Balkon erneuern, Belag ausbessern

Der Balkon ist durch seine Lage immer den Wettereinflüssen ausgesetzt. Im Laufe der Jahre kann das zu optisch unschönen Veränderungen führen. Damit Sie aber weiter Ihren Balkon genießen können, haben wir ein paar Informationen zusammengestellt, wie Sie Ihren Balkon renovieren können.

Der Balkon ist an gar nicht so wenigen Tagen im Jahr das bessere Wohnzimmer. Auf diesem vorgeschobenen Außenposten kann man die Nase in die Sonne recken und kriegt ganz ohne Fernsehen und Internet mit, was in der wirklichen Welt los ist, im wirklich wichtigen Teil der Welt, der eigenen Nachbarschaft. Er selber allerdings kriegt auch viel mit, neben der Sonne noch Regen, Schnee, Wind und Frost, was ihm nicht immer gut bekommt – er kann sich ja schließlich nicht zurückziehen, wenn’s ungemütlich wird.

Daher sind viele Balkone vom Zahn der Zeit angenagt, manche nur optisch, manche so sehr, dass der Aufenthalt gefährlich wird. Das kann passieren, hat man jahrelang kleinere Mängel oder Schäden übersehen oder nur oberflächlich ausgebessert. Sachverständige begegnen immer wieder Exemplaren, die so stark angegriffen sind, dass sie eigentlich dringend abgerissen gehören. Das kann die an Altbauten häufig zu findenden Betonplatten auf Stahl- oder Gusseisenträgern betreffen, auf dem Land auch noch die traditionellen Holzbalkone, die auf den verlängerten Deckenbalken aufliegen – daher ja der Name. Oder die auskragenden Balkone, Auswüchse, Fortsetzungen der Stahlbetondecke, wie sie für Häuser der 1950er- bis 1970er-Jahre typisch sind.

Zeigen sich die Schäden oder optischen Beeinträchtigungen lediglich am Geländer, etwa abplatzende Lack- oder Farbschichten, gilt es dennoch den Anfängen zu wehren, da defekte Brüstungen je nach Fallhöhe Lebensgefahr bedeuten können. Noch ernster wird es, sind Träger oder Platten in Mitleidenschaft gezogen worden. An vielleicht aufgrund eines Konstruktionsfehlers auf Dauer der Feuchte ausgesetzten Holzbalken kann sich zum Beispiel der Schimmelpilz festsetzen. Er kann die Substanz so weit zerstören, dass die Tragfähigkeit verloren geht. Stahl- und Eisenträger wiederum sind durch den Rost bedroht.

Schwachstellen am Balkon

Die häufig zu beobachtenden Kalkausblühungen an den auskragenden Betonplatten sind dabei nicht so gravierend wie Frostabplatzungen. Verursacher des Problems ist fast immer Regenwasser oder Schmelzwasser, das durch kleine Risse im Belag oder nicht abgedichtete Durchdringungen wie eingeschraubte Geländerpfosten in die Platte gelange. Auch fehlerhafte Abdichtungen haben ernste Folgen. So stellen Gutachter immer wieder fest, dass zum Beispiel die Dichtungsbahnen hausseitig nicht hoch genug gezogen wurden und damit das Wasser sogar in die Außenwand und weiter ins Haus eindringen kann. Oder das Gefälle wurde zu schwach gewählt, sodass Niederschläge nicht schnell genug abfließen können.

Oberflächliche Schäden am Balkon

Stellt sich indes heraus, dass die Schäden tatsächlich nur oberflächlich sind, kann zum Beispiel nach dem Ausbessern des Belags eine diffusionsoffene Hydrophobierung oder Imprägnierung der Oberfläche erfolgen, die allerdings jährlich wiederholt werden muss. Länger hält ein neuer Belag, der sogar auf dem alten aufgebracht werden kann, zum Beispiel auf speziellen Wasser abweisenden Bauplatten, die zugleich Trägerplatten für Fliesen oder andere einigermaßen wetterfeste Materialien sind. Wichtig ist daneben die Erneuerung der Entwässerung und des Schutzes des Übergangs zum Haus, zumal an der Schwelle der Balkontür.

Renovieren des Balkonbelags

Wer poröse Fliesen, Fugen und Risse wasserdicht machen möchte, für den sind einfache Abdichtungssysteme eine Kosten und Arbeit sparende Lösung. Nachdem die Fliesen gereinigt sind, wird eine Imprägnierung ausgegossen und mit einem Gummiwischer verteilt. Nach fünf Minuten Einwirkzeit mit einem feuchten Lappen nachwischen und fertig. Die Fliesenoberfläche bleibt dadurch monatelang wasserdicht, ist aber farblich unverändert und atmungsaktiv.


Soll der alte Belag durch neue Fliesen ersetzt werden, bieten sich Systeme an, die ein langwieriges Entfernen der alten Fliesen überflüssig machen. Der alte, festliegende Belag dient als Untergrund und wird mit einer Dichtschlämme abgedichtet. Danach muss das Drain-System ausgerollt und zugeschnitten werden. Die Drainage sorgt dafür, dass über die Fugen eindringende Feuchtigkeit abgeführt wird. Außerdem ermöglichen die Drain-Kanäle die Entlüftung der Restfeuchte aus dem alten Untergrund. Die Dünnschichtdrainage wird nicht mit dem Untergrund verklebt, sodass für eine Entkopplung des neuen keramischen Belags gesorgt ist.

Wer Holz als Belag auf dem Balkon hat, muss es schützen, damit seine Schönheit erhalten bleibt. Daher bietet sich an, jetzt das zum Teil angegraute Holz im Außenbereich farblich neu zu gestalten und gleichzeitig langanhaltend zu pflegen und zu schützen. Mit einer Dauerschutz-Lasur ist bei sachgerechter Anwendung ein wirksamer Dauerschutz von bis zu fünf Jahren vor Wind und Wetter möglich. Wasser abweisende und atmungsaktive Lasuren enthalten spezielle UV-Blocker, die das Holz vor starker Sonneneinstrahlung schützen und somit eine wetterbeständige, robuste Oberfläche erzielen.

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Fliesen für den Balkon

Auf Balkon oder Terrasse müssen die Materialien auch starken Frost und große Temperaturschwankungen überstehen. Alle imgängigen Bodenfliesen sind jedoch frostsicher (Steinzeug, Feinsteinzeug, glasiertes Feinsteinzeug und Spaltplatten) Gegensatz zu Steingutfliesen (glasierte keramische Fliesen). Frostsicher sind dabei Scherben mit einer Wasseraufnahme unter 0,3%, nicht frostsichere Scherben haben eine Wasseraufnahme von 10% und mehr. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auswahl von Fliesen sind die Abriebklassen bzw. Arbeitsgruppen, auch Beanspruchungsgruppen genannt. Für den Außenbereich eignen sich die Abriebklasse 3 und 4.

Balkon als Wärmebrücke

Es kann jedoch durchaus sein, dass ein Balkon auf andere Art Probleme und Schäden innen im Haus verursacht, nicht etwa als Einfallstor für Wasser, sondern als Leck in der Wärmeschutzhülle. Mängel dieser Art wurden lange gar nicht als solche erkannt: Betroffen sind vor allem besagte Gebäude der 1950er bis 1970er mit ihren frei auskragenden Betonbalkonen. Die sind perfekte Wärmebrücken, über die kostbare Heizwärme entkommt. Rapide kühlen die angrenzenden Bauteile aus und Feuchte aus der Raumluft kondensiert an ihren Oberflächen, die den Schimmel zum Bleiben einlädt.

Eine Methode, um diese Wärmebrücke zu beseitigen oder wenigstens den Wärmefluss zu bremsen, ist die Einbeziehung der kompletten Platte in die Schutzhülle. Zu diesem Zweck muss sie zuerst freigelegt und anschließend vollständig in eine wasserdichte Dämmung aus Hartschaum eingepackt werden, bevor sie wieder mit Belag, Regenschutz und Geländer versehen werden kann.

Balkon komplett erneuern

Ist aber erst einmal die Stahlbewehrung selber „angefressen“, ist Schluss mit lustig. Dann ist die Statik gefährdet, der Rückbau ist angesagt. Den neuen Außenposten kann man thermisch sauber getrennt vom Gebäude errichten. Bewährt hat sich dabei der vorgestellte Balkon. Er verfügt über ein eigenes Tragsystem, wird je nach geplanter Belastung und nach den Gegebenheiten vor Ort mit zwei oder mit vier Außenstützen angesetzt, und ist mit dem Haus lediglich durch einen Maueranker verbunden. Optisch vielleicht nicht erste Wahl, nicht so überzeugend wie der frei tragende, den Architekten so schätzen, weil er die Fassade eines Hauses auf sehr ansprechende, vorteilhafte Weise strukturiert. Aber stabil.

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