Wo die Liebe hinfällt: Familien, die ihr Traumhaus im Bestand gefunden haben, schätzen den Charme einer Alt-Immobilie. Doch Liebe kann auch blind machen. Daher gilt: Augen auf beim Häuserkauf – Schadstoffe frühzeitig erkennen!
Die Materialien und Baustoffe, mit denen das Gebäude einst errichtet wurde, könnten nach jetzigen Erkenntnissen unwirtschaftlich oder sogar – wie bei der früher so beliebten Wunderfaser Asbest – gesundheitsschädlich sein. Feststellbar sind diese Risiken beispielsweise durch eine fachkundige Messung der Schadstoffe und Strahlungen.
Auch die Folgen von einzelnen Baumaßnahmen sind bei einem Haus mit Charakter schwer abzuschätzen. Leider werden immer wieder Fälle bekannt, die auf gut gemeinte, aber nicht durchdachte Sanierungsschritte zurückzuführen sind. Klassisches Beispiel: Feuchtigkeit und Schimmel durch neue, gut gedämmte Fenster. Da hilft auch das gründliche Lüften nur bedingt, denn es bekämpft lediglich die Symptome, nicht die Ursache. Dies gilt auch für weitere bekannte Störfaktoren wie Elektrosmog oder sogenannte „VOCs“, also flüchtige organische Verbindungen in der Raumluft.
Um im Eigenheim gesund zu wohnen und sich dabei rundum wohlfühlen zu können, ist es wichtig, über eventuelle Gesundheitsgefahren sowie die jeweilige Lösung schon vor dem Hauskauf Bescheid zu wissen. Die gewonnenen Informationen erleichtern die Planung und Umsetzung der Altbausanierung, die immer im Gesamtkontext gesehen werden muss.
„VOCs“ sind gasförmige Schadstoffe und Emissionen wie Formaldehyd, Ethanal oder Hexanal, die sich in geschlossenen Räumen ansammeln und bei den Bewohnern zu Beschwerden führen können. Vor allem Kinder, aber auch Erwachsene verspüren dann häufig Kopfschmerzen, klagen über brennende Augen, sind müde und unkonzentriert. Reizungen der oberen Atemwege und der Schleimhäute sowie allergische Symptome treten ebenfalls auf. Empfindliche Personen reagieren bereits bei kleinsten Konzentrationen. Besonders Formaldehyd kann zu Atemnot und Übelkeit führen. Es steht zudem im Verdacht, krebsauslösend zu sein. Das Wohngift wird über die Atmung aufgenommen und ist in vielen Baustoffen sowie in Farben, Lacken, Lösungsmitteln und Möbeln enthalten.
Bei der Sanierung sollten daher alle zweifelhaften Materialien entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Für den anschließenden Innenausbau empfehlen Experten, natürliche und baubiologisch einwandfreie Werkstoffe zu verwenden. Hier steht heute eine ganze Reihe von nachweislich unbedenklichen Baustoffen zur Verfügung. Aber auch das Mobiliar und besonders natürlich Boden- und Wandbeläge sowie Anstriche sollten baubiologisch unbedenklich sein.
Was viele nicht wissen: Es gibt mittlerweile Gipsfaser-Platten wie „Fermacell greenline“, die aktiv Schadstoffe bekämpfen. Sie bestehen aus recyceltem Papier, Gips und Wasser, die unter hohem Druck zu stabilen und geruchsneutralen Bauplatten gepresst werden. Die gesunden Ausbauplatten können „VOCs“ und unangenehme Gerüche aus der Luft filtern und unschädlich machen. Formaldehyd beispielsweise wird fast vollständig abgebaut. Möglich wird dies durch eine doppelseitige Oberflächenbeschichtung mit einem Wirkstoff auf Keratinbasis. Dieser bindet die Schadstoffmoleküle unlösbar an sich und wandelt sie in einem natürlichen Prozess so um, dass sie dauerhaft unschädlich sind. Die Wirkung ist bewiesen: „Die Schadstoffreduktion ist nicht allein im Prüflabor messbar, sie führt auch unter realen Bedingungen zu spürbaren Effekten“, so Dr. Hans-Ulrich Krieg, technischer Leiter des eco-Instituts über „Fermacell greenline“. Auch unter Anstrichen und Wand-belägen behalten die Gipsfaser-Platten ihre Fähigkeit, und dass über viele Jahre. Sie leisten damit einen aktiven Beitrag zu besserer Raumluft und damit zur Wohngesundheit.

- Das Wirkprinzip von greenline beruht auf der natürlichen Eigenschaft von Schafwoll-Keratin Schadstoffmoleküle aufzunehmen und in unschädliche Stoffe umzuwandeln. Grafik: Fermacell
Der sogenannte Elektrosmog steht häufig in der Diskussion, wenn es um gesundheitsschädliche Strahlung von Kabeln, Leitungen oder elektronischen Geräten geht. Ihre elektromagnetischen Felder geben nicht ionisierte Strahlung ab. Wie stark die Auswirkungen auf den Menschen sind, ist nicht ausreichend belegt. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt jedoch, die persönliche Strahlenbelastung durch eigene Initiative zu minimieren, um möglichen gesund-heitlichen Risiken vorzubeugen. Im eigenen Hause damit anzufangen, bietet sich an: Vor allem in Altbauten findet sich oft noch die 2-Ader-Verkabelung ohne separaten Schutzleiter, die mehr Strahlung als die neueren Kabel abgibt. Bei einer Sanierung sollte daher die Elektrik komplett erneuert und intelligent umgesetzt werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, nicht benutzte elektrische Geräte grundsätzlich vom Stromnetz zu trennen – vor allem im Schlaf- und Kinderzimmer. Experten raten, in diesen Räumen vom Elektriker Netzfreischalter einbauen zu lassen, sodass Geräte, Lampen und Stromleitungen nur dann elektrische Felder erzeugen, wenn Strom verbraucht wird. Auch abschaltbare Steckerleisten sind nützlich.
Handys, WLAN & Co.
Handys und schnurlose Telefone sowie lokale Funk-Netz-Verbindungen wie Bluetooth und WLAN geben besonders viel Strahlung ab. Sie sollten daher so wenig wie möglich benutzt und möglichst durch neue strahlungsarme Modelle ersetzt werden. Wer in der Nähe von Hochspannungs- und Funkmasten lebt und sich vor elektromagnetischer Strahlung von außen schützen möchte, kann dies problemlos mit einer Dachsanierung verbinden. Bei modernen Dämmsys-temen für das Steildach wird heute innenseitig eine Luft- und Dampfsperre verlegt. Hochwertige Materialien sind dabei für eine höhere Wärmereflexion mit einer Aluminiumeinlage ausgerüstet. (z.B. Delta Reflex Plus). Willkommener Nebeneffekt: Das Metall hält 98 Prozent der von außen kommenden elektromagnetischen Strahlung ab.
Schimmelpilze im Wohnbereich sollten sehr ernst genommen werden, denn sie können das Immunsystem schwächen und zu Atemwegserkrankungen wie Asthma führen. Sie müssen daher konsequent bekämpft und besser noch von Anfang verhindert werden. Hierfür ist in jedem Fall eine fachmännisch ausgeführte Wärmedämmung ohne Kältebrücken notwendig. Aber auch die Bewohner selbst können Schimmelbildung entgegenwirken, indem regelmäßig richtig gelüftet wird, Möbel vor allen in Raumecken nicht direkt an der Wand stehen und zu große Temperaturschwankungen in den Wohnräumen vermieden werden.
Schimmel und Feuchtigkeit im Haus
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