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Wer in einer Solarsiedlung baut, muss Bedingungen erfüllen. Doch Familie Hintze nahm diese und viele andere Herausforderungenan und verfolgte beharrlich ihre Wunschvorstellungen.
Das Bauherrenpaar bewohnte eine Eigentumswohnung, die aber, nachdem ihr Sohn auf die Welt kam, deutlich zu klein wurde. Irgendwann in der Zeit um Weihnachten entschieden sie sich, ein Haus zu kaufen. "Ich baue nicht, den Stress tu ich mir nicht an", lautete damals das Credo von Carsten Hintze.
In der Folge schauten sie sich etliche Immobilien an und mussten feststellen, dass eine gute Lage auch einen höheren Preis nach sich zog. In der Konsequenz erfolgte ein Umdenken bei den Bauherren, sodass man sich nach einem Baugrundstück umsah.
Bei der Suche wurden sie von den Eltern unterstützt, die gerne auf ihren Spaziergängen potenzielle Parzellen besichtigten. Schließlich fanden Hintzes den perfekten Ort: Die letzte Baulücke in einem Neubaugebiet, mit guter Infrastruktur und einem grünen Wall als Abgrenzung.
Doch der Bebauungsplan hatte seine Tücken. Für Hintzes schien ein Neubau mit Flachdach gesetzt. "Mit dem hier vorgeschriebenen Pultdach haben wir uns sehr schwer angefreundet", erinnert sich Carsten Hintze. Zudem gehörte das Grundstück zu einem Solarsiedlungsprojekt, das Bedingungen bezüglich der Dämmung und der Energietechnik stellte.



Architekt Günter Multhoff erklärt: "In der Folge bedeutete dies konsequenten baulichen Wärmeschutz und Nutzung der Sonnenenergie. Um die Mehrkosten für ein hochwärmegedämmtes Haus gering zu halten und das Gebäude energetisch zu optimieren, sollte der Baukörper möglichst kompakt sein, mit großen zur Sonne geöffneten Fassaden- und Fensterflächen. Die Nordseite sollte dagegen eher geschlossen sein. Winddichtheit und eine effiziente Lüftungsanlage sind wichtige Bestandteile."

Trotz der Vorgaben bezüglich des Daches und der Ausrichtung des Gebäudes bot das Projekt dem Architekten genügend Spielraum für eine kreative Gestaltung, es hat ihm Spaß gemacht, betont Günter Multhoff. Und ähnlich wie der Bauherr ist auch er dadurch gezwungen, sich mit der rasch weiterentwickelnden Energietechnik auseinanderzusetzen.
Des Weiteren waren in der "Solarsiedlung" KfW-60-Standard, Solarthermie und Wärmepumpen vorgeschrieben. Zuvor hatten sich die Bauherren wenig mit den ökologischen Aspekten des Bauens beschäftigt. "Und plötzlich lernt man ganz neue Sachen kennen, setzt sich mit neuen Dingen auseinander und muss langfristig denken", resümieren Catharina und Carsten Hintze ihren persönlichen Lernprozess. Im Nachhinein sind sie froh, es so gemacht zu haben, was ohne die Vorschrift nicht passiert wäre.
Die Bauherren schwärmen von dem guten Raumklima, der angenehmen Luftzirkulation, dem niedrigen Verbrauch - und sind von ihrem Technikpaket aus Luftwärmepumpe, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie solarer Warmwasserbereitung begeistert. "Ich bin von keinen Rohstoffen mehr abhängig", bringt es Carsten Hintze auf den Punkt.
Zwar erforderte die Wärmepumpe eine Mehr investition von ca. 4.000 Euro, die sich aber nach Meinung des Bauherrn in drei bis vier Jahren amortisiert haben wird. Verteilt wird die Wärme über eine Fußbodenheizung, Heizkörper empfindet das Paar als optisch eher störend. Untergebracht ist die komplette Haustechnik im Hauswirtschaftsraum.
Der Verbindungsgang zwischen Garage und Wohnhaus bildet ein praktisches und architektonisches Highlight. Die Bauherren ließen den Verbindungstrakt mit speziellen, witterungsbeständigen Holzplatten der Firma Trespa verkleiden.
Fotos: Stefan Fister
Bauweise: zweischaliges Mauerwerk aus Poroton
Wohnfläche: 160 m²
Umbauter Raum: 950 m³
Architekt: Merschmann-Multhoff-Architekten
Internet: www.merschmann-multhoff.de
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