Im Dachgeschoss empfehlen sich für den Fußboden Estrichplatten aus Gips und Holzwerkstoffen, da sie ohne Feuchte verarbeitet werden können und außerdem leichter sind als Fließestrich. Betondecken werden mit PE-Folie ausgelegt, auf ihr werden die Platten miteinander verklebt und verschraubt. Massive Zwischenwände aus Ziegeln, Betonelementen, Porenbeton-, Beton- oder Kalksandsteinen werden ausschließlich genau über tragenden Wänden in den unteren Geschossen aufgebaut. Mehr Freiheiten erlaubt die Leicht- oder Trockenbauweise. Üblicherweise sind es Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, die auf Gerüste aus Aluminiumrahmen montiert werden. Holzwerkstoffplatten werden seltener verwendet, Lehmbauplatten sind gerade erst im Kommen. Besondere Formate, kleiner und handlicher als üblich geschnitten, erleichtern den Transport durch enge Treppenhäuser. Nach dem Aufstellen und Verankern der Rahmen erfolgt das Einbringen der Elektro- und eventuell der Sanitärinstallation, dann der Dämmung. Anschließend wird die Konstruktion mit den Platten geschlossen. Im Badbereich benutzt man Platten mit Imprägnierung.


Ein Wohndachgeschoss braucht Tageslicht. Nach der DIN 5034 sollte die gesamte Fensterbreite zusammen mindestens 55 Prozent der Raumbreite ausmachen. Sonnenlicht hebt das Wohlbefinden, doch Verschattung ist unterm Dach fast schon überlebenswichtig, nicht nur im Sommer. Außenrollos oder -jalousien schützen am besten. Wohnqualität bedeutet daneben Kopffreiheit: nach der 2. Berechnungsverordnung zählt Grundfläche mit weniger als zwei Metern lichter Höhe nicht mehr zur Wohnfläche. Im Vorteil ist, wer den höheren Kniestock hat. Gauben sind ebenfalls ein Mittel, um zusätzlich Licht und Standhöhe zu bekommen. Sie bieten den Formenreichtum von Dächern im Kleinen: es gibt Spitzgauben, Flachgauben, Tonnengauben, um nur einige zu nennen. Für Abwechslung sorgt auch die Dachloggia, ein Einschnitt in der Dachfläche, „Sommersitz“ mit viel Ausblick, mit Verglasung auch als Dach-Wintergarten zu nutzen.


In Wohnbauten wird zunehmend das so genannte unbelüftete Warmdach erstellt. Zwischen dem Unterdach aus diffusionsoffener, wasserabweisender Folie, der Unterspannbahn, und der Dämmung gibt es keine Hinterlüftungsebene mehr, anders als im früher üblichen Kaltdach. Umso bedeutender ist eine lückenlose Luftdichtheitsschicht. Der klassische Aufbau von innen nach außen: Bauplatten, Dampfbremse = Luftdichtheitsschicht, Dämmung, Unterspannbahn (Unterdach), Lattung und schließlich Eindeckung. Man kann unter, auf und zwischen den Sparren oder in Kombination Dämmlagen anbringen. Unter den Sparren nimmt die Dämmschicht allerdings etwas vom Wohnraum weg. Eine ordentliche Lage, gerne mehr als die EnEV (Energie-Einspar-Verordnung) mindestens fordert, verringert die Abstrahlverluste (Transmissionswärmeverluste) und senkt damit die Heizkosten. Nur auf den reinen Isolierwert zu achten wäre hingegen kurzsichtig, ein Material mit etwas höherer Rohdichte kann nämlich ebenso den Hitzeschutz im Sommer übernehmen. Naturdämmstoffe aus zum Beispiel Hanf-, Flachs- oder Holzfasern haben sich in dieser Hinsicht hervorgetan. Sie können die Wärme speichern und zeitverzögert abgeben, den „Hitzedurchschlag“ abfangen. Mit wenig Mehraufwand kann der Bauherr übrigens gleich noch Haus und Dachraum vor Elektrosmog schützen, durch in die Dämmung integrierte Spezialfolien oder eigens zu diesem Zweck hergestellte Bauplatten, abgestimmt auf die jeweilige Belastung, seien es Mobilfunkmasten oder Hochspannungsleitungen. Nur saubere Arbeit garantiert gutes Wohnklima und geringen Energieverbrauch. Ist etwa die Dampfbremse „leck“ oder wurde sie schlampig verarbeitet, dringt Wasserdampf von innen in die Dämmung und macht sie auf Dauer unwirksam. Es kommt zu Schimmelbildung. Immer wieder kann man beobachten, dass Dämmung und Folien nachlässig angebracht werden. Noch viel zu häufig schneiden die nachfolgenden Handwerker zwecks Durchführung für Dachantenne oder Abgasanlage die Dampfsperre auf, ohne sie anschließend wieder korrekt zu verschließen. Nach Möglichkeit sollte die Luftdichtheitsschicht erst gar nicht durchbrochen werden, die Elektro- und Sanitärleitungen können hinter der Wandverkleidung geführt werden.


Vorgeschrieben ist eine Treppe mit mindestens 80 Zentimetern Laufbreite, in Mehrfamilienhäusern mindestens 100 Zentimeter – es versteht sich eigentlich von selbst, dass eine „Nottreppe“ nicht der richtige Zugang zur Wohnräumen unterm Dach ist. Beim Einbau einer Treppe muss man sich deswegen an die Landesbauordnung halten. Für Wohnraumzugänge gelten strengere Auflagen als für Treppen, die lediglich ins nebenher genutzte Dachgeschoss führen. Bedenken Sie bei Ihrer Planung auch, dass eventuell einmal sperrige Möbelstücke über die Treppe transportiert werden müssen. Bei gewendelten Treppen eignet sich hierfür auch ein ausreichend groß bemessenes offenes Treppenloch, d.h. der von der Treppe umgebene Raum, der eine Durchsicht von Geschoss zu Geschoss ermöglicht. Von der Form, bzw. dem Grundriss der Treppe hängt der benötigte Platz ab. Spitzenreiter im Raumbedarf ist die einfache, gerade Variante. Allerdings ist sie auch die sicherste und bequemste Form – vorausgesetzt, sie entspricht in Breite und Steigung mindestens den Sicherheitsnormen. Gewendelte Modelle gibt es in unzähligen Varianten, mit oder ohne Zwischenabsätze, zweiläufig, dreiläufig, viertel- oder halbgewendelt.
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