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Grundsätzlich geht es bei der barrierefreien Planung um stufenlose Zugänge, eine schwellenlose vertikale und horizontale Erschließung der Räume sowie ausreichende Raumgrößen und Türbreiten. Das lässt sich einfach und fast ohne Zusatzkosten in einen Hausentwurf integrieren. Entscheidend ist die Zugänglichkeit und Bedienbarkeit von Fenstern und Türen sowie genügend Platz vor Regalen, Schränken und Sitzmöbeln. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, gestaltet Küche und Bad altersgerecht und legt die Haustechnik per Fernbedienung steuerbar aus.

Das schönste barrierefreie Haus nützt nichts, wenn man es nicht betreten kann. Deshalb gilt auch für Garten und Erschließungswege: keine Treppen. Schon eine Stufe am Eingang ist für Nutzer einer rollenden Gehhilfe ein Hindernis. Stattdessen erleichtert eine sanft ansteigende Rampe den Zutritt. Als Belag eignen sich harte und rutschfeste Materialien. Ideal sind Platten mit griffiger Oberfläche ohne allzu große Fugen. Hauptwege müssen auch bei ungünstiger Witterung risikolos begeh- und befahrbar sein.
Befinden sich Klingel, Briefkasten und Türschloss auf 85 cm Höhe, können sie bequem auch vom Rollstuhl aus erreicht werden. Eine letzte Hürde vor Betreten des Hauses ist die Eingangstür: Sie ist oft wuchtig und deshalb schwer aufzudrücken. Automatische Türöffner erleichtern den Zutritt. Damit man dabei nicht über die Fußmatte stolpert, sollte diese in eine Aussparung eingelassen sein, sodass sie bündig mit dem Boden abschließt.


Eine gute Außenbeleuchtung dient der Sicherheit. Hilfreich ist eine automatische Lichtanlage, die auf Bewegung reagiert. Eine gut lesbare, weil beleuchtete Hausnummer kann im Notfall, wenn es um Sekunden geht, lebensrettend sein.
Möchte man sich im Haus sicher fortbewegen, sollten die Bodenbeläge fest verlegt sein. Gut geeignet sind Linoleum, Parkett, Korkplatten sowie Böden aus Kunst- und Naturstein. Lose Läufer dagegen sind Stolperfallen.
Treppen sollten gut beleuchtet sein und beidseitig einen durchgehenden Handlauf haben. Unterschiedliche Farben oder Materialien von waagrechten Tritt- und senkrechten Setzstufen machen den Auftritt deutlich sichtbar und reduzieren so die Unfallgefahr. Stufenunterschneidungen sind gefährlich. Man kann an den überstehenden Kanten leicht hängen bleiben. Gewendelte Treppen haben letztlich immer den Nachteil, dass man sie nur auf einer Seite – nämlich der mit dem breiteren Stufenende – sicher begehen kann. Bereitet das Treppensteigen irgendwann Schwierigkeiten, ist eine Nachrüstung mit einem Treppenlift möglich.
Türen sollten immer nach außen aufgehen. Ist jemand gestürzt, kann er auf diese Weise nicht den Zugang in den Raum versperren. So ist Hilfe im Notfall schnell zur Stelle.


Senioren verbringen mehr Zeit im Sitzen als junge Menschen. Ist die Brüstung ab einer Höhe von 60 Zentimetern transparent, ergibt sich auch aus dieser Position eine gute Sicht aus dem Fenster. Auf 85 Zentimetern Höhe platzierte Schalter und Beschläge sind für Menschen im Rollstuhl bequem erreichbar. Und auch Gehhilfen müssen nicht angehoben werden, um in dieser Höhe zu greifen.
Bringt man Lichtschalter zudem außen vor den Räumen an, erspart man sich ein mühsames Herumtasten im Dunkeln. Auch elektrisch bedienbare Rollläden, Schiebetüren und Fenster können den Alltag erleichtern. Von einer zentralen Stelle aus oder per Fernbedienung werden die entsprechenden Befehle gesendet. Für Fehlsichtige gibt es das Ganze mit Spracherkennung, für Gehörlose werden optische Signale eingesetzt.
Rampen im Außenbereich, schwellenlose Übergänge, breite Türen und Flure, ungehinderter Zugang zu allen Funktionseinrichtungen, Platz vor den Möbeln, sodass man sie gut anfahren kann, der Verzicht auf einen Keller dank Technikraum: all das zeichnet einen rollstuhlgängigen Grundriss aus.

Ausgabe: 5-6/2012
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