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Energiekosten sparen durch Fensteraustausch

Altbauten verlieren einen beträchtlichen Teil der teuer bezahlten Heizwärme durch ihre Fenster, in Form von Abstrahl- und von Lüftungsverlusten. Ihr Austausch bringt entsprechend hohe Einsparungen. Aber man sollte nicht nur an die Fenster denken.

Wer es bereits getan hat, wird bestätigen, wie angenehm das Wohnen nach dem Fenstertausch ist. Keine kühl abweisenden Scheiben mehr im Winter, womöglich mit Eisblumen verziert, kein kalter Luftzug aus den Fugen. Und ruhiger ist es auch. Allerdings kommt es gelegentlich zu unerwünschten Begleiterscheinungen: Schimmel an den Laibungen und anderswo. Dann ist etwas schief gelaufen beziehungsweise es wurde zu kurz gedacht.

Vom Kastenfenster zur Wärmeschutzverglasung

modernes Fenster
Außen wetterfestes Aluminium, innen Kunststoff: Das komplizierte Kammersystem blockiert den Wärmedurchgang. Foto: profine

Alte Fenster sind die größten Wärmelecks im Baubestand. Auf Thermografien, Bildern der Wärmekamera, wie Energieberater sie benutzen, ist das meist überdeutlich zu sehen. Am meisten lassen die alten Einscheiben-Fenster durch. Kastenfenster – mit zwei einfach verglasten Flügelrahmen hintereinander – etwas weniger, so genannte Isolierfenster mit Zweifachverglasung, wie sie ab der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 üblich wurden, nur noch halb so viel. Einen riesigen Sprung machte die Entwicklung mit der Einführung silberbeschichteter Glasscheiben (Low-E-Beschichtung), die Sonnenlicht herein-, aber wenig Wärmestrahlung hinauslassen. Mit Edelgas gefüllte Scheibenzwischenräume waren der nächste Meilenstein, zugleich wurden die Rahmenprofile, ob aus Holz, aus Kombinationen von Holz und Aluminium oder aus Kunststoff (mit Dämmstoffen versehen und teils hochkomplizierten Kammersystemen) mehr und mehr zu Dämmprofilen. Die dreifachverglasten, passivhaus-tauglichen Fenster von heute haben nur noch einen Bruchteil der Wärmeverluste der alten Einscheibenfenster.

Dichte Fenster = Schimmelpilz?

Nun ist es aber mit dem Einbau der neuesten Technik nicht getan. Gerade in ungedämmten Altbauten aus den 1950er- und 1960er-Jahren können hochdämmende und dicht schließende Fenster zum Problem werden. Der Anfall an Luftfeuchte ist nach wie vor derselbe, die Luft wird jedoch nicht mehr durch Fugen und Ritzen abgeführt, dank der dauerelastischen Dichtlippen. Die Scheiben sind plötzlich sehr viel wärmer: während die Feuchte früher vor allem am kalten Fensterglas kondensierte, tut sie das jetzt zunehmend auch an Laibungen und Wänden. Eine Zeitlang unmerklich – bis sich der Schimmel ansiedelt. Man vermeidet das, in dem man das Haus insgesamt energetisch modernisiert. Dazu gehört die Dämmung der Außenhülle, die automatisch die Temperaturen an den Innenseiten der Außenwände erhöht. Kondensation von Luftfeuchte wird erschwert. Zudem muss man entweder sein Lüftungsverhalten anpassen, zum Beispiel öfter stoßlüften, oder eine Lüftungsanlage mit einbauen. Es werden inzwischen auch in den Fensteraufbau integrierte Lüftungen mit Wärmerückgewinnung angeboten

in Fenster integrierte Lüftung
Nach Einbau neuer, dichter Fenster herrscht oft dicke Luft. Lüftung mit Wärmerückgewinnung unter der Fensterbank kann eine Lösung sein. Foto: profine

Neue Fenster ohne Wärmebrücken

gedämmter Rollladenkasten
Viel Wärme entweicht in Altbauten durch den Rollladenkasten. Dieses Leck gilt es mit Spezialdämmstoffen zu schließen. Foto: BDB

Sowohl das ift Rosenheim, das „Institut für Fenstertechnik“, als auch die Sächsische Energieagentur SAENA weisen auf die Tücken beim Einbau neuer Fenster hin. Auf keinen Fall eine Arbeit für Laien, da hier schon geringfügige Fehler erhebliche Bauschäden nach sich ziehen können. Anschlüsse von Bauteil zu Bauteil sind immer eine heikle Angelegenheit, bei der sogar Profis aufpassen müssen. Den Kontakt zur Außenwand stellt der Blendrahmen oder Fensterstock her, in dem der Flügelrahmen mit der Verglasung hängt. Ihn ohne Wärmebrücken und Undichtigkeiten einzubauen ist die Kunst, innen und außen muss die Nahtstelle penibel abgedichtet werden. Durchlaufende Fensterbänke sind hervorragende Wärmebrücken und sollten durch thermisch getrennte Innen- und Außenteile ersetzt werden. Alte, meist undichte und ungedämmte Rollladenkästen tauscht man ebenfalls besser aus.

Wärmebrücke Fensterbank
Durchgehende Fensterbänke sind eine Wärmebrücke, thermische Trennung ist anzuraten. Foto: BDB

Fenster und Denkmalschutz

Die zuletzt 2009 novellierte Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) macht konkrete Vorgaben für den Fall, dass mehr als zehn Prozent der Fensterfläche betroffen sind. Dann müssen es Produkte mit einem Uw-Wert von 1,30 W/m2K oder darunter sein. Wird lediglich die Verglasung ausgewechselt, sind jetzt nur noch Ug-Werte von 1,10 W/m2K oder darunter erlaubt (zu Uw- und Ug-Wert: siehe Kasten). Handelt es sich jedoch um ein Baudenkmal, werden weniger strenge Maßstäbe angelegt. Denn alte Fenster prägen die Fassaden, mit ihren filigran gearbeiteten Profilen und Beschlägen. Sind sie nicht mehr zu erhalten, werden Replikate angefertigt. Kastenfenster aus Holz, mit Silikon-Dichtlippen und wärmereflektierend beschichteter Verglasung, sind ein guter Kompromiss zwischen denkmalgerechter Sanierung und modernem Wärmeschutz.

Fenster für Baudenkmäler
Eigens für Baudenkmäler und historische Häuser entwickeltes Holzfenster. Die Optik ist an die altehrwürdigen Vorbilder angelehnt, der Wärmeschutz ist auf dem heutigem Stand. Fotos: Kneer

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