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Früher wurden hauptsächlich kleine Fensterformate verbaut

Woran liegt es, dass Häuser früher oft nur mit kleinen und wenigen Fensterflächen ausgestattet wurden? Im Prinzip war es ein technisches Problem. Große Glasformate waren nicht nur zu teuer, sondern auch zu zerbrechlich und ließen viel zu viel Heizwärme ungenutzt nach draußen entweichen. Diese Zeiten sind längst vorbei. Bei modernen Zweischeiben-Isolierverglasungen ist ein U-Wert von 1,1 W/m2K inzwischen Standard und ein U-Wert von 0,8 W/m2K bei drei Scheiben kaum noch Luxus. Kein Vergleich zu den Fenstern mit Doppelverglasung und einem U-Wert von 3,0 W/m2K, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts eingebaut wurden, und erst recht kein Vergleich zur einfachen Einscheibenverglasung. Doch ist es mit einer reinen Erweiterung der Fensterflächen nicht getan, um zeitgemäßes Wohnen zu erreichen. Notwendig sind darüber hinaus ein bisschen Bauphysik und etwas Planungsgeschick, wenn die Renovierungs- oder Umbauarbeiten die Bewohner auf Dauer glücklich machen sollen.

Mehr Licht ins Haus bringt erst recht ein angebauter Wintergarten, der das Haus zum Wohnraum hin öffnet. Solarlux
Der Austausch alter Verglasungen senkt den Energieverbrauch beträchtlich. So spart der Hausbesitzer mit einem Klimaschutzglas ca. 30 l Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche ein. Flachglas-Markenkreis

Neue Fenster bringen mehr Licht und Wärmeschutz

Modernes Klimaschutzglas (Dreifach-Isolierglas) verfügt über hervorragende wärmedämmende Eigenschaften. Als besonders erhellend für den Wohnraum erweist sich eine bodentiefe Verglasung anstelle von normalen Fenstern. Flachglas-Markenkreis
Statt massiven Fachwerkmauern kam dem alten Haus eine großflächige Wintergartenverglasung zugute. Die Bewohner erhalten Licht und Sonne nun im Überfluss. Solarlux

Zum einen müssen die Rahmen zum Wärmedämmglas passen und ebenfalls gut isoliert sein, zum anderen passt die hochentwickelte Fenstertechnik oft nicht mehr zur Außenwand. Das Erste ist in der Regel dann sichergestellt, wenn aufgrund der vergrößerten Fensterflächen sowieso neue Rahmen gebraucht werden. Das Zweite zieht dann Bauschäden nach sich, wenn die Fenster besser dämmen als die Mauern. Sofern nicht in einem weiteren Schritt die Fassade gedämmt wird, kann bei einem falschen  Lüftungsverhalten Schimmelbildung in den Innenräumen auftreten. Die feuchte Raumluft, die zuvor durch die alten „undichten“ Fenster abzog, schlägt sich nun an den Fensterlaibungen und den sehr kalten Außenwandbereichen sowie vornehmlich in den Raumecken nieder. Mit der Zeit durchfeuchtet das Mauerwerk und schimmelt. Außerdem geht es nicht ohne
eine saubere und lückenlose Ausführung der Anschlussfuge zwischen Fensterrahmen und Wandöffnung. Nur so lassen sich Wärmebrücken vermeiden, die zu Energieverlusten und Feuchteproblemen führen, und nur so ist eine optimale Schalldämmung und Schlagregendichtheit gewährleistet. Abhilfe vor Spätfolgen? – Die bringt eine umfassend angelegte Gebäudesanierung als Gesamtkonzept und die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Architekten, der die energetischen und bauphysikalischen Aspekte berücksichtigt. Die ist gerade dann wichtig, wenn statt der Gesamtsanierung nur Einzelmaßnahmen ausgeführt werden und entsprechend Vorsorge getroffen werden muss. Darüber hinaus sollte während dem Einbau und im Anschluss daran unbedingt eine sorgfältige Kontrolle der Ausführung erfolgen!

Mehr und größere Fenster im Altbau

Beim Umbau werden die Grenzen von Budget und Statik beziehungsweise den Bauvorschriften gesetzt. Relativ einfach und effektiv ist eine Vergrößerung der Fenster zu raumhohen Elementen. Während in den oberen Räumen ein französischer Balkon vor Abstürzen bei geöffnetem Flügel schützt, wird im Erdgeschoss die Glastür zum Tor zum Garten. Im Sommer gehen hier das Außen und Innen fast nahtlos ineinander über und schaffen einen erweiterten Lebensraum. Wie breit das Tor zur Natur gezogen wird, hängt von den persönlichen Vorlieben der Bewohner ab. Wichtig ist ein Gespür für die entstehende Transparenz. Denn viele wollen mehr Licht im Haus, aber nicht jeder mag anschließend sozusagen auf dem Präsentierteller sitzen. Außerdem sind kuschelige Ecken, die sich vor allem durch schützende Wände ergeben, für manchen ein ähnlich wichtiger Wohlfühlfaktor wie Licht, der nicht zu unterschätzen ist. Es ist die Kunst des Planers, hier das richtige Maß zwischen den beiden Polen zu finden.
Damit der gewonnene Lichteinfall nicht sofort an der nächsten Wand gestoppt wird, bieten sich vor allem bei kleinteiligen Grundrissen weitere Durchbrüche im Inneren an. Dann schaffen großzügige Flächen Luft und Weite und aus einer ehemals dunklen Diele wird so ein einladender Empfangsbereich. Die lässt sich auch über die andere Seite erhellen. Moderne Haustüren aus Glas
sorgen dafür, dass der Lichtschalter im Flur tagsüber aus bleiben kann. Wer zudem einen verglasten Windfang davorsetzt, gewinnt an Fläche und Sichtschutz, ohne das gewonnene Licht zu verlieren.

Außergewöhnliche Lösungen für Licht im Haus

Mutige bauen die Fenstervergrößerungen zu architektonischen Glanzlichtern aus. Je nach Gebäudesituation und Nachbarbebauung lassen sich unkonventionelle Lösungen umsetzen, die zu regelrechten Eye-Catchern werden. Als Beispiel mag der komplett verglaste Giebel dienen oder das Dachflächenfenster im Treppenbereich, das nicht nur verbreitert wird, sondern direkt in die Fassade übergeht, über alle Stockwerke hinweg. Das macht den Eingangsbereich zur Wohnhalle mit Ausblick nach oben, mit wintergartenähnlichem Charakter. Manche Maßnahme ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn der Garten groß und das Haus vor allzu zudringlichen Blicken geschützt ist. Licht ohne Einsicht, aber mit Aussicht bietet dagegen ein verglaster First, der tagsüber für Stimmung und in sternklaren Nächten für reizvolle Ausblicke sorgt. Wer nicht gleich einen Wintergarten anbauen will, der ein sehr effektiver Licht- und Sonnenfänger ist, erzielt bereits mit einem Erker aus Glas oder einem verglasten Balkon eine gute Lichtausbeute. Das Pendant im Dachgeschoss ist die Gaube, vor allem dann, wenn seitliche Fenster den direkten Lichteinfall zu jeder Tageszeit ermöglichen.

Fenster müssen nicht immer klassisch gesetzt werden. Lichtbänder im Fußbodenbereich oder unter der Decke verteilen viel Tageslicht im Raum, ohne dass die Sonne aggressiv blendend eindringt. Außerdem gibt es von Herstellerseite besondere Lösungen für besondere Situationen. Für Flachdächer eignen sich beispielsweise Lichtkuppeln, die die Innenräume in sanftes Licht tauchen. Sogar fensterlose Räume können mit Licht versorgt werden: eine schlauchartige Röhre, die mit reflektierenden Spiegeln bestückt ist, wird im Dach eingesetzt und transportiert das Licht selbst über längere Strecken an den gewünschten Ort.

Selbst in geschlossene Räume kann jetzt natürliches Licht durch „Solatube“ gelangen. Interferenz
Dachverglasungen bieten ungeahnte Möglichkeiten für mehr Licht. Verason

Der Einsatz von Glas im Haus

Eine geschickte Planung lässt das gewonnene Licht auch ohne Wand- oder Deckendurchbrüche weit ins Innere des Hauses vordringen, beispielsweise in Räume im Untergeschoss. So nehmen Glaskassetten im Boden des Erdgeschosses, die überdies gestalterische Akzente setzen, den Kellerräumen die manchmal trübe Atmosphäre. Offene Treppen wiederum, kombiniert mit Trittstufen aus Glas, geben die Bahn frei. Die Sonnenstrahlen können durchschlüpfen und ihre Lichtspiele im Raum dadurch frei entfalten, dass die optische Dominanz der Treppenkonstruktion stark zurückgenommen ist. Und nicht zuletzt erfährt der von jeher bekannte Glasbaustein immer dann eine Renaissance, wenn Räume geteilt werden sollen, ohne dass Licht ausgesperrt werden darf. Eine weitere wichtige Komponente ist die Ausrichtung des Gebäudes. Fenster auf der Süd- und Westseite bringen neben viel Helligkeit einen enormen Wärmegewinn aus der Sonneneinstrahlung. Die Heizung muss im Winter wesentlich weniger arbeiten, dafür ist im Sommer ein guter Sonnenschutz unerlässlich. Auf der Nordseite eines Hauses dagegen muss dem Wärmeverlust vorgebeugt werden: entweder über kleinere Fensterflächen oder durch eine besonders gute Wärmedämmung von Glas und Rahmen. Somit verspricht eine gute Planung Energiegewinn hoch zwei: zur Lebensenergie, die  erwiesenermaßen durch Licht positiv beeinflusst wird, kommt die Sonnenenergie in Form von Wärme.

Durch die Kombination von mehreren Dachwohnfenstern lässt sich der Lichteinfall steigern. Velux
Mit Glasschiebetüren werden Räume getrennt und verbunden. Sprinz
Wo viel Licht ist, wird auch Schatten gebraucht, ganz bequem auf Knopfdruck. Elero
Zeitgemäße Dachwohnfenster lassen doppelt so viel Licht in den Raum wie Fassadenfenster und mehr als dreimal so viel wie Gaubenfenster. Velux

Bei der Auswahl von Fenstern achten auf:

• Größe und Wärmedämmung:
• Zu viel Wärme ist ebenfalls unerwünscht, weil sie schnell zum Treibhauseffekt führt. Die Sonnenschutzwirkung von Fenstern wird mit dem so genannten g-Wert angegeben, dem Gesamt-
energiedurchlasswert. Je niedriger dieser ist, desto weniger Wärme dringt ein, das heißt, desto höher ist der Sonnenschutz.
• Vor allem bei Fenstern in Südlage geht es zudem kaum ohne außen liegenden Sonnenschutz in Form von Markisen und Jalousien.
• Eine automatische Steuerung dieses Sonnenschutzes, die auf Raumtemperatur, Sonnenstand, Wind und Regen reagiert, entlastet die Bewohner von der „Anwesenheitspflicht“.
• Zunehmender Verkehr führt zu immer größerer Lärmbelastung. Wer an einer Hauptverkehrsstraße oder in der Nähe eines Flugplatzes lebt, sollte ein Fenster einer hohen Schallschutzklasse wählen.
• Sicherheitsglas ist für raumhohe Verglasungen im Obergeschoss ein Muss. Es hält auch dann stand, wenn jemand gegen eine Scheibe stürzt.
• Vor allem im Erdgeschoss können große Fensterflächen zu einem mulmigen Gefühl führen. Einbruchshemmende Fenster- und Türenelemente sind in entsprechende Widerstandsklassen eingeteilt und können über die Standardanforderungen hinaus ausgestattet werden – für einen ruhigen Schlaf.

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