Pflanzen im Wintergarten

Der Ursprung für unsere modernen Wintergärten findet sich in den Grünhäusern für empfindliche Pflanzen – sie bestanden aus Holz und Glas und wurden mit einem Ofen beheizt. Zu den einfachen Grünhäusern gesellten sich später prächtige Bauten, die so genannten Orangerien und Palmenhäuser, konstruiert aus Glas und Stahl. Aus diesen Vorläufern entwickelten sich die „grünen Wohnzimmer” für die Villen des Bürgertums.

Mit der Einführung industriell gefertigten Isolierglases sind seit den 70er-Jahren große Glasflächen bezahlbar und energiesparend. Der Wintergarten als grünes Wohnzimmer avancierte zur beliebten Erweiterung des Einfamilienhauses. Möchte man seinen Wintergarten mit Pflanzen verschönern, gilt es jedoch einige Dinge zu beachten.

Zunächst ist deshalb die Unterscheidung von Wintergärten in drei Klassen relevant:

  • kühler Wintergarten
  • temperierter Wintergarten
  • warmer Wintergarten

Pflanzen für den kühlen Wintergarten

Kalthauspflanzen ertragen heiße Sommertage und im Winter ruhen sie am besten kühl aber frostfrei. Am einfachsten ist die Kultur von Aucuben, Yuccapalmen, Zitruspflanzen und Feigen – alles typische so genannte Kalthauspflanzen. Diese robusten Pflanzen mit meist mediterranem Ursprung können in jedem Wintergarten arrangiert werden, der im Sommer schattierbar sowie gut zu belüften und im Winter frostfrei ist. Es gibt viele Arten von Blattpflanzen, Kakteen, Sukkulenten, Wasser- und Kletterpflanzen, die im Glashaus vorzüglich gedeihen. Ein Wintergarten lässt sich deshalb recht preiswert als Kalthaus einrichten und wegen der geringen Pflege und Instandlatungskosten auch mühelos unterhalten.

Kakteen/Sukkulenten
Fast alle Kakteen und Sukkulenten sind ideale Kalthauspflanzen. Im Sommer wollen sie hell und warm stehen. Im Winter hält man sie am besten kühl und trocken.

Pflanzen für den warmen Wintergarten

Der warme Wintergarten tritt am häufigsten auf, weil die meisten Wintergärten mit in die Wohnräume integriert sind und der Wintergarten möglichst das ganze Jahr über benutzt werden soll. Idealerweise herrschen dort konstante Bedingungen mit Temperaturen zwischen 18 bis 23 Grad Celsius, die mittels Heizung, Luftbefeuchter, automatischer Lüftungsanlage, Verschattungssystem aufrecht erhalten werden.

Für warme Wintergärten eignen sich vor allem Pflanzen aus tropischen und subtropischen Gebieten wie Orchideen, Bromelien und viele andere Gewächse aus Regenwäldern. Man muss bedenken, dass einheimische Pflanzen einem jahreszeitlichen Rhythmus unterliegen. Feuchttropische Pflanzen hingegen benötigen keine Ruhephasen und sind an die durchgängig warmen Temperaturen gewöhnt.

Die meisten Zimmerpflanzen sind typische Warmhauspflanzen z.B. Birkenfeige, Yucca-Palme, Bananen- und Kaffeepflanzen. Südeuropäische Pflanzearten fühlen sich in Wintergärten hingegen überhaupt nicht wohl.

Pflege von Pflanzen im Wintergarten

Das konstante Klima in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde lässt die dort lebenden Pflanzen ganzjährig gut gedeihen. Sie bekommen ständig genügend Licht und Wärme. Die meist hohe Luftfeuchte regt zudem das Wachstum an. Kein Wunder, dass die Gewächse aus südlichen Gefilden an ihren Naturstandorten zu riesigen Exemplaren heranwachsen. Ganz anders ergeht es ihnen in ihrer Zwangsheimat in der nördlichen Hemisphäre. Hier sitzen sie in engen Töpfen, oft in dunklen, trockenen Räumen. Dennoch bleiben viele Pflanzen selbst bei diesen für sie ungünstigen Bedingungen vital. Natürlich kommen auch sie nicht ohne eine Mindestversorgung aus.

Achten Sie darauf, dass Sie Pflanzen kaufen, die schattenverträglich sind. Durch die Energieeinsparverordnung sind Wintergärten heutzutage zumeist aus Glas, welches relativ wenig Licht durchlässt, worunter die Pflanzen leiden können. Ebenso können die Pflanzen durch Plize befallen werden. Dies ist auf einfache Art und Weise zu vermeiden: Regelmäßiges Lüften beugt einem solchen Befall vor. Zudem sollten Wintergartenpflanzen nur mit zimmerwarmem Wasser gegossen werden.

Pflegetipps für das Überwintern

Die meisten Zimmerpflanzen gehen nicht wegen mangelnder Pflege zugrunde, sondern weil sie überversorgt werden. Am meisten machen ihnen 'nasse Füße' zu schaffen. Staunässe bewirkt Fäulnis der Wurzeln. Doch gerage in der Wachstumsruhe im Winter wird häufig zu viel gegossen.

Nicht übergießen. Feuchtigkeitsanzeiger aus dem Fachhandel zeigen den Feuchtigkeitszustand des Ballens an. Keinesfalls darf Gießwasser im Übertopf stehen bleiben. Eine Stunde nach dem Gießen muss es aufgesogen sein. Tageslicht und Raumtemperatur wirken sich auf den Wasserverbrauch aus. In Hydrokultur sind Pflegefehler fast ausgeschlossen. Ein Wasserstandsanzeiger weist stets darauf hin, ob die Pflanzen richtig versorgt sind.

Keinen Dünger geben. Während der Wachstumspause im Winterhalbjahr sind Düngemittel auch im Wintergarten tabu. Erst etwa Ende Februar, wenn die Tage wieder merklich länger werden und das Licht zum Wachsen anregt, bekommen sie eine Ration.

Ins rechte Licht rücken.
Stellen Sie kümmernde Pflanzen um. Lichtmangel ist an gelben Blättern oder an langstieligen Trieben zu erkennen. Staksig wachsende Topfpflanzen erholen sich oft wieder, nachdem sie einen Platz an der Sonne bekommen haben. Lassen Sie den Pflanzen aber genug Zeit zum Eingewöhnen. Zu häufige Umstellungen bringen nichts, sondern schaden nur.

Luft und zimmerwarmes Wasser. Die trockene Atmosphäre in Wohn- und Büroräumen bekommt den meisten Zimmerpflanzen nicht so gut. Gelegentliches Besprühen mit kalkfreiem Wasser (z.B. Regenwasser) verbessert das Klima. Das Wasser muss aber temperiert sein. Das gilt auch für das Gießwasser.

Keine kalten Füße und keine Zugluft.
Fensterbänke aus Stein sind ständig kalt. Ein Stück Styropor oder Kork, das den Topfpflanzen untergelegt wird, verhindert Auskühlung. Schädlich wirkt sich auch kalte Zugluft aus. Achten Sie beim Lüften, dass die Pflanzen keine kalte Luft abbekommen.


Einkaufs-Tipp

Kaufen Sie Pflanzen für den Wintergarten im Winter nur an frostfreien Tagen oder lassen sie die Pflanzen gut einpacken. Andernfalls beliben Frostschäden nicht aus!

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