Gute Gründe für einen Balkonanbau

Trotz Garten und Terrasse fehlt bei schönem Wetter noch ein Platz im Freien: Die halbwüchsige Tochter möchte für sich sein beim Lesen oder Lernen, die Eltern hätten gerne eine Gelegenheit, sich von den spielenden Kinderhorden im Garten räumlich ein wenig zu distanzieren – Kontrolle von oben inklusive. Ab und an möchte man die Wäsche im frischen Wind trocknen lassen, sie aber nicht im Garten vor der Nase hängen haben. Gründe genug, nachzuholen, was beim Bau des Hauses versäumt wurde und nicht nur Mehrfamilien­häusern gut zu Gesicht steht: ein Balkon.

Nachträglicher Anbau eines Balkons

Man kann ihn im Nachhinein ohne allzu großen Aufwand an fast jede Fassade setzen. Prinzipiell stehen drei Konstruktionsvarianten zur Wahl: Vorstellbalkone werden auf Stützen selbsttragend vor die Fassade gestellt und mit Befestigungselementen am Haus verankert. Anbau-Balkone werden frontseitig durch Stützen getragen und sind wandseitig durch Konsolen mit dem Gebäude verbunden. Wo kein Fundament für Stützen möglich ist, kommen Kragarm-Balkone zum Einsatz. Hier dienen seitlich verlaufende Aufhängungen und Schienen, die punktuell an den Geschossdecken befestigt werden, der Lastabtragung.

Als Konstruktionsmaterial stehen feuerverzinkter Stahl, Aluminium und Holz zur Verfügung. Balkone gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Formen, als Fertigelement, Bausatz oder Maßanfertigung. Einige Her­steller bieten Systemlösungen an, bei denen alle übrigen Elemente wie Bodenplatte, Geländer, Wind- und Sicht­schutz­verkleidungen sowie Blumentopfhalterungen nach dem Baukastenprinzip in die Tragkonstruktionen eingesetzt werden können.

Bevor Sie mit den Maßnahmen beginnen, müssen Sie sich beim zuständigen Bauamt eine Baugenehmigung einholen. Als Unterlagen benötigen Sie den schriftlichen Bauantrag, eine Baubeschreibung, aktuellen Katasterauszug, Grundriss-, Schnitt- und Ansichtszeichnungen. Der Maßstab für die Bauzeichnungen sollte 1:100 betragen. Da es im Baurecht jedoch eine Fülle an Gesetzesvorgaben zu be­achten gilt, empfiehlt es sich, schon vor der Planung die Gemeinde einzuschalten.

Optimal ist die Beauftragung eines Architekten für Entwurf, Planung und Ausführung eines Balkonanbaus. Denn nur er kennt sich mit den baurecht­lichen Voraussetzungen aus und sorgt für die Einhaltung des festgelegten Qualitäts-, Zeit- und Kostenrahmens. Er kann auch bei der Auswahl der geeigneten Firma behilflich sein. Die Umsetzung des Vorhabens übernimmt eine Firma, die sich auf den nachträglichen Anbau von Balkonen spezialisiert hat. Sie hilft bei der Wahl der Konstruktion und des geeig­neten Materials.

Kosten für einen Balkonanbau

Die Kosten sind jedoch sowohl von der Gebäudesubstanz als auch von den individuell erforderlichen Maßnahmen abhängig. Deshalb ist es ratsam, vorher konkrete Angebote von verschiedenen Unternehmen einzuholen – auch dabei hilft der Architekt. Ist noch kein bodentiefes Fens­ter im betreffenden Raum vorhanden, das als Balkontür genutzt werden kann, muss auch der Mauerdurchbruch und die Balkontür bei Bauzeit und Kos­ten mit einkalkuliert werden.

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