Schneesichere Dachdämmung für Steildach und Flachdach

Eine Dachdämmung der besonderen Art: Viel Schnee und große Wassermengen treffen hier auf flache Fertigbetondächer mit Hohlräumen – eine besondere Herausforderung für die Dämmung. Benötigt wurde ein Dachaufbau mit einer besonders sicheren Abdichtung und Wärmedämmung für Steildach und Flachdach.

Dämmung für eine Kombination aus schrägen und flachen Dächern

Moderne Architektur im Skigebiet: „Villas Winterberg“ ist eine luxuriös ausgestattete Wohnanlage, bestehend aus in den Berg hineingebaute Häuser der luxuriös ausgestatteten Wohnanlage mit ihren flach geneigten Pultdächern entlang der Piste im schneereichen Neuastenberg bei Winterberg. Um diese Dächer auch dauerhaft sicher zu gestalten, überlegten sich Planer und Dachdecker eine außergewöhnliche Kombination aus Steildacheindeckung, Aufsparrendämmung und Flachdachabdichtung.

Schneesicheres Dach

Winterberg im Hochsauerlandkreis ist bekannt als Austragungsort von Weltcuprennen des Bob- und Rennrodelsports und als Wintersportort beliebt. Die kurze Anreise in die schneereiche Region machen das Gebiet auch für einen Kurzurlaub attraktiv. Moderne Schneekanonen erlauben Wintersport von Dezember bis Mitte März. Die 24 zweistöckigen Wohnhäuser direkt an der Skipiste werden von den Eigentümern für einige Wochen im Jahr selbst genutzt und ansonsten an Urlauber vermietet.

Die Architekten verbanden lokale, traditionelle Bauweise mit dynamischer, zeitgenössischer Architektur, die sich in die Umgebung einpasst. Die Pultdächer erlauben große Fensterflächen mit viel Licht in den Innenräumen und einen Panoramablick in die Natur. Ihre Dachschräge schafft großzügige, moderne Innenräume. Doch nicht nur Naturschnee belastet die mit 18 Grad sehr flach geneigten Dächer, sondern auch die Beschneiungsanlage des benachbarten Skihangs sorgt zusätzlich für Schneelast und kräftige Verwehungen auf dem Dach. Eine Herausforderung für die Dachdämmung.

Spezielle Dämmung für Steildach und Flachdach

Dämmspezialist Bauder war der einzige Hersteller, der für die geforderte Wärmedämmung eine Lösung bieten konnte. „Als Systemanbieter haben wir den großen Vorteil, materialübergreifend alle Komponenten und Dachsysteme für Steil- und Flachdächer aus einer Hand anbieten zu können“, so Dieter Jongschlager. „Zudem haben wir viel Erfahrung auch mit schwierigen Dachsituationen, Kompetenz in der Statikberechnung bei nicht standardmäßigen Unterkonstruktionen sowie Anwendungstechniker für alle Berechnungen und Lösungen.“ Damit können sich Bauherren, Planer und Verarbeiter jederzeit sicher sein, das Beste für ihre Anforderungen auf das Dach zu bekommen.

Für eine optimale Lösung der Dachdämmung wandte sich das Architekturbüro bereits in der frühen Planungsphase an den Bauder Fachberater. Für die fachgerechte Ausführung der Konstruktion kam nur ein Handwerksbetrieb mit zertifizierter Qualität in Frage, diesen Anforderungen genügte die Firma Schütte Bedachungen aus Schmallenberg.

Dachdämmung mit System

Die Dachexperten planten einen Systemaufbau für die Dachdämmung mit einer selbstklebenden Dampfsperre auf der Betonschalung (BauderTEC KSA DUO). Darauf folgten die besonders robuste Wärmedämmung (BauderPIR PLUS) unter der Eindeckung vom Dach.

Ein perfekt abgestimmtes System aus Abdichtung und Wärmedämmung: Im Flachdachbereich wurde eine hochwertige Kunststoffdachbahn (BauderTHERMOPLAN T18) eingesetzt, darauf eine Wärmedämmung (BauderPIR FA). 

Dampfsperre ist einfach und wirtschaftlich

Um Staub zu binden und bestmögliche Haftung mit darüber liegenden Schichten zu schaffen, wurde die Betonunterkonstruktion nach der Reinigung mit Bitumenvoranstrich präpariert. Jetzt kam die im Dachpaket als Dampfbremse wirkende, vollflächig kaltselbstklebende Elastomerbitumenbahn zum Einsatz.

„Die patentierte, hochwertige Kaltselbstklebebahn mit verschweißbarer Längsnaht und stabiler Einlage bietet langfristige Sicherheit.“ Sie ließ sich ohne Erhitzen sauber und schnell verlegen und dank der geringen Bahnendicke in den Details leicht verarbeiten. „Die Bahnen wurden ausgerollt, ausgerichtet und nach dem Abziehen der unterseitigen Folie mit der Unterkonstruktion verklebt – fertig“, schätzen die Verleger die einfache Verarbeitung. Die starke Klebekraft der Kaltselbstklebemasse sorgt sofort für eine sichere Verbindung. Die Längsnähte wurden zur sofortigen Notabdichtung heiß verklebt, Anschlüsse und Details sauber eingebunden.

Bei einem Massivdach ist die Vorgehensweise natürlich ganz anders als bei einem klassischen Dachstuhl aus Holz, bei dem man zwischen Aufsparrendämmung und Zwischensparrendämmung unterscheidet.

Aufdachdämmung

Die Aufdachdämmung als schützende Dämmhaube für das ganze Haus lässt sich am besten mit selbsttragenden, formstabilen leichten PU-Wärmedämmelementen umsetzen. Vergleichbar zur Aufsparrendämmung beim Holzdachstuhl. Der Hochleistungsdämmstoff „BauderPIR“ besitzt mit der Wärmeleitstufe WLS 023 die beste Dämmleistung bei geringster Dicke. „Wenn es um hochwertige Projekte und dauerhafte Sicherheit geht, gibt es keine andere Wahl als BauderPIR“, so Fachberater Jongschlager. „Das leichte Material lässt sich einfach zuschneiden und bis ins Detail präzise und schnell verarbeiten.“  

Die Wahl bei der Wärmedämmung fiel auf 120 mm dicke Platten: Auf dem beidseitig mit einer Deckschicht aus Aluminium versehenen hochstabilen Polyurethankern ist oberseitig zusätzlich eine Polymerbitumenbahn aufkaschiert, die eine äußerst robuste zweite wasserführende Ebene bildet. Die Dämmung ist hagelschlaggeprüft, das heißt, selbst bei defekter Eindeckung schützen die Platten das Dach zuverlässig vor Hagel und Starkregen und halten das Haus auch in der Bauphase trocken und sicher. Dank der umlaufenden Nut- und Feder-Verbindung konnten die Dachdecker die leichten 1,20 mal 1,80 Meter großen Platten schnell und wärmebrückenfrei verlegen. Nach dem Verkleben der Stöße mit Hilfe der zehn Zentimeter breiten, selbstklebenden Horizontal- und Vertikalüberlappungen war die gedämmte Fläche am Dach sofort winddicht und regensicher.

Statik am Dach

Bauder bietet als einziger Hersteller ein Dachsystem für Steildächer in Massivbauweise, bei dem die PIR-Wärmedämmelemente mit der Konterlattung über für Beton geeignete Befestiger direkt in der Betonkonstruktion verankert werden. Auch bei den Villas Winterberg wurde die Dachdämmung zur statischen Lastabtragung durch die Konterlatten und 120 mm BauderPIR hindurch in den Betondächer fixiert. „Doch die Tücke lag im Detail“, erinnert sich Christopher Schulte. „Jeder Dübel musste exakt nach Plan gesetzt werden, um nicht in die Hohlräume der Fertigbetondächer zu treffen.“

Aufgrund der Dachneigung war vom Ziegelhersteller ein regensicheres Unterdach gefordert. Mit Nageldichtstreifen sorgte das Schütte-Team im Bereich der Durchschraubungen für zusätzliche Sicherheit. Alle Fugen, die beim Anpassen der Wärmedämmung, bei Durchbrüchen und Anschlüssen entstanden, wurden sorgfältig mit PU-Montageschaum ausgeschäumt und mit selbstklebenden Streifen abgeklebt. Jetzt konnten die Dachlatten befestigt und die gewölbten Ziegel „Erlus Karat“ verlegt werden.

Abdichtung vom Flachdach

In Bereichen, in denen die Dächer besonders stark belastet und zugeweht werden, erhielten die Häuser statt der Ziegeleindeckung eine hochwertige Flachdachabdichtung auf der Dampfsperre. Zur sicheren mechanischen Befestigung der Kunststoffdachbahnen wurden hier zwischen der Wärmedämmung Hölzer verlegt. Auch hier erlaubte der Stufenfalz schnelles wärmebrückenfreies Verlegen der leichten handlichen Dämmplatten.

Die Übergänge zwischen Flachdachabdichtung und Ziegeleindeckung wurden mit Verbundblechen und Giebelsteinen gestaltet. Zur Abdichtung dieser extrem beanspruchten Dachflächen kam für die Spezialisten nur die hochwertige Kunststoffdachbahn in Frage. „Dachaufbauten müssen langfristig sicher sein, vor allem an so beanspruchter Stelle“, so Schulte. Die Kunststoffbahn fürs Dach ist mit einem Synthesegewebe armiert und dadurch besonders dimensionsstabil, reißfest und belastbar. Sie ist UV-stabil, witterungs- und alterungsbeständig und erfüllt höchste Anforderungen bei geringstem Verlegeaufwand.

Flachdachabdichtung

  • Zur sicheren mechanischen Befestigung der Kunststoffdachbahnen wurden zwischen der Wärmedämmung Hölzer verlegt. Foto: Bauder
  • Hölzer werden auch mit Dämmung abgedeckt. Foto: Bauder

Fazit dieser Dachdämmung

Das ungewöhnliche Bauvorhaben war für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung: „Über diese Sonderkonstruktion am Dach haben wir lange nachgedacht. Das ganze DAchdämmung war sehr anspruchsvoll und ausgefallen und funktioniert nur mit wirklich kompetenten Partnern, einem Bauherrn, der hochwertige Dachsysteme schätzt, sowie mit einem Hersteller, der alle Komponenten für Steil- und Flachdächer liefern kann.“

Der Beitrag entstand in Kooperation mit Bauder.

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