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Hinter Massivbauweise verbirgt sich nicht etwa ein bestimmtes einheitliches Bausystem – zu groß ist dafür die Vielfalt der angebotenen Baumaterialien und Verarbeitungsweisen.
Früher waren Fertigbau und Massivbau zwei klar getrennte Bereiche. Die Fertigbaufirma fügte ruck, zuck aus Holzrahmen-Elementen das schlüsselfertige Haus zusammen. Im Massivbau mussten die Gewerke von Maurern, Zimmerleuten, Fliesenlegern, Sanitär- und Elektroinstallateuren koordiniert werden. Fertighäuser waren typisiert, Massivhäuser eher individuell. Eine Grenzziehung, die längst nicht mehr stimmt.
Kaum jemand ist heute noch bereit, ein Jahr oder länger auf sein Haus zu warten. Unternehmen, die aus Überzeugung massiv bauen, bieten oft genug alle Gewerke aus einer Hand an.
Die Mauersteine sind größer geworden, Mörtel wird sparsam eingesetzt, dank des Dünnbett-Verfahrens. Oder es wird gleich das Trockenmauer-Verfahren angewendet.


Plansteine mit äußerst geringen Maßtoleranzen lassen sich auch von ungeübten Bauherren erarbeiten, die schon beim Rohbau Eigenleistung einbringen wollen. Andererseits sind Fertighäuser mittlerweile längst keine Häuser von der Stange mehr.
Was Fertighäusern aus Holz, Holzwerkstoffen und Dämmstoff im Laufe der letzten Jahrzehnte einen Punktvorteil verschafft hat, ist der Wärmeschutz. Klare Sache aus Sicht der Bauphysik: je höher die Rohdichte, desto besser zwar die Schalldämmung, desto schlechter aber auch das Wärmedämmvermögen.


Massive Wände müssen entweder mehrschalig oder mit hochdämmenden Leichtbaustoffen – Porenbeton, Bimsleichtbeton usw. – ausgeführt werden. Baustoffe mit hoher Rohdichte sind allerdings auch gute Wärmespeicher, die abrupten Temperaturwechseln "die Spitze nehmen" und die Energiebilanz des Hauses auf diese Art verbessern.
Das Vorurteil vieler Bauherren – wenn es denn eines ist – wird zumindest von den Banken mitgetragen. Sie schätzen die Werthaltigkeit und damit den Wiederverkaufswert von Massivhäusern höher ein und beleihen sie entsprechend großzügiger.



Dabei geht es nicht so sehr um den Brandschutz als um die Unterhaltungskosten, die laut offizieller Statistik bei den massiven Baustoffen geringer sind. Für viele eines der gewichtigsten Argumente für den Massivbau.

Bilden Sie rechtzeitig Rücklagen für die Instandhaltung des Hauses. Wie viel Sie zurücklegen müssen, sagt Ihnen die "Peter’sche Formel": Zunächst multiplizieren Sie die Baukosten mit 1,5. Anschließend teilen Sie das Produkt durch Wohnfläche und Nutzungsdauer.
Für Massivhäuser setzen Sachverständige eine Nutzungsdauer von 80 Jahren an. Den errechneten Betrag sollten Sie je m² Wohnfläche im Jahr zur Seite legen.
Berechnungsbeispiel: Die Baukosten für ein Einfamilienhaus mit 200 m² Wohnfläche betragen 200.000 Euro. Das heißt 200.000 Euro mal 1,5 und dann geteilt durch 80 ergibt 3.750 Euro Rücklage pro Jahr.
Quelle: Massiv mein Haus
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