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Ausführungsvarianten einer Dachaufstockung

Überhaupt hängt viel vom Zuschnitt und Zustand des Bestandsgebäudes ab. Nicht immer müssen Dächer abgetragen werden, um ein neues Geschoss aufzusetzen. Manchen Familien wäre schon mit einem höheren Kniestockheben geholfen, um das erwünschte Platzangebot herzustellen. Heute gibt es die technischen Möglichkeiten, das vorhandene Dach einfach anzu. Diese Art der „Aufstockung“ lohnt sich umso mehr, wenn das Dach unter bauphysikalischen Gesichtspunkten in einem gutem Zustand ist. Dabei wird die schützende Haube vom Baukörper getrennt und mit einem Kran nach oben gezogen. Die bestehenden Wände werden aufgemauert, bevor das alte Dach wieder aufgelegt und an den Baukörper angeschlossen wird.
Mit am einfachsten ist die Aufstockung eines Bungalows. Zum einen ist die Erdgeschosswohnung voll funktionsfähig und kann allein deshalb schon während der Bauarbeiten ohne große Einschränkungen weiter bewohnt werden. Zum anderen bietet sich ein Bungalow für so attraktive Lösungen an wie Wohnung mit Dachterrasse oder sogar das Haus auf dem Haus inklusive „Vorgarten“. Je nachdem, was der Bebauungsplan zulässt, muss sich im Rahmen einer Aufstockung nämlich niemand auf ein Stockwerk beschränken. Mit eineinhalb beziehungsweise zwei Vollgeschossen entsteht im Prinzip ein vollwertiger Neubau. Für einen maximalen Flächengewinn können jedoch auch vorhandene Garagen in die Überbauung mit einbezogen werden. Das lohnt sich selbst bei knappem Budget, ist doch jede erneute Erweiterung in späteren Jahren teurer, als wenn gleich ausreichend groß geplant wird. Sparen lässt sich an anderer Stelle, indem vorhandene Installationsschächte möglichst in direkter Linie weitergenutzt werden oder indem für die Aufstockung eine günstige Baukonstruktion gewählt wird.

Aufstockung in Holzbauweise

So hat, wer sich für eine Ausführung in Ständerbauweise entschließt, entscheidende Kostenvorteile. Diese Konstruktion aus Holz ist vergleichsweise leicht. Statische Probleme der Art, dass die alten Wände die ursprünglich nicht geplante Last nicht tragen könnten, treten gar nicht oder nur in sehr geringem Umfang auf. Das spart den Einbau teurer Verstärkungen mit Stahlträgern bis hin zu einer neuen Gründung. Kombiniert mit Innenwänden in Trockenbauweise bedarf es meist nicht einmal zusätzlicher Stützpfeiler im Erdgeschoss. Bei dieser Bauweise ist das Haus  in kurzer Zeit wieder wetterfest. Der Auszug der Bewohner während der Bauarbeiten erübrigt sich. Außer Deckendurchbrüchen für eine eventuelle Geschosstreppe und für die Haustechnik, die übrigens erst erfolgen, wenn die Außenhülle wieder intakt ist, bleibt die alte Wohnung relativ unbehelligt. Die kurze Aufbauzeit kann sogar noch stärker, nämlich auf ein bis zwei Tage verkürzt werden, wenn vorgefertigte Elemente in Holztafelbauweise verwendet werden. Diese Fertigwände sind bereits mit einer Installationsebene versehen sowie nach innen mit Gipskartonplatten beplankt und bieten daher ideale Startbedingungen für zusätzliche Einsparungen durch den Ausbau in Eigenregie. Wird darauf geachtet, dass die Verbindung zwischen Erdgeschoss und Aufbau sauber ausgeführt wird – so dürfen etwa keine Wärmebrücken entstehen –, ist das Neben- beziehungsweise Übereinander der beiden Baukonstruktionen völlig unproblematisch. Im Gegenteil, eine Holzkonstruktion verzeiht sogar kleine Fehler, da sie verwindungssteif und damit unanfällig gegen Rissbildung ist.

Mit einem Stockwerk obendrauf erhält man nicht nur doppelt so viel Wohnraum, man wertet das Haus auch deutlich auf. Dabei ist die Holzrahmenbauweise wegen ihres geringen Gewichts für Aufstockungen aller Art besonders geeignet. www.weberhaus.de

Aufgemauerte Aufstockung

Wer sein massives Ziegelhaus jedoch lieber massiv aufstocken möchte, steht trotzdem nicht vor unlösbaren Problemen. Selbst eine mangelnde Tragfestigkeit lässt sich, wie oben beschrieben, auf die notwendigen Anforderungen anheben. Bei einer Aufmauerung ist wichtig, dass der gleiche Stein verwendet wird, der in den alten Mauern steckt. Sonst treten durch das unterschiedliche Ausdehnungsverhalten schnell hässliche Risse in der Fassade auf. Auch wenn sich unter den Gesichtspunkten der Energieeinsparverordnung ein dickerer Mauerstein empfehlen würde ist es sinnvoller, am Ende den gesamten Baukörper einheitlich mit einem Wärmedämmverbundsystem zu versehen. Bei dieser Variante wird das Haus nach Abschluss der Arbeiten neu verputzt. Eine homogene Optik entsteht und Alt und Neu lassen sich nicht mehr unterscheiden, außer, der „Neuzugang“ wird bewusst durch eine andere Architektur oder einen farblichen Absatz herausgestellt.

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