Das Parkett konnte fast vollständig gerettet werden, in einem Raum aber hatte sich der Echte Hausschwamm eingenistet, Todesurteil für die betroffenen Hölzer. Teile der Wandvertäfelung waren vom Holzwurm befallen. Der Verfall betraf also mehr oder weniger nur die „Weichteile“ des Hauses und den Putz – jedoch nicht die Substanz.
Das verwaschen wirkende Blau der Fassade rührt von Naturpigmenten im Putzmörtel. Es bildet einen wohltuenden Kontrast zu den grellen Farben der Nachbarhäuser. Frank Huster kann den Hang zu den deckenden, leuchtenden Anstrichen nicht verstehen, die überall Stadtlandschaften verunstalten, nicht nur in den neuen Bundesländern.
Die hier gewählte Farbgebung hat dabei jedoch ebenfalls Signalwirkung: Sie weist darauf hin, dass es dieses Mal anders gelaufen ist mit der „Hoch-Sanierung“. Geld wurde nicht investiert, um mehr Geld herauszuholen, sondern um ein lebenswertes Konzept zu verwirklichen.
Gebot des Restaurators war gestalterische Zurückhaltung angesichts gebauter Geschichte. Lediglich einige seiner eigenen Schöpfungen hat er dem Jugendstil an die Seite gestellt, soweit er sie als passend empfand, in Form von puristischen Massivholzmöbeln und ebensolchen Leuchten, aus Aluminiumstäben und satinierten Glasscheiben. Oder in Form der Badausstattung.
Moderne in Maßen, nur ein bisschen – nachahmenswert!