Die Grundformen Quadrat, Dreieck, Kreis, dazu weiße Würfelarchitektur und Stahlrohrmöbel – das sind Assoziationen, die meist mit dem Begriff „Bauhaus“ bzw. "Bauhausstil" einhergehen. Die sachliche Formensprache der Architekturepoche zu Beginn des 20. Jahrhunderts, auch „Neues Bauen“ oder „Funktionalismus“ genannt, gilt bis heute als "moderne Architektur". Tatsächlich entstand sie als eine Reaktion auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungen im Zuge der industriellen Revolution seit den 1850er-Jahren.
Die Architekten standen damals vor neuen Bauaufgaben und ungewohnten Dimensionen: Sie sollten Brücken bauen, Fabriken, Bahnhöfe und Großkaufhäuser. Für die neuen Gebäudetypologien gab es jedoch keine entsprechende Ästhetik und die fortwährende formale Anleihe bei den früheren Stilepochen – auch als Historismus bezeichnet – war unbefriedigend, da sie als willkürliche Dekoration empfunden wurde.