16.05.2017

Härtere Strafen für Einbrecher

Das schreckliche Gefühl von Verunsicherung und Angst, das nach einem Wohnungseinbruch bleibt, kann die Politik keinem Einbruchopfer nehmen. Doch will man Einbrecher durch Androhung höherer Strafen vom Wohnungseinbruch abhalten. Eine am 10. Mai vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzänderung sieht vor, das Mindestmaß für Wohnungseinbruch auf 1 Jahr heraufzusetzen.

© thinkstock/sculpies

Wohnungseinbruch leider immer noch „lukrativ“
Ob Schmuck, Bargeld oder Unterhaltungselektronik, in deutschen Wohnungen gibt es immer mehr zu holen. Die Chancen für Einbrecher ungeschoren davon zu kommen, sind gering.  Von 100 Wohnungseinbrüchen werden nicht einmal 20 aufgeklärt (2016: 16,9 % bei über 150.000 Wohnungseinbrüchen). Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) liegt die Verurteilungsquote gar nur bei 2,6 Prozent! Mit der höheren Mindesthaftstrafe von 12 Monaten will man die Einbruchszahlen deutlich verringern. Zusätzlich soll der Strafbestand „minderschwerer Wohnungseinbruch“, bei dem lediglich eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten möglich ist, abgeschafft werden. Zur Aufklärung soll auch die Nutzung der Vorratsdatenspeicherung für Ermittler zugelassen werden. Die Bild-Zeitung tituliert gar, man hätte den Einbrechern den Krieg erklärt.

Härtere Strafen wirkungsvoll?
Ganz anders sehen es die Kritiker dieser Gesetzesänderung. Was viel mehr helfe als striktere Strafen, seien aufgeklärte Bürger, die mit wirkungsvollen Maßnahmen ihr Haus oder ihre Wohnung vor Einbrüchen schützen, und eine höhere Aufklärungsquote durch verbesserte Ermittlungsarbeit und mehr Personal. Denn steigt die Wahrscheinlichkeit geschnappt zu werden, gehen weniger Langfinger das Risiko ein. Um der Bevölkerung zu helfen, selbst gut vorzusorgen, wurde die Initiative „K-EINBRUCH“ ins Leben gerufen. Hiermit gibt die Kriminalpolizei weitere Tipps, wie man Einbrüchen vorbeugen kann.

Sinnvolle Schutzmaßnahmen
    •    Fenster und Türen bei Abwesenheit abschließen
    •    Fenster keinesfalls gekippt lassen
    •    Sicherheitsschlösser (erschweren Langfingern den Zutritt, Einbrecher brauchen länger, um ins Haus
         zu gelangen > höheres Risiko erwischt zu werden)
    •    wachsame Nachbarn

Bei einem Einbruch werden oft Türrahmen, Fensterscheiben oder andere Teile des Hauses in Mitleidenschaft gezogen. So werden laut der KFN-Studie in 67 Prozent der Fälle Türen oder Fenster aufgehebelt, zu 16,3 Prozent Glasscheiben eingeschlagen und Rollläden zerstört (1,1 %). Die Beschädigungen zu reparieren und oder beschädigte Gebäudebestandteile wieder zu ersetzen, kostet eine Menge Geld. Glücklich, wer da eine Wohngebäudeversicherung sein eigen nennt. Mit der richtigen Versicherung fürs Haus sind zumindest die finanziellen Sorgen vom Tisch.