Regenwasserzisternen stellen angesichts stetig steigender Wasserpreise eine sinnvolle Alternative zur Wassernutzung im Garten oder auch im Haus dar. Das Regenwasser wird dabei auf dem Dach aufgefangen und in einen unterirdischen Tank, die Zisterne, geleitet. Dort wird es bei Bedarf mit einer elektrischen Pumpe, die auch automatisch steuerbar ist, abgezapft und kann so seiner Bestimmung in Haus und Garten zukommen.
Wir zeigen Ihnen, wie man eine Zisterne bauen kann, welches Zisternenvolumen für welches Haus sinnvoll ist und wie man die Zisterne an WC und Waschmaschine anschließen kann.
Die Informationen auf dieser Seite basieren teils auf einer Ausarbeitung von André Chinnow, www.chinnow.net aus dem Jahr 2009.
Die Bilder auf dieser Seite, mit Ausnahme der Zeichnungen, entstammen der Website der Firma remütec, www.regen-nutzen.de
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Zisternen gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen und Bauarten. Die klassische Zisterne, nach antikem Vorbild, ist ein unterirdisches, wasserdicht ausgemauertes Gewölbe. Auch heute noch werden Zisternen nach diesem Vorbild gebaut, insbesondere Zisternen, die in alten, gereinigten Sickergruben gebaut werden. Diese nach einigen baulichen Eingriffen hygienisch völlig unbedenklichen Wasserspeicher erfordern allerdings die Existenz einer solchen Grube und sind in der Regel nur auf alten Grundstücken im ländlichen oder vorstädtischen Raum zu finden.
Eine einfachere und auch bei Neubauten sowie in kleineren Gärten praktizierbare Methode ist das Eingraben eines Kunststoff-Regenwasserspeichers. Hier werden auch alle Anschlüsse in der Regel vorgefertigt mitgeliefert, der Aufwand für Anschluss und Verlegung der Leitungen reduziert sich stark. In unserem Artikel befassen wir uns daher ausschließlich mit dem Bau einer solchen Kunststoff-Regenwasserzisterne.
Vom Bau einer Regenwasserzisterne aus Betonringen, wie beispielsweise im Kanalbau verwendet, wird laut Expertenmeinung abgeraten: Die Zisterne ist nur sehr schwer abdichtbar und neigt insbesondere nach längerer Nutzung zu Leckagen und Rissen.
Die sinnvolle Größe einer Zisterne hängt immer davon ab, wie viel Regenwasser auf der Dachfläche gesammelt werden kann. So wird eine 7000-Liter-Zisterne mit einem 60 m²-Reihenhausdach wohl nie völlig gefüllt werden, hier reichen 2500 Liter völlig aus. Auch hängt die Größe einer Zisterne immer davon ab, wie Sie das gesammelte Wasser nutzen möchten.
Nutzungsmöglichkeiten für Regenwasser aus der Zisterne:
Bei dem Anschluss einer Zisternenanlage ist dabei stets zu beachten: Das gesammelte Wasser ist zwar gefiltert, aber nicht keimfrei und darf unter keinen Umständen mit dem vom Wasserversorger gespeisten Kreislauf in Kontakt kommen. Die Folgen wären eine weitreichende Verkeimung des Trinkwassers und hohe Strafen!

Das Wasser sollte, wenn es in die Zisterne gelangt, nicht zu schnell einlaufen um mit Sauerstoff versetzt zu werden. Dies ist für das Mikro-Ökosystem im Tank sehr wichtig.
Für einen beruhigten Einlauf kann ein sogenannter "Quelltopf" aus Kunststoff verwendet werden. Dieser ist allerdings nicht ganz billig. Eine andere Möglichkeit besteht in einer simplen Konstruktion aus einem T-Stück und zwei nach oben gedrehten Rohrbögen. Auch diese Konstruktion verlangsamt das Wasser und versetzt es mit Sauerstoff.
Für die Sauerstoffdurchmischung des Wassers ist es ferner wichtig, dass der Einlauf in die Zisterne exakt gegenüber der Zapfstelle platziert wird. So wird das sauerstoffreiche, einströmende Wasser quer durch den ganzen Tank gezogen. Die Zapfstelle darf dabei aber nicht auf dem Boden liegen: Hier sammeln sich mitunter Sedimente, welche die Rohrleitungen und Filter verstopfen, wenn sie angesaugt werden.

Hauswasserwerke sind zwar in letzter Zeit in aller Munde, eine Tauchdruckpumpe ist allerdings im Zisternenbetrieb besser geeignet. Die relativ komplexen Hauswasserwerke sind aufwändig zu warten, brauchen einen regelmäßigen Filterwechsel und Rückschlagventile. Auch gibt es oft Schwierigkeit beim Trockenfallen der Zisterne; so muss insbesondere bei preisgünstigen Hauswasserwerken dann der Schlauch bzw. der Ansaugbehälter manuell gefüllt werden – aufwändig und eigentlich unnötig.
Eine Tauchdruckpumpe ist hingegen nicht nur günstiger, sondern benötigt auch keine Filter im Ansaugbereich – man muss hierzu also nicht in die Zisterne hinabsteigen. Verglichen mit anderen Methoden stellt sie die beste Wahl dar.
Elektronische Steuergeräte zur Pumpensteuerung sind heute durchaus bezahlbar und für eine komfortable Nutzung äußerst praktisch. Das Schaltgerät startet die Pumpe bei Druckabfall in der Leitung (ein Wasserhahn wird geöffnet) und schaltet sie bei Anstieg des Drucks wieder ab (Wasserhahn zu). Moderne Pumpen schalten dabei erst beim endgültigen Versiegen des Wasserstromes ab: So wird ein ständiges An- und Abschalten der Pumpe bei geringen Durchflussmengen vermieden.
Gutes muss leider auch teuer sein: Wenn Sie einen der herkömmlichen, horizontalen Filter zur Regenwasserfilterung verwenden, werden Sie nach kurzer Zeit kaum noch Durchgang haben. Tannennadeln, Blätter und Schmutz verstopfen den Filter sehr schnell und machen eine häufige Säuberung nötig.
Besser ist in diesem Fall ein sogenannter Wirbelfeinfilter. Dieser scheidet die Schwebeteilchen an der Filterwand ab und hat auch bei starker Verschmutzung noch einen guten Durchgang. Alle 3 Monate muss der Filter allerdings in der Geschirrspülmaschine gereinigt werden um ein Zusetzen des Siebs zu vermeiden.
Für die Verrohrung empfehlen sich:
Regenwasserzulauf: 100er KG-Kunststoffrohre (orange)
Diese Rohre sind frostsicher und ermöglichen durch ihren großen Durchmesser auch bei Starkregen eine gute Abführung des Regenwassers in die Zisterne.
Hausanschluss: Polyethylen Hartkunststoff-Schlauch (DIN EN 12201)
Der Schlauch ist zwar wenig biegsam, aber sehr druckfest und dauerhaft. Herkömmliche Schläuche halten nur ein bis zwei Jahre.
Wasserleitungen im Haus: Kupferrohre oder Mehrschicht-Kunststoffleitungen
Reine Kunststoffleitungen sollten aufgrund ihrer mangelnden Stabilität nicht verwendet werden.
In der Zisterne herrscht ein komplexes Mikroökosystem, das über das nachlaufende Wasser mit Sauerstoff versorgt wird. Die Sauerstoffzufuhr muss daher dringend immer erhalten bleiben. In regenarmen Sommern oder Wintern kann man durch einen handelsüblichen Teichbelüfter zusätzliche Luft in die Zisterne führen. Dieser sollte allerdings nur bei geringen Außentemperaturen (im Sommer nachts) eingeschaltet werden, um das Ökosystem nicht durch Warmluftzufuhr zu beeinträchtigen.
Die Reinigung einer Zisterne ist nur in Ausnahmefällen nötig. Der sich an den Zisternenwänden absetzende, dunkle Belag besteht aus gutartigen Bakterien, welche für eine Selbstreinigung des Wassers sorgen. Sollte sich am Boden allerdings, aufgrund fehlerhafter Filtrierung, eine zu starke Sedimentschicht gebildet haben, sollte die Zisterne schonend und ohne Chemikalien manuell gereinigt werden.
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