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Die novellierte Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) vom Oktober letzten Jahres hat die Anforderungen an die energetische Qualität von Neubauten drastisch verschärft. Viele Bausachverständige weisen auf Mehrausgaben für Bauherren in Höhe von fünf Prozent hin, allerdings amortisiert sich die Investition wegen niedriger Betriebskosten nach einigen Jahren. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Beratung, um die richtige Entscheidung zu treffen. Das Problem beim Ener­giesparen im Neubau ist die Wahlfreiheit. Wer neu baut, der kann sich weitgehend frei entscheiden, wie er Energie einsparen will, entweder durch den Einsatz regenerativer Energien, durch moderne Anlagentechnik, durch hervorragende Dämmung oder durch einen Mix aus mehreren Varianten. „Die bestmögliche Lösung wird daher immer individuell und maßgeschneidert sein müssen“, erklärt Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). Dabei ist der Anteil an regenerativen Energien zu berücksichtigen, die seit Jahresbeginn ohnehin vorgeschrieben sind.

KfW-Förderung
Das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ können Bauherren auch seit Einführung der neuen EnEV im Herbst 2009 in Anspruch nehmen. Die KfW-Förderbank hat ihr Förderangebot an die EnEV 2009 angepasst und für Neubauvorhaben durch neue, zusätzliche Förderstufen für KfW-Effizienzhäuser ergänzt. Die Zins- und Zuschusskonditionen sind umso attraktiver, je höher die Energieeffizienz des Neubaus ausfällt. Fürs KfW-Effizienzhaus 85 beträgt der Zinssatz ca. 4,06%, fürs KfW-Effizienzhaus 70 liegt er bereits bei nur noch 2,47%. Die Fördersumme beträgt maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit.

Energiesparen per Haussteuerung von Moeller
Energiesparen lässt sich auch mit Hilfe einer modernen, intelligenten Haussteuerung. Moeller

 

Je kleiner, desto besser
Der Jahres-Primärenergiebedarf wurde seit 1. Oktober 2009 gegenüber der Vorgängerregelung aus dem Jahr 2007 um 30 Prozent gesenkt. Das heißt, das KfW-Effizienzhaus 70 (nach alter EnEV 2007) wurde zum KfW-Effizienzhaus 85 (nach neuer EnEV 2009) und das KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2007) wurde zum KfW-Effizienzhaus 70 (EnEV 2009). Die strengsten Anforderungen ans Energiesparen erfüllt aktuell das KfW-Effizienzhaus 55. Die Zahl hinter „KfW-Effizienzhaus“ gibt an, wie hoch der Jahres-Primär­energiebedarf in Relation zu einem vergleichbaren Neubau nach den Vorgaben der EnEV 2009 (Referenzgebäude) sein darf. Ein KfW-Effizienzhaus 70 hat zum Beispiel höchstens 70 Prozent des Primärenergiebedarfs des entsprechenden Referenzgebäudes. Allgemein gilt, je kleiner die Zahl, desto niedriger und besser das Energie­niveau. Neben dem Primärenergiebedarf bestimmt auch der Wert des Wärmeverlustes über die Gebäudehülle (Transmissionswärmeverlust) die Energieeffizienz eines Gebäudes. Beispielsweise darf der Transmissionswärmeverlust beim KfW-Effizienzhaus 70 max. 85 Prozent eines den Vorgaben der EnEV 2009 entsprechenden Neubaus (Referenzgebäude) betragen.

Wie lässt sich Energie sparen?
Die geforderten Werte für den Jahres-Primärenergiebedarf und den auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche des Gebäudes bezogenen spezi­fischen Transmissionswärmeverlust sind zum Beispiel durch Kombinationen folgender Maßnahmen zu erreichen:

• Hoch wärmegedämmte Außenwände, Kellerdecke, Dach bzw.
oberste Geschossdecke gegen ein nicht ausgebautes Dachgeschoss
• Zweischeiben- oder Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung mit
wärmedämmenden Fensterrahmen
• Minimierung von Wärmebrücken
• kontrollierte Lüftung mit mehr als 80% Wärmerückgewinnung
• Luftdichte Gebäudehülle
• Thermische Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasserversorgung und Heizung. Die Solaranlage sollte mit einem geeignetem Funktionskontrollgerät bzw. Wärmemengenzähler ausgestattet sein und das europäische Prüfzeichen Solar Keymark tragen oder die Anforderungen des Umweltzeichens RAL-UZ 73 erfüllen
• Energieeffiziente Heizung (Biomasse, effiziente Wärmepumpe, eventuell Zusatzheizung für die Zuluft). Wärmepumpen sollten folgende Jahresarbeitszahlen
erreichen:
- Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen mindestens 3,7
- Luft/Wasser-Wärmepumpen mindestens 3,3
- Gasmotorisch angetriebene Wärmepumpen mindestens 1,2

Nur ein Fachmann kann einschätzen, welche Investitionen in Ihrem Fall sinnvoll und wirtschaftlich sind. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Die KfW-För­derbank gibt einen Beratungszuschuss dazu. Meist ist die Un­ter­schrift eines Energieberaters auf dem KfW-Antrag ohnehin erforderlich.

Solaranlage von Wagner Solar
Die regenrativen Energien müssen mit ins Energiekonzept des Neubaus eingebunden werden. Wagner Solar

Was muss ein KfW-Effizienzhaus erfüllen?

KfW-Effizienzhaus 85 (EnEV 2009)
• Jahresprimärenergiebedarf Qp 85% des Wertes für das Referenzgebäude nach EnEV 2009
• Transmissionswärmeverlust HT' 100% des Wertes für das Referenzgebäude nach EnEV 2009

Das Gebäude benötigt nur 85 Prozent des Energiebedarfs des Referenzgebäudes. Der Transmissions­wärmeverlust entspricht genau dem Wert des Referenzgebäudes nach EnEV 2009. Die Förderstufe wird für Neubauten zeitlich befristet voraussichtlich bis zum 30.06.2010 angeboten.

KfW-Effizienzhaus 70 (EnEV 2009)
• Jahresprimärenergiebedarf Qp 70% des Wertes für das Referenzgebäude nach EnEV 2009
• Transmissionswärmeverlust HT' 85% des Wertes für das Referenzgebäude nach EnEV 2009

Das Haus kommt mit 70 Prozent des Energiebedarfs eines vergleichbaren Referenzgebäudes aus.
Der Transmissionswärmeverlust muss 15 Prozent unter dem Wert des Referenzgebäudes liegen.

KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV2009)
• Jahresprimärenergiebedarf Qp 55% des Wertes für das Referenzgebäude nach EnEV 2009
• Transmissionswärmeverlust HT' 70% des Wertes für das Referenzgebäude nach EnEV 2009

Das Gebäude benötigt nur 55 Prozent der Energie, die ein Neubau in Deutschland maximal verbrauchen darf. Der Transmissionswärmeverlust liegt bei 70 Prozent im Vergleich zum Referenzgebäude. Es ist derzeit der höchste von der KfW gesetzte Förderstandard.

Mehr Infos: www.kfw-foerderbank.de, Tel.: 0 18 01/33 55 77, Mo.–Fr. von 8:00 Uhr bis 17:30 Uhr, bundesweit zum Ortstarif.

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