Neue Dachdämmung bei altem Fachwerkhaus

Das Fachwerkhaus mit seinem alten Eichengebälk ist ein Familienerbstück und musste erhalten werden. Dazu wurde das große Steildach modernisiert: Mit einer neuen Dachdämmung und Abdichtung sowie einem Firstlichtband und fünf Gauben in ausgefallenen Formen.

Hochwertige Sanierung eines Fachwerkhauses

In der Idylle von Feldern und Wäldern am Ortsrand vom ostwestfälischen Rietberg steht einsam ein bauliches Kleinod: ein zierliches Fachwerkhaus mit spitzem Satteldach. Mit viel Liebe zum Detail und großer Fachkenntnis sanierte der Bauherr das Häuschen seines Großvaters.

Durch gute Planung und Beratung konnte so viel Substanz wie möglich erhalten, aber auch eine deutlich bessere Energieeffizienz und ein hoher Wohnkomfort durch Dachdämmung, in diesem Fall eine Aufsparrendämmung, erreicht werden. Sehr feinfühlig und dabei eigenwillig gelang eine hochwertige Sanierung des Erbstücks.

Neue Dachdämmung unter alten Dachziegeln

„Sehr belesen mit viel Fachwissen ging der Bauherr in die Gespräche mit dem Architekten, Zimmerer und Dachdecker. Und gemeinsam fanden wir die beste Lösung für die Dämmung,“ erzählt Fachberater Dieter Jongschlager von Bauder, dem Spezialisten für Dachdämmung, der im Nachhinein über das individuelle Ergebnis begeistert ist.

Das Fachwerkhaus wurde völlig entkernt, selbst das Fundament neu gelegt. Das schöne, kräftige, aber leider auch krumme Eichengebälk konnte aufgerüstet und damit erhalten werden. Die alten Dachziegel (Doppelmuldenfalzziegel) wurden abgedeckt, gereinigt und bis zur Fertigstellung des Dachs gelagert. Nach der neuen Dachdämmung wurden sie wieder verlegt.

Unkonventionelle Gauben und Glasfirst

Dabei spielte das 140 Quadratmeter große Dach, das die Optik des Häuschens dominiert, eine tragende Rolle. Bauherr und Architekt steckten viel Kreativität in die Planung, um einen besonderen Wohnkomfort mit viel Licht und Aussicht zu schaffen.

Das bisher schlichte, sehr steile und hohe Dach erhielt auf der einen Seite eine riesige Gaube, die – einer großen Kiste gleich – mit bodentiefen Fenstern einen uneingeschränkten Ausblick in die Natur erlaubt. Eine weitere, schräg gesetzte Gaube lenkt den Blick in die Umgebung. Die dritte, kleine Gaube erscheint ganz konventionell.

Auch auf der anderen Seite des Hauses wiederholen sich konventionelle und schräge Gaube. Der fast über die gesamte Länge reichende Lichtfirst sorgt für uneingeschränkten Himmelsblick und viel einströmendes Tageslicht.

Lösung für die Lastabtragung

„Das ist ein sehr interessantes Dach, vor allem die schrägen Gauben und der Lichtfirst sind echte Hingucker“, betont Dachdeckermeister Thorsten Ackermann, Geschäftsführer der Rietberger Ackermann Bedachungen GmbH. „So klein das Haus ist, so besonders ist es.“

Aber das Besondere hat auch seine Tücken und bedarf großer Fachkenntnis für eine dauerhafte Lösung: Der Abstand der Sparren, die sichtbar bleiben sollten, war für die Verlegung der Dachdämmung „BauderPIR TP Kombi“ zu groß. Hier wurde mit einer Gipskartonplatte eine Lösung gefunden, die von innen in die OSB-Platten verschraubt wurden. „Auch waren die Sparren so krumm, dass die Schrauben zur statischen Lastabtragung des Dachpakets exakt nach Plan eingedreht werden mussten, damit das Gebälk auch getroffen wurde“, erläutert der Dachdecker die Vorgehensweise.

Dachdämmung für angenehmes Raumklima

Auf einem Dach werden Dämmsystem und Materialwahl zur bedeutenden Entscheidung für viele Jahrzehnte. Daher und wegen des direkten Blicks auf den alten Eichendachstuhl kam nur eine Aufsparrendämmung in Frage.

„Die Aufsparrendämmung ist energetisch unschlagbar – eine wärmebrückenfreie effiziente Lösung, die eine Haube über die gesamte Dachkonstruktion bildet und diese vor Feuchteschäden schützt. Mit dem schlanken Hochleistungsdämmstoff PU-Hartschaum lässt sich jedes Haus auf Neubauniveau dämmen“, erläutert Dämmexperte Jongschlager.

Das Haus erhielt auf der Holzwerkstoffplatte als luftdichte und dampfbremsende Schicht zunächst die extrem robuste, aber dünne Bitumen-Unterdeckbahn „Bauder TOP TS 40 NSK“, darauf dann 140 mm dicke, hocheffiziente Wärmedämmelemente „BauderPIR SF“ als Aufsparrendämmung.

Aufsparrendämmung schnell verlegt

Nachdem die übergroßen Sparrenabstände mit Gipskartonplatten und darauf mit OSB-Platten gegen Durchhängen überbrückt worden waren, verlegte das Dachdecker-Team die robuste Bitumen-Unterdeckbahn auf der Schalung. Die rutschfeste Bahn ist leicht, trotzdem stabil und lässt sich einfach verlegen. Die Längsnähte und Kopfstöße müssen sicher verklebt werden.

Die folgende Aufsparrendämmung erfolgte mit selbsttragenden, formstabilen und leichten PU-Wärmedämmelementen „BauderPIR“. Dieser bietet eine sehr gute  Dämmleistung bei geringer Dämmstoffdicke. So bleiben Dachdetails und Dach schlank und architektonisch ansprechend.  

Dank des geringen Gewichts der Dämmelemente werden Handwerker und Dachkonstruktion nur wenig belastet. Die Dachdecker fügten die Elemente der Dachdämmung mit dem umlaufenden Spezial-Nut-und-Federsystem wärmebrückenfrei ineinander. Mit den 1,20 mal 1,80 Meter großen Platten füllte sich die Dachfläche zügig. Danach deckten die Handwerker das Dach wieder ein.

Fazit zum modernisiertem Dach

„Ein Steildach mit krummen Balken, schrägen Gauben, einem großen Ausblickkasten unter einem beidseitigen Lichtband am First ist auch für langgediente Fachberater etwas Besonderes“, meinten die Dachexperten. Gute Planung, hochwertiges Material für die Dämmung und fachgerechte Verarbeitung sind die Voraussetzung für die dauerhafte Sicherheit eines solchen individuellen Prachtstücks. Umso besser, wenn alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten.

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