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Wandfarben, Tapeten und moderne Dekorputze bieten eine riesige Gestaltungsvielfalt und obendrein die Möglichkeit, die Wände in Eigenregie selbst zu verändern.
„Das habe ich selbst gemacht!” So oder so ähnlich klingen viele Heimwerker stolz, wenn sie Familie und Freunde durch die frisch renovierten Räume ihrer Wohnung führen. Sie zählen damit zu der stetig wachsenden Anzahl derer, die Spaß am Selbermachen haben – und nebenbei noch die Haushaltskasse entlasten. Nach dem Streichen zählt Tapezieren zu den absoluten Spitzenreiter-Tätigkeiten, aber auch die Arbeit mit Dekorputzen lässt sich gut selbst bewerkstelligen.
Bei Dispersionsfarben, die sich optimal für Wand- und Deckenanstriche eignen, empfiehlt der Profi die Verwendung von Lammfellrollen für die großen Flächen. Übergänge und Ecken lassen sich am bequemsten mit einem Heizkörperpinsel streichen. Zur Dosierung der richtigen Farbmenge benötigt man ein Abstreifgitter, das in den Farbeimer gehängt wird.
Untergrund überprüfen
Bevor man zu Rolle und Pinsel greift, sollte die Beschaffenheit des Untergrundes sorgfältig überprüft werden. Dazu ein wenig Wasser auf den vorhandenen trockenen Farbauftrag spritzen. Bleibt ein dunkler Fleck an der Wand sichtbar, sollte für die Haltbarkeit des Neuanstrichs zunächst eine Grundierung aufgetragen werden.
Bleibt an einem dunklen Tuch Putz, sandiger oder kreidiger Abrieb zurück, muss auch hier die Fläche zunächst grundiert werden. Lassen sich mit dem Fingernagel oder einer Drahtbürste einige Millimeter mühelos abkratzen, ist der Untergrund nicht tragfähig.

Bevor es nun richtig losgeht, sollte das komplette Arbeitsumfeld mit einer Folie vor Schmutz und Farbspritzern geschützt werden. Risse und kleine Löcher in der Wand sollten vor dem Anstrich unbedingt ausgebessert werden.
Wenn die Farbe gut umgerührt wurde, geht es los. Grundsätzlich beginnt man mit einem Pinsel im Deckenbereich und streicht die Kanten zwischen Wand und Decke. Erst dann werden die Flächen mit der Rolle bearbeitet. Dabei die Fläche von der Decke zum Boden hin bearbeiten. Um ein gleichmäßiges Farbbild zu erzielen, ist bei der Arbeit mit der Rolle die Streichrichtung wichtig: Auf einem Streichabschnitt wird die Farbe zuerst vertikal verteilt, dann horizontal, ohne neue Farbe aufzunehmen. Profis streichen „Nass in Nass”, d. h., sie rollen die angrenzende Fläche immer so, dass der bereits gestrichene Bereich noch nicht getrocknet ist.
Fotos: Glasurit
Mineralische Edelputze werden normalerweise als Sackware geliefert und mit Wasser angerührt. Mit einer Ausnahme: Kunstharz-Dekorputze werden verarbeitungsfertig im Eimer geliefert. Der Heimwerker braucht die cremige Masse nur noch aufzurühren und kann auf Wunsch auch Farbpigmente zugeben. Ein durchgefärbter Dekorputz hat den Vorteil, dass er bei eventuellen Beschädigungen nicht weiß durchscheint.
Je nach gewünschtem Ambiente gibt es den Fertigputz mit verschiedenen Körnungen. Je gröber die Körnung, desto rustikaler das Erscheinungsbild. Ein Reibeputz erhält seine typische Struktur, indem der in Kornstärke aufgetragene Putz mit einer Glättkelle gerade oder rund abgerieben wird. Edelputze mit einer feinen Körnung eignen sich auch für freie Strukturen. Ob mit Japanspachtel, Pinsel, Quast oder Dekorwalze strukturiert – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
Untergrund vorbereiten
Zunächst aber braucht der Untergrund eine Putzgrundierung. Sie sorgt für einen gleichmäßig saugenden Untergrund. Nach einer gewissen Trocknungszeit kann der Streichputz aufgetragen werden. Zum Einfärben stehen dem Heimwerker hochkonzentrierte, granulierte mineralische Farbpigmente zur Verfügung. Jeder kann also Wände in seinen Lieblingsfarbton verwirklichen. Der Streichputz wird einfach mit einer Spezialrolle aufgetragen und anschließend mit der zum System gehörenden Finishwalze oder dem Finishpinsel individuell strukturiert.



Fotos: Knauf
Gleich lange Weichzeiten sind bei Mustertapeten aus Papier der Schlüssel zum Erfolg. Denn durch den Kleister dehnen sich Papiertapeten bis zu 15 mm aus und bei unterschiedlichen Weichzeiten kann es zu Verschiebungen des Musteransatzes kommen. Klebt man die Bahn vor Ablauf der Weichzeit an die Wand, entstehen fast zwangsläufig Längsfalten. Wartet man zu lange, ist die Tapete durchnässt. Sie ist schwieriger zu kleben und reißt leicht ein. Deshalb sollte man nur so viele Bahnen vorkleistern, wie man innerhalb von zehn bis 15 Minuten verarbeiten kann.
Den Kleister nach Verpackungsvorgaben anrühren und die Raufaser entsprechend der ausgemessenen Wandhöhe plus einer Zugabe von 10 cm auf dem Tapeziertisch zuschneiden. Nun die ersten Bahnen satt und gleichmäßig mit einem Quast einpinseln und anschließend im Verhältnis ein Drittel zu zwei Dritteln zusammenlegen.
Nachdem der Kleister 10 bis 15 Minuten in den Wandbelag einweichen konnte, geht es richtig los: Die erste Bahn exakt lotrecht einzeichnen und mit jeweils fünf Zentimeter Überstand zur Decke und zum Boden entlang der Markierung ankleben.
Die Raufaser nun mit einer Tapezierbürste oder -rolle von innen nach außen blasen- und faltenfrei glatt streichen. Hiernach auch die restlichen Bahnen auf Stoß, das heißt direkt nebeneinander, ankleben und die überstehenden Ränder an Decke und Boden mit Schere abschneiden oder entlang einer Spachtelkante abreißen.



Immer vom Fenster in den Raum hinein arbeiten und unbedingt Zugluft vermeiden, damit der Trocknungsvorgang nicht zu schnell vonstatten geht. Raufaser hat sich als ideales Einstiegsprodukt bewährt: Denn der Klassiker ist robust, verzeiht eventuelle Ungleichmäßigkeiten, hat keine zu berücksichtigen Muster oder Strukturen und lässt sich deshalb unproblematisch verkleben.
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