Glasfassade im Neubau: Bauen mit Glas für schöneres Wohnen

Kälteschutz war früher wichtiger als eine schöne Aussicht und helle Wohnräume, also fielen die Fenster klein aus. Glücklicherweise müssen Bauherren solche Kompromisse heute nicht mehr eingehen – im Gegenteil: Große Glasflächen, wie z.B. eine komplette Glasfassade, sind angesagt.

Bauen mit Glas kann viele Funktionen hervorbringen, in erster Linie bringt es aber Licht und Sonne in die Räume. Gleichzeitig nimmt heute das Thema Energieeffizienz eine der wichtigsten Rollen beim Hausbau ein, sodass eine gute Wärmedämmung der Fenster und anderer Glasflächen als selbstverständlich vorausgesetzt werden muss.

Wände aus Glas bieten den Bewohnern die große Freiheit. Von der Wohnzimmercouch aus kann man hier den Wechsel der Jahreszeiten im Garten beobachten. Der große ...
... Wohnraum mit beeindruckender Glasfassade macht es möglich. Eine schöne Einheit bilden Küche und Esszimmer, dank zweiter großer Fenstertüren ist auch das Esszimmer schön hell. Das Elternschlafzimmer unterm Dach ist in zwei Räume aufgeteilt und bietet hervorragende Rückzugsmöglichkeiten. (Fingerhut)

Einbahnstraße für die Wärme

Bei den Superwarmgläsern „iplus 3L“ und „iplus 3CL“ gelang es, den Energiegewinn (g-Wert) auf 55 % zu erhöhen – ohne Abstriche bei der Wärmedämmung. Die Lichtdurchlässigkeit konnte auf 72 % gesteigert werden, bei gleichzeitig hoher Farbneutralität bzw. Klarheit der Beschichtung. (Interpane)

In der Vergangenheit wurden Häuser mit kleinen Fenstern ausgestattet, nicht zuletzt deshalb, weil Fenster die Schwachstellen in der Wärmedämmung des Gebäudes waren. Heute bietet gutes Wärmedämmglas einen U-Wert von 1,1 W/(m2K), Dreifach-Wärmedämmglas sogar einen U-Wert bis zu 0,5 W/(m2K). Damit dämmen sie so effektiv wie ein gut isoliertes Mauerwerk und ermöglichen darüber hinaus noch passive Sonnenenergiegewinne.

Moderne Gläser in einer Glasfassade schaffen die früher unvereinbare Kombination von guter Dämmung bei gleichzeitigem guten Gesamtenergiedurchlassgrad und hoher Lichtdurchlässigkeit. Vereinfacht gesagt, bedeutet dies: Sonnenstrahlen passieren das Glas weitgehend ungehindert, was zu solaren Energiegewinnen führt. Aber der „Rückweg“ für die Heizwärme ist versperrt. Die Funktionsschichten des Glases lassen die Raumwärme nicht wieder nach draußen. Damit steigt beim Bauen mit Glas auch der Wohnkomfort, da die Temperatur auf der raumseitigen Glasoberfläche selbst an kalten Wintertagen kaum von der Raumtemperatur abweicht.

Sicht- und Sonnenschutz

Ob angebauter oder integrierter Wintergarten – im „Glashaus“ wohnt es sich das ganze Jahr über besonders angenehm, vorausgesetzt, man sorgt für ein angenehmes Klima durch moderne Lüftungs-, Klima- und Beschattungstechnik. (Schennjesse)

Wer mit einer Glasfassade Ausblicke genießen will, muss zumindest bei enger Nachbarschaft auch mit Einblicken rechnen. In manchen Situationen möchte man diese Transparenz sicherlich etwas einschränken, dafür eignen sich dann die klassischen Beschattungssysteme wie Holzlamellen oder Jalousien, natürlich auch jede Art von Vorhängen.

Beim Bauen mit Glas gibt es jedoch vor allem noch den Aspekt Raumklima. Gerade im Sommer, wenn es draußen warm ist und die Sonne auf die Glasscheiben scheint, kommt die Bewährungsprobe für die gläsernen Bauteile. Abhilfe schaffen entweder ein außen oder innen angebrachter Sonnenschutz oder Spezialglas. Letzteres hat die Aufgabe, möglichst viel Wärme-Energie, die auf das Fenster trifft, vom Raum abzuhalten. Gleichzeitig sollte es eine hohe Durchlässigkeit für sichtbares Licht aufweisen. Dieses Kunststück wird durch unterschiedliche Beschichtungen und Einfärbungen von Isoliergläsern gemeistert. Sonnenschutzgläser gibt es demnach in diversen Ausführungen: reflektierend oder absorbierend, mit augenfälliger Tönung oder farbneutral. Mit einem guten Belüftungssystem ist man ebenfalls auf der sicheren Seite.

Bauen mit Glas: Gut für Umwelt und Mensch

Die Sonne ist aber nicht nur gut für die Energiebilanz: Wissenschaftler weisen immer wieder darauf hin, dass natürliches Tageslicht das Immunsystem des Menschen stimuliert, seinen Bio-Rhythmus, Hormonhaushalt und Stoffwechsel steuert und insgesamt die Gesundheit, Stimmung und Leistungsbereitschaft fördert. Natürlichem Tageslicht ist also immer der Vorzug vor künstlichem Licht zu geben.

Im modernen Hausbau gibt es mit einer großen Glasfassade, Fenster- und Glastürenelementen, Wintergärten, Glaserkern, Lichtbändern, verglasten Giebelseiten, Glasdächern usw. viele Möglichkeiten der architektonischen Umsetzung.

Große Glasflächen, die sich bei Bedarf auch noch komplett öffnen lassen, erlauben an schönen Tagen ein völlig neues Wohngefühl. Ohne eine gut geplante Beschattung wird das ...
... Wohnen hinter viel Glas aber auch schnell unerträglich. (Elero)

Wichtige Kennwerte

Der U-Wert (früher k-Wert) ist ein Maß dafür, wie viel Heizwärme durch die Verglasung nach außen verloren geht. Je kleiner er ist, desto geringer der Wärmeverlust und desto besser die Wärmedämmung. Die Maßeinheit ist W/(m2K). Einfachverglasungen erreichten 5,8 W/(m2K), ältere Isoliergläser etwa 3,0 W/(m2K), moderne Isoliergläser hingegen 1,1 W/(m2K) und besser.

Der g-Wert gibt an, wie viel Prozent der Sonnenenergie durch das Glas ins Innere des Gebäudes gelangt. Je höher der Wert, desto stärker heizt sich das Gebäude bei starker Sonneneinstrahlung auf. Daher ist der Wert besonders interessant, wenn man im Sommer allzu starke Aufheizung vermeiden will (niedrige g-Werte bei Sonnenschutzglas), oder aber beim „Solaren Bauen“, wo man die Sonne im Winter gezielt als „Heizung“ nutzt.

Der TV-Wert in Prozent gibt die Lichtdurchlässigkeit eines Glases mit einer eigenen Zahl an. Je höher dieser Wert, desto mehr sichtbares Licht gelangt durch das Glas. RW,P ist die maßgebliche Kennzahl beim Schallschutz des Glases, gemessen an Normgrößen in dB (Dezibel): Es gibt an, um wie viel dB der Außenlärm durch das Glas abgedämpft wird. Eine Reduzierung um 10 dB bedeutet bereits eine Halbierung des Lärms – moderne Schallschutzgläser erreichen heute bis zu 52 dB. (Quelle: www.glasambau.de)

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