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Dachbegrünung: Machen Sie mehr aus Ihrem Dach!

Ein begrüntes Dach ist nicht nur schön anzusehen, sondern bringt auch ökologische Vorteile.

Gut fürs Klima: Gründach

Ob Blumenpracht oder Moosflächen: Ein begrüntes Dach ist ein echter Hingucker. Doch neben der Optik bringt eine Dachbegrünung viele weitere Vorteile mit sich. Nicht zuletzt spielen grüne Dächer von Einfamilienhäusern in Sachen Klimaschutz eine wesentliche Rolle. 

Clever geplant, ist ein Gründach eine "Bienenweide", erklärt Jörg Baumhauer, Geschäftsführer von re-natur. Das Großhandelsunternehmen in Ruhwinkel in Schleswig-Holstein beliefert GaLaBauer, Dachdecker und Zimmermänner mit Materialien für Dachbegrünung – vom Dünger bis zu den passenden Pflanzen.

"Gerade im städtischen Bereich tragen Gründächer zu einem besseren Klima bei. Denn sie filtern Staub, nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie langsam wieder ab – was zu einem milderen Klima in urbanen Gebieten beiträgt", betont Jörg Baumhauer.

Der Diplomingenieur und gelernte Garten- und Landschaftsbauer ist seit knapp 30 Jahren bei re-natur beschäftigt. In dieser Zeit hat das Bewusstsein für die Bedeutung begrünter Dächer stark zugenommen. Auf die richtige Auswahl der Pflanzen wurde früher wenig Wert gelegt. Das ist heute anders. "Die Vegetation ist insbesondere in den letzten fünf Jahren insektenfreundlicher geworden", weiß der Experte zu berichten.

Es gibt viele positive Eigenschaften, die für ein begrüntes Dach sprechen: Pflanzen und tragender Untergrund nehmen einen beträcht­lichen Teil des Wassers auf. Etwas davon geben sie zeitverzögert ab, verschaffen so den öffentlichen Abwassersystemen eine Atempause, ein anderer Teil wird erst im Zuge der Verdunstung freigesetzt.

Vorteile eines Gründachs

Ein begrüntes Dach ist nicht nur optisch ansprechend, sondern es bringt auch viele Vorteile mit sich:

  • mehr Nutzfläche
  • längere Lebensdauer
  • Schutz vor Extremtemperaturen und Witterungseinflüssen
  • Schad­stofffilter
  • Energie sparen
  • Klimaverbesserung durch Verdunstung
  • Wärmedämmung im Winter
  • Kühleffekt im Sommer

Die Vegetation auf dem Dach entfaltet noch andere segensreiche Wirkungen. Die Pflanzen binden Feinstaub und allerlei Luftschadstoffe, so wie es Zimmerpflanzen in geschlossenen Räumen tun. Sie produzieren Sauerstoff und kühlen außerdem durch die Verdunstung die Luft in der näheren Umgebung, verbessern also spürbar das Mikroklima.

Noch dazu schafft man mit Pflanzen auf dem Dach neuen Lebensraum für zahlreiche Insekten- und Vogelarten.

Den wohltuenden Kühleffekt spüren natürlich die Bewohner der Häuser – um bis zu fünf Grad können Begrünungen im Sommer die Temperaturen im obersten Geschoss senken. Im Winter schützen sie das Gebäude zusätzlich zur Dämmung vor Wärmeverlusten.

Ein Flachdach, aufgrund der Doppelbelastung durch Niederschläge und die enormen Temperaturschwankungen im Tages- und Jahreslauf stärker beansprucht als herkömmliche Schrägdächer, macht eine Begrünung widerstandsfähiger und langlebiger.

Mithilfe einer Dachbegrünung versickert Regenwasser an Ort und Stelle. Es muss also weniger Regenwasser in die Kanalisation abgeführt werden. Dadurch werden die Flächenversiegelungsabgabe und die Erschließungskosten reduziert.

"Die Verbindung eines Wasserspeichers und einer kontrollierten Wasserabgabe entlastet nicht zuletzt unsere Kanalnetze", unterstreicht Jörg Baumhauer. Deshalb sind begrünte Dächer aus städtebaulicher Sicht ein enormer Vorteil und werden aufgrund der positiven Effekte für die Umwelt teilweise auch gefördert. "All diese Faktoren schreien förmlich nach einem begrünten Dach. Wer keine Dachbegrünung macht, ist selbst Schuld", ermutigt der Profi.

Diese Pluspunkte kommen jedoch nur bei richtigem Systemaufbau zum Tragen. Damit wird die Dachfläche über ihre ureigene Funktion hinaus zur Nutzfläche, zum Beispiel eine Dachterrasse, die zur Wert­steigerung des Baugrunds beiträgt.

Möglich ist das Gründach bei kleinen Dächern von Garagen und Carports, aber auch Anbauten oder ganzen Häusern.

Kann man jedes Dach begrünen?

Generell kann jedes Dach begrünt werden – sofern die Voraussetzungen stimmen. Denn die Gestaltung der Dachbegrünung hängt natürlich nicht allein vom Geschmack der Bauherren, sondern vor allem von den bautechnischen Ge­gebenheiten des Daches ab.

Zunächst gilt es, die vor Ort geltenden baurechtlichen Vorschriften für Einfamilienhäuser zu klären. Denn es gibt durchaus Flächennutzungs - und Bebauungspläne, die eine Dachbegrünung nicht vorsehen. Ein Anruf bei der Gemeinde ist immer sinnvoll.

Entscheidend sind insbesondere Statik und Dachneigung. "Ein Dach mit einer 40 Grad Neigung lässt sich zwar begrünen, allerdings stellt sich die Frage, ob es ökonomisch sinnvoll ist", meint Dachbegrünungsexperte Jörg Baumhauer.

Auch die Lage bzw. Ausrichtung spielt eine Rolle. Beschattet beispielsweise ein Ahorn das Dach einer Garage zu 80 Prozent, sollte man sich genau überlegen, ob es zielführend ist, ein solches Dach zu begrünen", gibt Jörg Baumhauer zu bedenken.

Eine weitere Voraussetzung für ein Gründach: Die Dachdichtungsbahn muss wurzelfest sein. "Eine Wurzelschutzbahn gehört auf die Dachdichtungsbahn. Ist sie nicht vorhanden, muss sie verlegt werden. Wer sich unsicher ist, sollte dies zunächst abklären", empfiehlt der Profi.

Wie ist ein Gründach aufgebaut?

Grundlage für ein begrüntes Dach ist eine wurzelfeste Dachabdichtung. Ist diese nicht vorhanden, wird zunächst eine Wurzelschutzfolie verlegt. An­schließend folgt eine Schutzmatte, damit die anschließende Dränageschicht aus Schüttstoffen (z.B. Bims, Lava, früher vorwiegend Blähton) oder einer Noppenbahn sich nicht durchdrückt. Deren Kanäle, Wasserspeichermulden und Diffu­sionsöffnungen stellen die selbst regulierende Be- und Entwässerung sowie die notwen­dige Wurzelbelüftung sicher.

Ein Filtervlies darüber hält Partikel aus der Substratschicht zurück. Das Substrat besteht zum Beispiel aus Holzspänen, Torf, Kompost oder Mulch oder einer Mischung dieser Stoffe, abgestimmt auf die jeweilige Bepflanzung. Stattdessen können jedoch auch spezielle Mineralsubstrate auf der Dichtungsbahn aufgetragen werden, die Pflanzschicht, Filter und Dränage in einem sind.

Aufbau Gründach

Was braucht man für eine Dachbegrünung? Ein begrüntes Dach besteht in der Regel aus folgenden Komponenten:

  • wurzelfeste Dichtungsbahn
  • Schutz- und Trennlage
  • Dränageschicht
  • Kiesschüttung
  • Substrat
  • Pflanzen

Der Aufbau einer Dachbegrünung hängt von den jeweiligen Voraussetzungen der Dachkonstruktion ab. So spielen insbesondere die Dachneigung, aber auch die vorhandene Dachabdichtung eine Rolle.

Wir zeigen Beispiele für den Aufbau eines begrünten Flachdachs und eines Satteldachs. Voraussetzung ist jeweils eine wurzelfeste Dachabdichtung.

Flachdachbegrünung (Dachneigung von null bis drei Grad)

Variante 1: abgedichtetes Flachdach mit max. zwei Prozent Gefälle und einer wurzelfesten Dachabdichtung, die zuvor vom Dachdecker angebracht wurde

  1. Schutz- und Trennlage: sorgt für den Schutz der Dachdichtung, da diese beansprucht wird – schließlich läuft man darauf herum
  2. Beim mehrschichtigen Aufbau wird auf diese Schutz- und Trennlage eine Drainageplatte oder -schicht gelegt. Das kann eine lose Schüttung, bestehend aus mineralischem Material wie Kiesel sein, oder, heute üblicher, eine Drainplatte.
  3. Auf diese Drainschicht kommt ein Filtervlies.
  4. Umlaufend, also entlang aller Dachränder und -durchbrüche, folgt eine 30-40 cm breite Kiesschüttung.
  5. Über die Dachabläufe baut man im Idealfall noch einen Kontrollschacht – ist eine Dachrinne vorhanden, wird anstelle eines Schachts eine Kiesfangleiste vor die Dachrinne gesetzt, damit der Kieselstreifen oder das Substrat nicht abrutscht.
  6. Zwischen Kieselstreifen und Substrat kann man noch eine sogenannte Substrattrennleiste anbringen. Sie sorgt dafür, dass das Substrat nicht in den Kieselstreifen rutscht; dadurch wird der Kieselstreifen etwas unattraktiver für die Pflanzen und man hat am Ende weniger Pflegeaufwand, etwa wenn man den Kieselstreifen von Unkraut säubern muss.
  7. Schließlich wird das Substrat in der Mitte des Dachs verteilt, mindestens 8 cm hoch.
  8. Je nach Dachbegrünung wird dann die Vegetation gestreut.

Variante 2: mit Einschichtbegrünung

  1. Schutz- und Trennlage
  2. Kieselstreifen außen herum plus eine Substrattrennleiste
  3. Kontrollschacht über Dachablauf bzw. Kiesfangleiste im Falle einer Dachrinne
  4. Bei dieser Variante der Flachdachbegrünung verzichtet man auf die Drainplatte und baut ein rein minerlaisches, einschichtiges Substrat auf. Dieses darf mindestens 10 cm hoch sein. Dadurch wird zusätzliches Plastik eingespart.

Schrägdachbegrünung (Dachneigung von drei bis 15 Grad)

Variante 1: abgedichtetes Satteldach ab drei Prozent Gefälle und einer wurzelfesten Dachabdichtung

Der Aufbau ist ähnlich wie bei der Flachdachbegrünung:

  1. Schutz- und Trennlage
  2. Kieselstreifen außen herum plus eine Substrattrennleiste
  3. Kontrollschacht über Dachablauf bzw. Kiesfangleiste im Falle einer Dachrinne
  4. Hier kommt ein extensives Substrat zum Einsatz, also ein organisch-mineralisches Extensivsubstrat. Dieses darf feiner sein und organische Anteile enthalten. Denn beim steilen Dach fließt das Wasser von alleine schnell genug ab; es geht darum, das Wasser zu halten und Kompost und mehr Feinanteile sorgen dafür, dass das Wasser langfristig auf dem Dach bleibt.

Steildachbegrünung (ab 15 Grad Dachneigung)

Bei sehr steilen Dächern ab einer Dachneigung von 15 Grad muss dafür gesorgt werden, dass das Substrat an Ort und Stelle bleibt. Dafür ist eine Schubschwelle oder Schubsicherung notwendig, die meistens auf der Schutz- und Trennlage oder sogar direkt auf der Dachdichtungsbahn aufgebaut wird.

Wichtigste Voraussetzung ist auch hier, dass die Statik mitspielt.

Um den Aufbau aus wurzelfester Dichtungsbahn, Dränageschicht, Substrat und Pflanzen tragen zu können, der bei 8 cm Substrataufbau mit 80 bis 100 Kilogramm pro Quadratmeter für die Begrünung (Lastreserve) wiegt, muss die Dachkonstruktion stabil sein.

Dank Rutschschwellen, Schubsicherungen, Krallmatten oder Erosionsschutzgeweben kommen übrigens ebenso Steildächer mit einer Neigung von bis zu 30 Grad in Frage.

 

Intensive und extensive Begrünung

Auf dem Dach wird zwischen exten­siver und intensiver Bepflanzung unterschieden, abhängig von der Vegetationsform und der Substratschicht.

  • eine extensive Dachbegrünung hat in der Regel eine Substratstärke von 4 bis 20 cm
  • bei einer extensiven Dachbegrünung sind die Pflanzen sehr robust und benötigen weniger Pflege
  • eine intensive Dachbegrünung ist in der Regel ab 15 cm Substratstärke möglich
  • eine intensive Dachbegrünung erfordert mehr Pflege

Was ist eine extensive Dachbegrünung?

Bei der extensiven Begrünung kommen nur pflegeleichte Pflanzen infrage. Dafür reicht eine Substratstärke von 4 bis 20 cm. Nachhaltig wird es laut re-natur-Geschäftsführer Jörg Baumhauer ab 8 cm Substrataufbau.

Die Vegetation einer extensiven Dachbegrünung kann also weitgehend sich selbst überlassen werden. Sie besteht aus genügsamen, zähen Sedumarten. Dazu gehören u.a. Moose, Wildgräser, Kräuter und Staudengewächse.

Ebenfalls geeignet sind die besonders anspruchslosen Sukkulenten, die viel Wasser speichern und längere Trockenperioden schadlos überstehen können.

Je nach Ausrichtung der Dachfläche kann die Bepflanzung variieren.

Süd-Ausrichtung der Dachfläche
Bei voller Besonnung können wasserspeichernde Pflanzen wie Fetthenne, Mauerpfeffer, Thymian, Seifenkraut sowie einige Nelkensorten eingesetzt werden.

Nord-Ausrichtung der Dachfläche
Bei wenig Sonneneinfall würden sich diese Pflanzen nach und nach zurückziehen. Stattdessen wachsen dort dann Gräser. Auch wenn z.B. ein Baum Schatten erzeugt, wachsen mehr Gräser, während es andere Pflanzen schwerer haben.

Und was ist eine intensive Dachbegrünung?

Je intensiver bzw. je höher die Substratschicht ist, desto anspruchsvollere Pflanzen können eingesetzt werden. Ab einer Substratstärke von 15 cm Substratstärke beginnen einfache Intensivbegrünungen. Die intensive Bepflanzung eines Dachs wird von einer 15 bis 40 Zentimeter hohen Schichtung getragen und sollte regelmäßig gepflegt werden. Sie bringt dafür den größeren Speicher- und Dämmeffekt und ist sogar als Garten mit Büschen und kleinen Bäumen nutzbar.

Kurzum: "Eine intensive Dachbegrünung ist intensiv in der Pflege und auch intensiver mit Blick auf die Kosten", schmunzelt Jörg Baumhauer, betont aber, dass es generell keine Dachbegrünung ohne Pflege gibt. Auch eine extensive Dachbegrünung erfordert eine sorgfältige Dachwartung und Pflege, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden: "Mancher Hausbesitzer staunt, wenn 'plötzlich' eine drei Meter hohe Birke auf dem Dach des Eigenheims steht."

Welches Substrat nutzt man für die Dachbegrünung?

Die Menge des Substrats hängt von der Art der Dachbegrünung ab, also ob es sich um eine extensive oder intensive Dachbegrünung handelt. Das Substrat darf auch nicht zu schwer sein, da sonst die Statik der Konstruktion zu sehr belastet werden kann.

Wichtig: Unabhängig von der Dachneigung muss das Substrat liegen bleiben, schließlich leben die Pflanzen auf dem Dach davon. "Das Substrat muss Wind und Wetter standhalten", betont Jörg Baumhauer. "Es muss also windstabil und erosionssicher sein und darf sich nicht verlagern."

Der Profi empfiehlt, auf ein industriell gemischtes Substrat zurückzugreifen. "Verwenden Sie keine Eigenmischungen", empfiehlt der Profi allen, die ihr Dach selbst begrünen möchten. "Bei den Eigenmischungen haben wir oft das Problem, dass sie nicht drainfähig, also wasserdurchlässig. genug sind, oder man sich am Ende sogar auch Unkraut aufs Dach holt", so der Dachbegrünungsprofi weiter. Lehm und Ton beispielsweise speichern das Wasser zwar sehr gut, nehmen es aber nicht schnell auf.

Das Wasser rauscht also ab. Damit die Pflanzen auf dem Dach Nährstoffe speichern und lange leben können, muss das Substrat Wasser speichern.

Es wird zwischen einem ein- und mehrschichtigen Substrat unterschieden, abhängig von der jeweiligen Dachneigung:

  • Bei einer Dachneigung ab drei Grad kann man mit einem organisch-mineralischen Substrat arbeiten.
  • Bei einer Dachneigung unter drei Grad wird ein Einschichtsubstrat verwendet, das in der Regel rein mineralisch (also nicht organisch) ist.

Der Profi empfiehlt je nach Dachbegrünung mindestens 6 bis 10 cm Substrat. "Dadurch wird die Pflanzenvielfalt auch für Insekten deutlich interessanter."

Welche Pflanzen eignen sich für eine Dachbegrünung?

Ein Dach lässt sich vielseitig begrünen. Die Auswahl der Pflanzen – im Fachjargon Vegetation – hängt von der Ausrichtung des Hausdachs und Art der Dachbegrünung ab. "Die Vegetation im 21. Stock eines Hochhauses in Berlin unterscheidet sich deutlich von der Bepflanzung eines Gründachs in einem Dorf wie Ruhwinkel", so Jörg Baumhauer. Es muss also zunächst geklärt werden, ob es sich, wie oben erklärt, um eine extensive oder intensive Dachbegrünung handelt.

Vegetation für ein begrüntes Dach ist in unterschiedlichen Varianten erhältlich. Die gängigste Lösung sind Dachbegrünungspflanzen, zum Beispiel Sukkulenten in Form von Multitopfpflanzen. Davon werden circa 15 bis 20 Stück pro Quadratmeter gepflanzt.

Im Fall von Sukkulenten in der Regel als Sprossen, die ausgestreut werden. Zudem gibt es Dachbegrünungsansaaten. "Das dauert dann ein bisschen länger", so Jörg Baumhauer.

Im oberen Preissegment gibt es sogenannte Vegetationskassetten oder -matten. "Diese sind fix und fertig vorkultuviert", erklärt der Profi. Wenn diese Vegetationsmatten auf dem Dach verlegt werden, hat man sofort eine komplett geschlossene Vegetationsdecke und es sieht aus, als würde das Dach schon seit ein paar Jahren "vor sich hinwachsen".

Je nach Ausrichtung und Begehbarkeit des Daches sowie abhängig vom verwendeten Substrat kann man Kräuter und sogar Gemüse anbauen. Jörg Baumhauer hat es selbst ausprobiert. "Der Vorteil: Dort oben kommen kaum Schnecken hin."

Was kostet ein Gründach?

Was kostet ein Gründach pro Quadratmeter? "Die Preise schwanken von 30 bis 150 Euro pro Quadratmeter", erklärt Jörg Baumhauer. Der Profi empfiehlt, verschiedene Angebote einzuholen und miteinander zu vergleichen.

Was ein begrüntes Dach kostet, lässt sich nicht pauschal berechnen. VerschiedeneFaktoren wirken sich auf den Preis einer Dachbegrünung aus:

  • Größe der Dachfläche
  • Dachneigung
  • ein- oder mehrschichtiger Aufbau
  • Ist eine Wurzelschutzbahn vorhanden?
  • Dachdichtungsbahn
  • Grad der Eigenleistung

 

Wird eine Dachbegrünung gefördert?

Viele Länder und Gemeinden fördern Dachbegrünung. Es gibt unterschiedliche Förderprogramme, abhängig vom Wohnort. Norddeutsche Städte wie Hamburg oder Kiel beispielsweise fördern die Dachbegrünung mit bis zu 50 Prozent der Investitionskosten. Auch die Stadt München gewährt für die Begrünung von Dächern und Fassaden Zuschüsse.

"Wenn gefördert wird, wird auch gefordert", sagt Jörg Baumhauer lachend. So wird im Rahmen einer Förderung meistens die Pflege eines Gründachs vorgeschrieben und muss sogar nachgewiesen werden. Das ist nach Meinung des Experten auch sinnvoll: "Es gibt keine vernünftige nachhaltige Dachbegrünung ohne Pflege."

"Es lohnt sich also, beim eigenen Gemeindeamt nachzufragen, welche Förderungen es in Hinblick auf eine Dachbegrünung gibt", empfiehlt Jörg Baumhauer. Die Website des Bundesverbands GebäudeGrün www.gebaeudegruen.info liefert hilfreiche Informationen rund um die Förderung von Dachbegrünung.

Und wie lange hält ein Gründach? "Richtig gepflegt, hält ein begrüntes Dach ein Leben lang", ist Jörg Baumhauer von re-natur überzeugt. Einmal jährlich sollte das Dach inspiziert und bei Bedarf von Fremdbewuchs befreit werden. Außerdem sollte insbesondere bei einer Flachdachbegrünung geprüft werden, ob das Wasser richtig abfließt.

Planungstipps fürs Gründach

Dachneigung
Faustregel: je steiler das Dach, desto kleiner die Pflanzen. Bei flachen Dächern mit einer Dachneigung von ungefähr drei Grad ist eine Intensivbegrünung mit Sträuchern und Bäumen möglich. Steilere Dächer sollten eher mit Moosen und Gräsern bepflanzt werden.

Dachkonstruktion
Im Wesentlichen muss geklärt werden, ob das Dach die Last durch Bepflanzung trägt. 250 kg pro Quadratmeter und mehr können bei einer Intensivbegrünung auf die Dachfläche drücken. Dazu sind punktuelle Spitzenbelastungen z.B. durch Bäume zu berücksichtigen.

Wärme- und Windschutz
Auch wenn die Begrünung selbst Wärmedämmeigenschaften besitzt, die Dämmung des Gebäudes ist weiterhin notwendig. Damit diese durch die zusätzliche Last der Pflanzen nicht beeinträchtigt wird, muss sie ausreichend druckstabil sein. Außerdem sollte auf jeden Fall die Auswirkung von starkem Wind getestet werden.

Brandschutz und Sicherheit
Bei der Planung eines Gründaches muss auch darauf geachtet werden, dass der Brandschutz nicht eingeschränkt wird. Wichtig ist auch, an ausreichende Sicherungsmaßnahmen zu denken, damit bei der Dachgartenpflege keine Unfälle passieren.

Fachbetriebe Gründach

Auf der Website des Deutschen Dachgärtner-Verbandes www.dachgaertnerverband.de findet man Adressen unter „Fachbetriebe und Mitglieder“ (Tel.: 0 70 22/30 13 78, Fax: 0 70 22/30 13 79, E-Mail: contact@dachgaertnerverband.de). Der DDV verschickt gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro plus Versandkosten den Ratgeber „Das 1x1 der Dachbegrünung“.

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Wer einen Hausbau plant oder einen Altbau saniert, hat in der Regel viele Fragen. bau-welt.de informiert Bauherren und Renovierer über alle wichtigen Themen und gibt hilfreiche Tipps. 

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