Telefonnummern der jeweiligen Kunden.
Formalitäten: Die Montage einer Fotovoltaik-Anlage ist nicht überall genehmigungsfrei, erst recht nicht, wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Hier ist die Baubehörde anzusprechen. Mit dem Netzbetreiber, der den Strom gegen die gesetzlich festgelegte Vergütung abnimmt, muss kein Vertrag abgeschlossen werden. Allerdings muss die Anlage vor Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden (www.bundesnetzagentur.de).
Steuerliches: Wer von der Solaranlage auf seinem Hausdach einen Gewinn erwarten darf, ist Unternehmer, allerdings in der Regel Kleinunternehmer. Trotzdem sollte er sich nicht von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, denn nur so erhält er den im Anschaffungspreis enthaltenen Steueranteil vom Finanzamt zurück. Dem Netzbetreiber schlägt er die Umsatzsteuer auf die Vergütung auf, um sie anschließend ans Amt abzuführen.
Versicherung: Gegen Schäden an der Anlage sowie durch sie verursachte muss man versichert sein. Wahlweise kann man die bestehende Gebäude- und die private Haftpflichtversicherung entsprechend ergänzen oder eine gesonderte Fotovoltaikversicherung abschließen. Gegen das Risiko des Ertragsausfalls kann man sich ebenfalls schützen.
Förderung: Der Bund, in Gestalt der KfW-Förderbank, sowie einige Länder, Kommunen und Energieversorger greifen dem Betreiber finanziell unter die Arme, mal mit zinsgünstigen Krediten, mal mit Zuschüssen. Die Förderung muss vor Auftragserteilung beantragt und bewilligt worden sein, wobei man die Hilfe des Installateurs in Anspruch nehmen sollte. Vorab kann man sich auf zahlreichen Internetseiten informieren, zum Beispiel:
www.solarfoerderung.de,
www.foerderdata.de oder
www.energiefoerderung.info




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