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Energiesparhäuser – Licht ins Dunkle

Die Verbrauchskosten für Heizung und Warmwasser verteuern sich spürbar, ein Neubau als Investition in die Zukunft muss neue Maßstäbe setzen. Bestnoten für baulichen Wärmeschutz und moderne Heiztechnik zeichnen vorbildliche Häuser aus. Damit Sie bei Niedrigenergiehäusern, KfW-60- und KfW-40-Häusern, Drei-Liter- und Passivhäusern noch durchblicken, bringen wir Licht ins Dunkle!

Energiesparen ist längst nicht mehr nur freiwillige Privatsache, denn der Gesetzgeber mischt sich mit Auflagen einerseits und finanzieller Unterstützung andererseits in die Pläne des Bauherrn ein.

Lese-Tipp

Dieser Ratgeber führt auf über 200 Seiten sehr ausführlich in das Thema Beheizung, Belüftung und Behaglichkeit von Wohngebäuden ein. Wir empfehlen die Lektüre allen Bauherren, die sich sehr intensiv mit dem Thema Energietechnik (bis hin zu den physikalischen Formeln) auseinandersetzen wollen: "ABC der Wärme in Wohngebäuden" von Wolfgang Waldschmidt, VWEW Energieverlag, 2006, Preis € 19,80 ISBN: 3-8022-0839-0

Verordnetes Sparen

Der Begriff Niedrigenergiehaus, für den es keine gesetzliche Grundlage gibt, beschreibt keine bestimmte Bauweise (Holz, Stein o. Ä.), Architekturform oder Maßnahme zur Energieeinsparung, sondern setzt Anforderungen an das energetische Niveau von Gebäuden fest. Ein Niedrigenergiehaus verbraucht nach allgemeinem Verständis ca. 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr für die Raumheizung. Die EnergieEinspar- Verordnung (kurz EnEV) wurde 2002 eingeführt, um bei Neubauten einen energetischen Standard festzuschreiben – mit einem Heizwärmebedarf von ca. 70 kWh pro Quadratmeter im Jahr. Die EnEV begrenzt den Primärenergiebedarf eines Hauses, erlaubt aber flexible Lösungen, da sowohl der Wärmeschutz als auch die Heizungs- und Lüftungstechnik in die Berechnungen mit einfließen. 

Erneuerbare Energien werden bevorzugt behandelt. Zahlreiche Kritiker werfen dem Gesetzgeber vor, mit den Anforderungen hinter gängigen Standards zurückzubleiben. Es sei im Neubau längst möglich, Energiebedarfswerte deutlich unterhalb den EnEV-Vorgaben zu realisieren. Besser als die gegenseitige Aufrechnung von Wärmedämmung und Anlagentechnik sei ein überzeugendes Gesamtkonzept, das trotz höherer Kosten durch seine Vorteile (Wirtschaftlichkeit, Wiederverkaufswert, Wertsteigerung etc.) den Bauherrn davon überzeugen sollte.

Stadtvilla mit baulichem Wärmeschutz und moderner Anlagentechnik
Dank hervorragendem baulichen Wärmeschutz und moderner Anlagentechnik konnten bei der "Stadtvilla" die gesetzlichen Vorgaben von 40 kWh/m²a Primärenergie für ein Passivhaus deutlich unterschritten werden.
Foto: Haacke
Sonnenfalle mit großer Kollektorfläche und riesigem Pufferspeicher
Wie eine Sonnenfalle wirkt der verglaste Vorbau. Durch die thermische Trennung vom Haupthaus sowie eine gute Verschattung und Belüftung ist der passive Sonnenertrag im Sommer gut regelbar. Mit 68 Quadratmetern Kollektorfläche und einem riesigen Pufferspeicher wird Vorsorge getroffen für kältere Tage.
Foto: Sonnenhaus-Institut

Finanzielle Anreize

Über die Vorgaben der EnEV hinaus, die jeder Bauherr einhalten muss, fördert die KfW-Bankengruppe (kurz KfW), eine Anstalt des öffentlichen Rechts, besonders energiesparende Häuser mit zinsgünstigen Krediten. Drei Möglichkeiten stehen zur Auswahl.

Das KfW-60-Haus muss zwei Kriterien erfüllen: sein Jahres-Primärenergieverbrauch (QP) darf max. 60 kWh/m² betragen und was seine Gebäudehülle betrifft, muss der Transmissionswärmeverlust (Ht') den in der EnEV angegebenen Höchstwert um mind. 30% unterschreiten.

Beim so genannten KfW-40-Haus gelten die gleichen Kriterien, allerdings sind die Anforderungen noch viel strenger. Für den Jahres- Primärenergieverbrauch (QP) gilt die Höchstgrenze von 40 kWh/m². Und der Transmissionswärmeverlust (Ht') der Gebäudehülle unterschreitet hier den in der EnEV angegebenen Höchstwert sogar um mind. 45%.

Die dritte Variante regelt die Anforderungen an ein Passivhaus: Auch hier darf der Jahres- Primärenergieverbrauch (QP) max. 40 kWh/m² betragen. Gleichzeit wird der Jahres-Heizwärmebedarf (Qh) auf max. 15 kWh je Quadratmeter Wohnfläche begrenzt. Neben einer optimalen Gebäudeform und maximaler Dämmung spielt die passive Solarenergienutzung eine wesentliche Rolle für das Passivhaus. Der Wärmebedarf ist so gering, dass auf eine konventionelle Heizung verzichtet werden kann. Stattdessen sorgt eine kontrollierte Lüftung mit Wäremrückgewinnung und Möglichkeit für geringe Nacherwärmung für Behaglichkeit in den Räumen.

Aber keine Angst, Sie als Bauherr müssen diese Berechnungen nicht selbst durchführen! Alle Angaben finden Sie im Energiebedarfsausweis, den ein Sachverständiger für jeden Neubau erstellt. Von Ihrem Hausanbieter erfahren Sie, welche Kriterien Ihr Neubau erfüllt. Mit dem Programm "Ökologisch bauen" unterstützt die KfW diese energiesparenden Häuser. Der maximale Kreditbetrag beträgt 50.000 Euro pro Wohneinheit sowie einem weiteren möglichen Kredit über 30% der Gesamtkosten (max. 100.000 Euro) aus dem KfW-Wohneigentumsprogramm. Die Konditionen der KfW-Kredite variieren mit Laufzeit, Anzahl der tilgungsfreien Anlaufjahre sowie der Dauer der Zinsbindung. Der Bauherr eines KfW- 40-Hauses erhält einen günstigeren effektiven Zinssatz als der eines KfW- 60-Hauses.

Was bedeutet ...

... Heizwärmebedarf?
Wärmemenge, die man zur Beheizung der Räume braucht.
... Heizenergiebedarf?
Heizwärmebedarf + Energieverluste des Heizsystems.
... Jahres-Primärenergiebedarf?
Energiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und die Verluste der Systeme.
... Drei-Liter-Haus?
Haus mit jährlichem Energiebedarf von max. drei Liter Heizöl/m², also 34 kWh, für die Beheizung.
... Passivhaus?
Max. Jahres-Heizwärmebedarf von 15 kWh/m².

Energiesparen in der Praxis

Die erwähnten Vorgaben können nur dann erreicht werden, wenn Wärmedämmung und Heiztechnik als gleichwertig betrachtet und optimal aufeinander abgestimmt werden. Zum einen betreffen die Maßnahmen die Haushülle, die bestens gedämmt und absolut dicht sein muss, um den Wärmeverlust zu minimieren (was oben als Transmissionswärmeverlust in die Berechnung eingeht). Die zusätzlichen Dämmmaßnahmen beziehen sich auf alle Bauteile, angefangen von der Bodenplatte über Außenwände, Decken, Dach bis hin zur Wärmeschutzverglasung der Fenster. Eine wärmebrückenfreie Konstruktion des Gebäudes bildet die notwendige architektonische Grundlage. Die Planung der erforderlichen Wärmeschutzmaßnahmen verlangt detaillierte Fachkenntnisse von den Beteiligten. Um den Wärmebedarf eines Gebäudes zu ermitteln gibt die EnEV Regeln vor, die Außentemperatur, Baumaterialien, aber auch interne Wärme- und Solargewinne berücksichtigen.

Dämmung mit Holzspänen
Ökologische Holzspänedämmung sorgt hier für ein gesundes und angenehmes Wohnraumklima.
Foto: Bau-Fritz

Neben den baulichen Maßnahmen kommt es auf eine innovative Heiztechnik an, die auf alternative Energien setzt. Als häufige Lösungen fällt die Wahl auf Wärmepumpen (Energie aus Erdreich, Wasser oder Luft), zwangsweise gekoppelt mit einer Fußbodenheizung, auf Solaranlagen sowie auf eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Um den Bauherrn komplett unabhängig von steigenden Energiekosten zu machen, bedarf es noch der eigenen Stromerzeugung. Eine Fotovoltaikanlage arbeitet wie ein privates Kraftwerk, Fotovoltaikzellen wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um. Damit lässt sich nicht nur der eigene Bedarf an Strom decken, sondern noch zusätzliche Einnahmen realisieren. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) mit lukrativen Einspeisevergütungen (bis zu 49,21 Cent pro Kilowattstunde) bietet durch eine garantierte Stromabnahme dem Bauherrn Kosten- und Planungssicherheit für die nächsten 20 Jahre. Aus dem KfW-Kreditprogramm "Solarstrom erzeugen" können max. 50.000 Euro pro Anlage finanziert werden.

Sonnenhaus Straubing: große Solaranlage, großer Solarspeicher und bestmögliche Wärmedämmung
Eine große Solaranlage, ein großer Solarspeicher und bestmögliche Wärmedämmung kennzeichnen das "Sonnenhaus Straubing". Der Jahresprimärenergiebedarf liegt nach Herstellerangaben bei 10,93 kWh/m² und unterschreitet damit den Wert von Passivhäusern.
Foto: ProMassivhaus
Mit Energiekonzept: Kollektorflächen fangen die Sonnenenergie ein und speichern sie in einem Solartank
Das Energiekonzept im Sonnenhaus: Große Kollektorflächen fangen die Sonnenenergie ein und speichern sie in einem über zwei Etagen reichenden Solartank. In den kältesten Wintermonaten wird der Speicher mit einem Holzofen nachgeheizt. Die Wärmeverteilung erfolgt über Flächenheizungen.
Foto: Sonnenhaus-Institut

Rechenexempel

Jeder Bauherr kann seine anfallenden Mehrkosten für die Investition in Extradämmung und die innovative Heiztechnik den Verbrauchskosten und der Einspeisevergütung der nächsten 20 Jahre gegenüberstellen. Unterm Strich ergibt sich daraus die Gesamteinsparung – einige Hausbauunternehmen bieten ihren Kunden eine solche übersichtliche Aufstellung übrigens als Serviceleistung. Trotzdem darf am Ende der "Faktor Mensch" nicht vernachlässigt werden. Eine energiebewusste Lebensweise der Bewohner auf der einen Seite oder verschwenderischer Umgang mit Wärme und Wasser auf der anderen Seite beeinflussen die Energiebilanz des Hauses erheblich.

Infos im Netz

Aktuell gültige Kriterien und Richtlinien zu Förder- und Kreditmitteln sowie weitere Informationen zum energiesparenden Bauen finden Sie im Internet auch unter:
www.den-ev.de
www.kfw.de
www.baufoerderer.de

www.bafa.de
www.vzbv.de
www.deutsche-energie-agentur.de
www.erneuerbare-energien.de

Das Konzept von "PlusEnergie" basiert auf einem neuen Wandaufbau: Die Außenwand "ÖvoNatur" ist nicht mit Styropor, sondern dazu mit Holz gedämmt. Mit dieser Dämmplatte unterschreitet sie die Energieeinspar- Verordnung um 65 %.

Hier wird der Hausherr zum Energieproduzent und deckt seine jährlichen Heiz- und Warmwasserkosten. Nach Abzug aller notwendigen Investitions- und Finanzierungskosten spart der Bauherr in 20 Jahren unterm Strich mehr als 12.000 Euro.

Haus "Komfort" in Energiesparweise verdankt seine ansprechende Optik der ausgefallenen Dachform. Die weitläufige Panorama- Gaube ist außen Blickfang und innen bietet sie lichte Räume und fast volle Geschosshöhe.

In die Liga der weltweit 40 innovativsten Häuser aufgenommen zu werden ist etwas Besonderes. Die Internationale Energieagentur wählte dafür unter anderem das Stadthaus und die Stadtvilla der Fertigbaufirma Haacke.

Diese architektonische Verführung aus Glas und Licht wurde harmonisch gepaart mit filigranen und pflegeleichten Lärchenholzfassaden. Der großzügige Dachvorsprung schützt die Sonnen- und Wetterseite.

"Vita-Cube" vereint gesundes, vitales Bauen aus Holz mit moderner Architektur. Angelehnt an die klassische Moderne wird durch einen spannungsreichen Wechsel eine intelligente Balance von Transparenz und Rückzug erreicht.

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