02.06.2013

Auf Fallen achten: die Kosten beim Hausbau

Ein Haus selber zu bauen (wenn auch nicht mit den eigenen Händen) ist die höchste Form des Wohneigentums. Dasselbe gilt für die Höhe des Investments –Grundstück, Baumaterial, Arbeitskräfte und Steuer summieren sich nämlich schnell in beträchtliche Höhen auf. Um hier alles im Rahmen zu halten, ist ein Blick auf einige der bekanntesten Kostenfallen hilfreich. Manche davon lassen sich schon durch einfaches Umdenken umgehen, andere wiederum erfordern ein wenig mehr kalkulatorisches Geschick.

Hinreichende Finanzplanung als A und O

Viele Bauherren machen den Fehler, die Baufinanzierung zu knapp zu kalkulieren. Bedeutet: Die Finanzierung richtet sich relativ stark nach dem Idealfall, was Dauer, Materialkosten und Verzögerungen während des Baus angeht. Der Hausbau ist allerdings ein großes Vorhaben mit vielen kleinen Stellschrauben; es ist nicht unwahrscheinlich, dass immer wieder Unwägbarkeiten eintreten werden. Das Stichwort lautet also Puffer. Praktisch kein Hausbau kommt ohne unvorhergesehene Reparaturen aus; es ist also kaum vorhersehbar, wo genau es haken wird, fest steht bloß, dass es passieren wird. Für eine erträgliche Finanzierung ist deswegen auch die Eigenkapitalquote wichtig. Ab 35 Prozent werden die Zinskonditionen angenehm günstig; auch spontan sind dann kleine Nachschläge möglich, falls nötig. Übrigens: Einer der häufigsten Gründe für Fehlkalkulationen beim Bauvorhaben ist die Überschätzung der Eigenleistung. Auch hier sollte also lieber zurückhaltend geplant werden.

Nicht am falschen Ende sparen

Auch in der Bau-Branche gibt es Firmen mit betrügerischen Absichten. Der beste Weg, diese zu erkennen: eine relativ knappe und / oder schwer nachvollziehbare Projekt-Vita kombiniert mit erstaunlich günstigen Preisen. Solche Bauunternehmen werden praktisch nur gegründet, um Kunden zu gewinnen und erste Teilzahlungen zu behalten – bevor es plötzlich mitsamt Geld in die Insolvenz geht. Um auf der sicheren Seite zu stehen, sollte also auch hier ein faires Budget für ein gutes, verlässliches Bauunternehmen eingeplant werden. Ob durch persönliche Empfehlungen oder Bekanntheit durch regionale Projekte, finden sich stets seriöse Anbieter mit absolut transparentem Leistungsangebot. Und falls doch der Versuch mit einem eher unbekannten Unternehmen gestartet wird: Ein möglichst exakter Bauplan inklusive genauer Zahlungsmodalitäten je nach Fortschritt schützt vor den schlimmsten Betrügereien.

Baunebenkosten realistisch einschätzen

Und wieder einmal ist Weitsicht gefragt: bei den Baunebenkosten. Diese nehmen einen größeren Teil der Gesamtkosten ein, als meistens vermutet. Um hier keinen Schiffbruch zu erleiden, müssen alle Faktoren in Betracht gezogen werden. Das fängt mit etwaigen Maklergebühren an und reicht bis hin zum Baugrund, der je nach Zustand noch weitere Arbeiten – und damit Kosten – nach sich ziehen kann. Die bis zu fünf Prozent Grunderwerbsteuer sowie Notarkosten von weiteren ein Prozent sind dagegen immerhin pauschal und können fix eingeplant werden. Angesichts der möglichen Posten ist es deswegen eigentlich nicht überraschend, dass die Baunebenkosten bis zu 30 Prozent der Baukosten ausmachen können – auch wenn viele Bauherren bei diesem Gedanken aus allen Wolken fallen. Und nicht zu vergessen: Auch Möbel und Einrichtung spielen bei der Gestaltung eines Wohnhauses eine wichtige Rolle für die Kostenplanung. Zusätzliche Reserven in der Baufinanzierung sind für diesen Zweck zwar nicht unbedingt existenznotwendig, erweisen sich aber als angenehm und attraktiv, da sie womöglich das ein oder andere Design-Special erlauben, an das vorher nicht gedacht wurde.


Bildquelle:  © djama - Fotolia.com