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Trittschall und Raum Schall

Schallbelastung
Foto: Haro

Während Sie im Wohnzimmer in Ruhe ein Buch lesen oder eine Fernseh­sendung verfolgen wollen, rumpelt es über Ihrem Kopf. Ihr Nachwuchs und seine Freunde spielen im Kinderzimmer im Dachgeschoss. Zu hören ist der sogenannte Trittschall, der durch die Bewegung auf einem Fußboden entsteht und in benachbarte Räume in alle Richtungen übertragen wird. Das kann den Familienfrieden auf Dauer stark beeinträchtigen.

Zusätzlich zum Trittschall gibt es noch den Raumschall, der durch Gespräche, Geräte, Tätigkeiten etc. erzeugt wird. Das Raumschallverhalten beschreibt das Geräusch im gleichen Raum, das Trittschallverhalten den Schalldurchgang durch die Decke in den darunter liegenden Raum.

Schallschutz lässt sich innerhalb der eigenen Wohnräume verbessern, indem zum Beispiel Wände von anschließenden Bauteilen entkoppelt werden. Nicht entkoppelte, leichte Wände können nämlich durch Schall wie eine Membran in Schwingungen versetzt werden und diesen über anschließende Wände und Decken in benachbarte Zimmer weiterleiten. Physikalisch entkoppelte Wände verbessern den Lärmschutz hingegen erheblich.

Trittschalldämmung

Abhilfe schafft eine gute Trittschall­dämmung. In der Regel erfolgt der Fuß­bodenaufbau mit Estrich aus Zement, Guss­asphalt oder ähnlichem. Darunter befindet sich dann eine elastische Schicht aus Mineralwolle, Polystyrol-Hartschaum, Holzfaserplatten, Kork oder anderen Materialien. In Holzhäusern kommen häufig auch Trockenestriche, also schwimmend auf Trittschalldämmungen verlegte Gips­faserplatten oder Spanplatten zum Einsatz. Masse schluckt Schall, daher kann mithilfe schwerer Gehwegplatten oder Schüttungen die Masse der Decke erhöht werden, um so Schwingungen zu verhindern. Ein weiterer Punkt betrifft die akustische Entkopplung der verschiedenen Schichten im Fußboden.

Für den Raumschall wiederum ist die Verlegetechnik entscheidend für die Stärke des Geräusch­pegels im Raum. Soll der Raumschall möglichst gering sein, muss die Wahl z. B. auf vollflächig geklebtes Parkett fallen. Es wird schubfest auf dem Untergrund fixiert. Die feste Klebung ist hinsichtlich der raumakustischen Eigenschaften wesentlich günstiger als die schwimmende Verlegung.

Teppich als Schallschutz

Teppich schluckt Schall
Foto: Vorwerk

Auch der eigentliche Fußbodenbelag kann für mehr Ruhe sorgen. Ein hochfloriger, dichter Teppichboden schluckt mit seiner textilen Oberfläche am meisten Schall, auch Tritte werden abgedämpft. Stein, Holz oder Laminat schlucken wegen ihrer glatten Oberfläche wenig Schall bzw. reflektieren den Schall wieder von ihrer Oberfläche. Ganzflächig verklebtes Parkett mindert den Trittschall, wohingegen schwimmend verlegte Böden, insbeson­dere Laminat, noch einen zusätzliches „Klacken“ beim Begehen erzeugen.

Recht auf Ruhe

Foto: Wienerberger

Schallschutzwerte und Schallbelastung werden in Dezibel (db) gemessen. Dies ist die Messgröße dafür, wie laut ein Geräusch ist. Dabei entspricht ein normales Gespräch ca. 50, durchschnittlicher Straßenverkehr ca. 70 db. Die DIN-Norm 4109 legt für normalen Schallschutz einen Grenzwert von 53 db, für erhöhten Schallschutz (Schallschutzstufe II) 46 db fest. Dabei ist nach dem Wortlaut der Norm erhöhter Schallschutz nur dann erforderlich, wenn dieser zwischen den Vertragspartnern eigens vereinbart worden ist. Allerdings hat die Rechtsprechung die Werte für einen erhöhten Schallschutz als mittlere Qualität angesehen und geht deshalb davon aus, dass im Rahmen des Bauvertrages ein solcher geschuldet ist.
Quelle: www.finanztipp.de

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