07.06.2017

Hausbau - welche Heizungsarten sind sinnvoll?

Beim Hausbau stellt sich schnell die Frage: Welche Art zu heizen ist die beste? Soll es Öl, Gas, Holz oder Solar sein?

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Die Bedingungen und Voraussetzungen an das Haus sind verschieden und die Kosten hinsichtlich der Anschaffung und Nutzung variieren zum Teil erheblich. Jede Heizungsart hat ihre Vor- und Nachteile. Der folgende Ratgeber liefert nützliche Informationen, um die Auswahl zu erleichtern.



Elektroheizung: Hoher Stromverbrauch


Die Anschaffungskosten sind sehr günstig und die nahezu wartungsfreie Heizung ist besonders platzsparend anzubringen, die Heizkosten sind jedoch sehr hoch. Zudem wird die Effizienz als negativ bewertet. Wer dennoch eine Elektroheizung bevorzugt, kann zwischen mobilen Heizlüftern, Nachtspeicheröfen und Infrarotheizungen wählen. Dies macht die Auswahl sehr flexibel.



Vorteile Elektroheizung:



- sehr günstige Anschaffungskosten
- unmittelbare Erwärmung des Heizkörpers
- mobile Heizkörper erhältlich

- Ökostromtarif kann gewählt werden

- wartungsarm



Nachteile Elektroheizung:


- Stromkosten sind sehr hoch

- Gesamtwirkungsgrad ist schlecht

 




Mit Öl effizient heizen


Der Wirkungsgrad der Ölheizung ist mit bis zu 90 Prozent bewundernswert. Bei modernen Niedertemperatur-Anlagen sind es sogar 100 Prozent. Die Ölheizungen sind auf verschiedenen Wegen förderfähig. Unter www.effizienzhaus-online.de kann nachgelesen werden, welche Förderprogramme für die verschiedenen Heizungen genutzt und wie die Fördermittel beantragt werden können. Per Link kann es direkt zur Beantragung gehen. Bei einer Ölheizung können der günstigste Zeitpunkt und Lieferant gewählt werden. Die Voraussetzungen sind ein gewisser Platzbedarf, den der Heizkessel in Anspruch nimmt, sowie die Öltanks. Zudem sind Wartungen notwendig.



Vorteile Ölheizung:


- ausgereifte Technik

- hoher Wirkungsgrad

- günstiger Zeitpunkt für Ölkauf kann ausgewählt werden

- alte Heizungen günstig zu modernisieren



Nachteile:


- Anschaffungskosten höher

- Schwankende Rohstoffkosten

- Tank wird benötigt




 

Pelletheizung


Die Pelletheizung ist eine umweltfreundliche Heizungsart, denn sie arbeitet mit Holz, also unabhängig von fossilen Brennstoffen. Sie weist eine nahezu neutrale CO2-Bilanz auf. Die Holzpellets werden der Anlage automatisch zugeführt und verbrannt. In Bezug auf die Kosten für die Pellets kann gegenüber Öl und Gas eine große Ersparnis erzielt werden. Die Anschaffung und Umstellung auf die Pelletheizung sind jedoch mit hohen Investitionen verbunden. Doch auch hier werden wieder Zuschüsse gewährt. Zudem ist ein Raum für den Pelletkessel erforderlich. Ein Schornsteinfeger muss im Vorfeld den Schornstein abnehmen.



Vorteile Pelletheizung:


- Holz ist ein nachwachsender Rohstoff.

- Heizung ist CO2-freundlich.

- Holz ist günstiger.

- hoher Wirkungsgrad



Nachteile  Pelletheizung:


- Platz für Brennkessel und Pelletlager erforderlich

- Technik ziemlich teuer (Anschaffungskosten einer Pelletheizung belaufen sich auf rund 22.000 Euro.)




 

Mit Gas heizen


Das Gas wird in einem Brennraum innerhalb der Gasheizung entzündet. Bei der Verbrennung wird Wärme erzeugt, die in den Raum geleitet wird. Neben Erdgas werden auch Flüssiggase verwendet, wobei die Vorgehensweise gleich ist. Zu den Vorteilen gehören die preisstabilen Kosten und die verglichen mit einer Ölheizung geringeren Anschaffungskosten. Es wird kein Tank benötigt. Gas wird nach Verbrauch abgerechnet, während Öl auf Vorrat gekauft wird. Hinsichtlich Umweltschutz überzeugt die Gasheizung ebenfalls, da Gas sauberer als Öl verbrennt und somit weniger Schadstoffe erzeugt. Bei der Umstellung kann wieder eine staatliche Förderung beansprucht werden.

Vorteile Gasheizung:


- preisstabile Kosten

- umweltfreundlich

- kein Schornsteinfeger erforderlich



Nachteile Gasheizung:


- beschränkte Ressourcen

- Gasheizungen sind von Strom abhängig, sodass sie bei einem Ausfall nicht funktionieren



 

Fazit


Dies waren die Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizungsarten. Welche Heizung infrage kommt, muss jeder anhand der örtlichen Gegebenheiten und Vorlieben individuell für sich entscheiden. Nicht nur hinsichtlich der Brennstoffe und Benutzung, sondern auch in Bezug auf die Kosten unterscheiden sie sich. Wer zum Nulltarif heizen möchte, sollte sich für die förderungsfähige Solarthermie entscheiden. Hier wird die kostenlose Sonnenwärme genutzt.
SP