16.05.2017

Berufsunfähigkeitsversicherung (Handwerk)

Anders als Bankkaufleute, Verwaltungsangestellte oder Bankberater unterliegen Handwerker einem weitaus höheren Risiko, berufsunfähig zu werden. Entsprechend wichtig ist es gerade für diese Berufsgruppe, sich rechtzeitig adäquat abzusichern.

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Wissenswert ist, dass man in dieser Sparte zwischen sechs unterschiedlichen Risikogruppierungen unterscheidet. So sind Handwerksberufe mit einem geringen Gefahrenpotenzial der Kategorie 1 zugeteilt, während besonders gefährliche Handwerksberufe zur Kategorie 6 gehören. Je höher diese Gruppierung ist, desto höher sind letztlich auch die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Monatliche Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Die monatlichen Prämien für Handwerker zur Berufsunfähigkeitsversicherung werden in Anlehnung an die jeweilige Gruppierung ermittelt. So bemisst der monatliche Beitrag eines Fliesenlegers sage und schreibe 176 Euro. Dies liegt daran, dass diese Berufsgruppe der Kategorie 6, also der Gruppe mit dem höchsten Risiko, zugeteilt ist. Gesetzt den Fall, dass sie eines Tages Leistungen aus der BU erhalten müssen, betragen diese gerade einmal etwa 1.500 Euro pro Monat. Fliesenleger hingegen werden Monat für Monat mit etwa 124 Euro zur Kasse gebeten. Bei Gärtnern, die zur Risikogruppe 4 gehören, bemisst sich die Beitragshöhe auf derzeit 118 Euro. Auch hier beträgt die Höhe der Auszahlungen durch die Berufsunfähigkeitsversicherung 1.500 Euro pro Monat.

Die Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung liegen auf der Hand. So erhalten angestellte sowie auch selbstständige Handwerker im Bedarfsfall eine Erwerbsminderungsrente. Allerdings zahlt der Staat diese Rente nur dann aus, wenn Betroffene zuvor auch in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben. Was vielen Versicherten allerdings zunächst nicht klar ist, ist die Tatsache, dass in der BU-Versicherung nicht die berufliche Tätigkeit selbst abgesichert ist, sondern vielmehr die körperlichen Fähigkeiten. Hierbei ist unter anderem vom Gehen oder vom Treppensteigen die Rede.

Nicht ausschließlich auf die Berufsunfähigkeitsversicherung setzen
Auf dem Blog von Friendsurance erfahren interessierte Versicherungsnehmer unter anderem auch über die zu erwartende Höhe ihrer Erwerbsminderung. Fakt ist, dass dieser Betrag in der Regel bei gerade einmal rund 50 Prozent des letzten Nettolohns liegt. Übrigens können Versicherte nur dann von einer Leistung durch die Berufsunfähigkeitsversicherung profitieren, wenn sie erwerbsunfähig sind. Falls sie nach dem Unfall oder nach der Krankheit, die die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit verursacht hat, lediglich nicht mehr als Handwerker tätig sein, aber sehr wohl in einem anderen Bereich arbeiten können, wird eine finanzielle Hilfestellung durch die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht gewährt.

Der Blick hinter die Kulissen
Handwerker, die nach dem Schadensfall nur noch leichte Büro- oder Kassierertätigkeiten verrichten, müssen ihren Lebensunterhalt aus den daraus resultierenden Einnahmen bestreiten. Leistungen vom Staat mit Blick auf die Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten sie nicht. Insofern sind Versicherungsnehmer aus dieser Berufsgruppe in jedem Fall gut beraten, sich nicht nur über die Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern, sondern sich auch für den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung zu entscheiden. Auf diese Weise kann die Differenz zumindest teilweise kompensiert werden. Denn buchstäblich von jetzt auf gleich nur noch ein Einkommen zur Verfügung zu haben, das gerade einmal halb so hoch ist wie der vorherige, reguläre Arbeitslohn kann wahrlich existenzbedrohlich sein. Wer folglich diesbezüglich vorausschauend plant und handelt, ist auf der sicheren Seite.

Sicherlich sind die finanziellen Aufwendungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung relativ hoch. Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass die Leistungen im etwaigen Schadensfalle eher gering sind, lohnt es sich sehr wohl, über Alternativen nachzudenken. So entscheiden sich viele Handwerker unter anderem für den Abschluss einer privaten Unfallversicherung. Dabei sind die zu erwartenden Leistungen, die die Versicherung im Schadensfall gewährt, höher. Zugleich ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass bei einem Leistungsausfall aufgrund von Krankheiten keine finanzielle Unterstützung geboten wird.