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Wir wollen in unserem Haus wohnen, sie wollen es fressen – holzzerstörende Insekten und Pilze, der Schrecken aller Hausbesitzer. Nun kommt es auf die richtige Art der Bekämpfung und des vorbeugenden Holzschutzes an.
Man könnte der Einfachheit halber die Lauten und die Leisen unterscheiden. Während die Larven holzzerstörender Insekten sich durch die Balken und Bohlen knabbern und man sie dabei belauschen kann, geht der Pilz in aller Stille ans Werk. Gefährlich sind beide. Lässt man sie gewähren, vernichten sie Werte und gefährden die Statik des Gebäudes.

Schadinsekten legen ihre Eier in Spalten und Ritzen des Holzes ab. Aus denen schlüpfen die Larven, die sich fleißig Gewicht anfuttern und dabei ihre Gänge fressen. Mitunter wird verbreitet, dass Balken historischer Häuser, 80 Jahre alt und älter, gegen den Befall gefeit sind. Leider stimmt das nicht, denn ist das Angebot der Umgebung schmal, werden auch sie besetzt. Die Verpuppung geschieht unter der Oberfläche, von dort aus nagen sich die Jungkäfer ins Freie. Man kann die einzelnen Arten am Bohrmehl oder „Genagsel“ und an Form und Größe der Ausfluglöcher erkennen. Die des Hausbocks zum Beispiel, der auf Nadelbäume geht, sind oval und messen etwa 5 mal 10 Millimeter.
Unter den Pilzen sind die gefährlichsten die sogenannten Schwämme. Sie bestehen aus dem Fruchtkörper und den Myzelien, den Geflechten, die sie tief in die Bausubstanz treiben, um sich mit Nahrung zu versorgen. Ab einer Holzfeuchte von 45 Prozent können sie sich entwickeln, manche Sorten brauchen 60 Prozent und mehr. Der Echte Hausschwamm ist der Überlebenskünstler schlechthin: in trockenem Holz kann er sich sein Wasser über seine Myzelien aus feuchten Bauteilen der Umgebung heranholen.
Besteht der Verdacht auf Insektenfraß oder Pilzbefall, sollte man schleunigst Experten hinzuziehen, eventuell sogar mehrere. Es ist mitunter auch für den Fachmann nicht leicht, Art und Schwere genau zu bestimmen. Er muss feststellen, ob der Befall akut ist oder alt, wie stark das Material bereits geschädigt ist. Daraufhin wird er gezielte Gegenmaßnahmen vorschlagen, zur Bekämpfung und zum vorbeugenden Schutz.
Betroffene Hölzer müssen, abhängig vom Grad der Zerstörung, entweder entfernt werden, oder es wird der jeweilige Schädling abgetötet, was chemisch geschehen kann oder thermisch. Es haben sich zwei Verfahren bewährt: die betroffene Substanz wird über eine gewisse Zeit heißer Luft ausgesetzt, solange, bis die Schadorganismen abgestorben sind. Zwei andere Methoden, die jedoch nur in kleinen Bereichen angewendet werden können, nutzen Mikrowellen beziehungsweise hochfrequente Wechselfelder. Es handelt sich sozusagen um Elektrosmog im Dienste der Schädlingsbekämpfung. Allerdings sind die genannten Verfahren keine Absicherung gegen erneuten Befall.
Was die Vorbeugung angeht, haben Holzschutzmittel mit Bioziden und Fungiziden (gegen Pilze) seit den 1980ern einen schlechten Ruf. Konstruktiver Holzschutz ist immer angebracht – weite Dachüberstände, dichte Dächer, ausreichende Belüftung.
Doch warnen nicht wenige Sachverständige davor, völlig auf die Chemie zu verzichten.
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat seinen kostenlosen „Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel“ 2008 aktualisiert.
Zu bestellen über die Website www.bmelv.de, oder auch als Download.
Sachverständige in der Region findet man über den Deutschen Holz- und Bautenschutzverband: DHBV, Deutscher Holz- und Bautenschutzverband e.V., Hans-Willy-Mertens-Str. 2, 50858 Köln, E-Mail: info@dhbv.de, Tel.: 0 22 34/4 84 55
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