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Dachformen im Überblick – von Satteldach bis Walmdach

Dachformen gibt es viele. Wir geben einen Überblick über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Dachformen, ihre Konstruktion, Geschichte und Tipps.

Am Anfang war das Dach. Die ersten Behausungen der Menschheit bestanden aus Gebilden, die man zumindest heute als Dach bezeichnen würde. In der Regel waren es Zeltkonstruktionen, wobei ein Grundgerüst aus Holz oder ähnlichem Material mit Lederhäuten, Schilfrohrmatten oder Palmenwedel bedeckt wurde.

Wände gab es zunächst nicht. Sie kamen erst später ins Spiel, als mehr Menschen pro Haus untergebracht werden mussten.

Die Aufgaben, die ein Dach mit Wänden bewältigen muss, sind ähnlich, vielleicht sogar noch umfassender und schwieriger. Denn seitdem eine Behausung Wände hat, muss ein Dach nicht nur die Bewohner darunter trocken halten, sondern möglichst auch die Außenwände. Heutzutage spielt neben der Dichtheit auch die Dämmung eine wichtige Rolle.

Wegen all dieser Faktoren erfanden kreative Planer im Laufe der Baugeschichte immer neue Dachformen und Konstruktionen. Wobei zu berücksichtigen ist, dass sich für jede Region witterungsbedingt nur eine bestimmte oder zumindest wenige Dachformen wirklich eignen.

Traditionell kamen in regenreichen Gebieten eher steile Satteldächer zum Einsatz, die das Regenwasser schnell ablaufen lassen. In schneereichen Gebieten ist ein flachgeneigtes Satteldach empfehlenswert – dann kann der Schnee nicht so schnell herabrutschen und wirkt gleichzeitig wärmedämmend.

Im Zuge der passiven Sonnenenergie-Nutzung entwickelten Hausplaner das Pultdach. Hier schützt sich das Haus Richtung Norden mit der großen Dachfläche, auf der Südseite kann großzügige Verglasung viel Wärme ins Haus holen.

Was gibt es für Dachformen?

Die Form des Dachs hat entscheidenden Einfluss auf das Aussehen und den Charakter des Hauses. Doch das ist längst nicht alles! Lassen Sie sich bei der Wahl der Dachform deshalb nicht nur von optischen Kriterien beeinflussen.

Die Form des Daches ist für die meisten Bauherren eine Entscheidung fürs Leben. Dabei müssen Bauvorschriften, individuelle Vorstellungen, der Stil des Hauses sowie die mögliche Nutzfläche des Dachgeschosses auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden.

Manche Dächer sind flach, die meisten geneigt – einige steiler als andere. Manchmal vereint ein Haus sogar unterschiedliche Dachformen. Die Entscheidung für ein Dach will gut überlegt sein, da die Dachform und die Dämmung des Daches eine enorme Auswirkung auf die energetische Bilanz des Hauses haben. Bis zu 30 Prozent der Wärme gehen im schlechtesten Fall nämlich über das Dach nach außen verloren.

Nach wie vor ragen vor allem Giebel- und Satteldächer in den Silhouetten vieler Städte hervor. Aber auch Flachdächer sind angesichts des Bauhaus-Booms immer häufiger. Der Vorteil eines Flachdachs: Die Räume der oberen Etage weisen keine Dachschrägen auf. Dadurch geht kein Platz verloren. Die Art des Daches trägt maßgeblich zur Energie- und Kosteneffizienz eines Hauses bei. Schon bei der Planung gilt es daher, die richtigen Weichen für eine energieeffiziente Zukunft zu stellen. 

Jede Dachform hat ihre Vor- und Nachteile. Deshalb sollte man sich beim Hausbau genau überlegen welche Dachformen in Frage kommen. Auch der Einbau von Fenstern sowie die geeignete Dachdämmung sollte bedacht werden. Je nach Aufwändigkeit der Fertigung sind Dächerunterschiedlich teuer, was in der Budgetplanung berücksichtigt werden sollte.

Hier erfahren Sie mehr über Dachkonstruktionen

Wie auch immer die Dachform ausfällt, letztlich muss eine darunter liegende Konstruktion das Dach tragen. Lesen Sie mehr über das Thema Dachkonstruktion.

Satteldach: der Klassiker

Das Satteldach ist eine der klassischsten Dachformen. Mit vielen Vorteilen überlebt diese Dachform auch die Architekturtrends des 20. Jahrhunderts. Konstruktiv ist das Satteldach entweder ein Sparren- oder ein Pfettendach (siehe auch Dachkonstruktion). Durch die Variation des Dachwinkels ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Dachneigungen und Traufhöhen möglich.

Der einfache bauliche Aufbau und die große Stabilität sprechen auch heute noch für diese Dachform. Abhängig vom Dachwinkel haben die Dächer übrigens unterschiedliche Bezeichnungen: 

  • unter 30° Dachneigung spricht man vom "flachen Satteldach"
  • ab 45° spricht man vom "Neudeutschen Dach" oder vom "Winkeldach"
  • bei 60° (Gleichseitigkeit des Dachs) spricht man vom "Altfränkischen Dach" oder "Altfranzösischen Dach"
  • ab 62° spricht man vom "Gotischen Dach" oder "Altdeutschen Dach"

Vorteile:

  • günstige und einfache Herstellung der Dachform
  • zeitlos und klassisch
  • bei Flacher Neigung können die Räume im Dachgeschoss optimal genutzt werden

Nachteile:

  • eine der gängigsten Dachformen
  • "nichts Besonderes"

Mehr zum Satteldach

Erfahren Sie mehr über das Satteldach, eine bei Bauherren nach wie vor sehr beliebte Dachform. Foto: Baufritz

Walmdach: für freistehende Häuser

Das Walmdach ist ein Satteldach mit geneigten Giebelflächen. Die Dachform ist durch Abschrägung der vier Seiten entstanden.

Walmdächer werden insbesondere bei Bauernhäusern im süddeutschen und alpinen Raum verwendet – sie ist eine rustikale Version unter den Dachformen. Diese Dachform mindert die Angriffsmöglichkeit von Wind und Wetter. Es wirkt robust und herrschaftlich. Die beiden seitlichen Giebelschrägen bezeichnet man als Walm.

Bei Walmdächern, deren Walm nicht bis auf die Traufhöhe (die Höhe der Dachrinne) heruntergezogen wird, spricht man von einem Schopfwalm oder auch Krüppelwalm. Hier bleibt ein trapezförmiger Restgiebel erhalten. Legt man also die Traufe der Giebelwalme höher als die der Langseitenwalme, entsteht das sogenannte Krüppelwalmdach

Wenn der untere Teil des Dachs abgewalmt ist, spricht man von einem Fußwalm. Ein typisches Beispiel für diese Bauweise ist eine chinesische oder koreanische Pagode.

Vorteile:

  • robuste und stabile Dachform
  • ästhetische Optik
  • fügt sich gut in historische Stadtteile

Nachteile:

  • aufwändigere Herstellung und Eindeckung – somit eventuell höhere Kosten als beim Satteldach

Beispiele: Walmdach

Einfamilienhaus mit Walmdach
Das Walmdach gehört wie das Satteldach zu den klassischen Dachformen. Sie eignet sich besonders gut für freistehende Häuser. Foto: BAUMEISTER-HAUS
Einfamilienhaus mit Walmdach und Anbau
Das Walmdach gibt dem Haus ein besonderes Aussehen. Foto: BAUMEISTER-HAUS
Modernes Haus mit Walmdach
Dieses moderne Haus wird durch ein hübsches Walmdach abgerundet. Foto: FischerHaus

Pultdach: vom Industrie- zum Wohnbereich

Beim heute in Mode gekommenen Pultdach besteht das Dach nur aus einer Schräge. Pultdächer kommen eigentlich aus der Industrie. Vor allem Garagen und Lagerhallen wurden mit den geneigten Dächern abgedeckt. In den letzten Jahren setzten sich Pultdächer auch im Wohnbereich durch. Durch die asymmetrische Form wirken diese Dächer sehr modern.

Prinzipiell ist ein Pultdach ein "halbes Satteldach", das Dach besteht also nur aus einer Schräge. Die obere Kante nennt man auch hier First, die untere Kante Dachtraufe. Üblicherweise ist die Dachkonstruktion ein leicht geneigtes Sparrendach.

Beim versetzten Pultdach treffen sich zwei zueinander geneigte Dachflächen nicht in einem Dachfirst, sondern sind von der Höhe versetzt und können auch verschieden lang und unterschiedlich geneigt sein. Der Giebelstreifen zwischen den beiden oberen Dachenden lässt sich für ein Lichtband nutzen, um das oberste Stockwerk mit reichlich Tageslicht zu fluten.

Pultdächer, deren Dachtraufe in Richtung Süden zeigt, werden gerne für Photovoltaikanlagen genutzt, weil die solaren Energiegewinne hier besonders groß sind. Und so zeichnet diese Dachform heute vor allem Passivhäuser aus, deren Front der Sonne geöffnet. Denn unter dem Gesichtspunkt passiver Sonnenenergie-Nutzung bietet das Pultdach ein Optimum: dem kühlen Norden wird das Dach gezeigt, die Sonnenseite des Südens hat die volle Geschosshöhe Platz, um durch großzügige Verglasung viel Wärme ins Haus zu lassen.

Vorteile gegenüber Flachdächern:

  • das Dach kann mit Ziegeln gedeckt werden
  • Regenwasser fließt ab
  • ideal für Photovoltaik-Anlagen

Beispiele: Pultdach

Bei diesem Dach handelt es sich um ein Pultdach.
Das Wohnhaus "Maxime 400" wurde mit einem Pultdach gestaltet. Es wirkt modern und zeitlos. Foto: Viebrockhaus
Modernes Haus mit Pultdach
Das Dach überzeugt mit asymmetrischer Form. Pultdächer sind gut geeignet, um Photovoltaikanlagen zu installieren. Foto: Viebrockhaus
Einfamilienhaus mit versetztem Pultdach.
Von hinten schaut das Pultdach ähnlich aus wie ein Satteldach. Foto: Viebrockhaus

Flachdach: volle Raumhöhe

Das Flachdach ist eng mit dem Bauhausstil verbunden. Und so sind Flachdächer spätestens seit dem Wiederaufkommen dieses puristischen Architektursstils auch bei Einfamilienhäusern wieder modern. Die Dachform hat sich vor allem auf Bungalows sowie Bürobauten und anderen gewerblich genutzten Immobilien durchgesetzt.

Ob kleine Bungalows oder imposante Stadtvillen – alle Häuser können mit einem Flachdach ausgestattet werden. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten. Das Wichtigste ist die Abdichtung. Sie sorgt dafür, dass später keine Feuchtigkeit ins innere des Hauses gelangt.

Außerdem muss ein Flachdach gut gedämmt sein und einer höheren Belastung standhalten als geneigte Dächer. Im Winter beispielsweise muss ein Flachdach hohe Schneelasten tragen. Bei anderen Dachformen rutscht dieser einfach herunter. Deshalb sollte bei der Planung unbedingt auf die Statik geachtet werden.

 

 

Beispiele: Flachdach

Modernes Haus mit Flachdach.
Dieses moderne Haus mit Flachdach besticht durch kubische Form und kontrastreiche Farbgebung. Foto: FingerHaus
Bungalow mit Flachdach. Häuser mit Flachdach wirken modern. Im Dachgeschoss bietet sich viel Platz für die Familie.
Flachdächer bieten viele Vorteile und werden gerne bei Bungalows und Häusern im Bauhausstil eingesetzt. Foto: GussekHaus

Auch ein Flachdach braucht eine leichte Neigung, sonst würde das Wasser in Pfützen stehenbleiben und nicht ablaufen. Daher werden heute in der regel Dächer mit einer Neigung bis zu 5 Grad als Flachdächer bezeichnet.

Beim Flachdach ist die oberste Geschossdecke gleichzeitig das Dach. 

Flachdächer sind begehbar und, sofern in die Hausplanung miteinbezogen, als Dachterrasseoder Dachgarten nutzbar. Flachdächer sind zudem energieeffizienter als Spitzdächer. Daher gelten Flachdächer als besonders umweltfreundliche und energie- und kostensparende Bauweise.

Vorteile:

  • modernes Design
  • volle Raumhöhe im Obergeschoss
  • Möglichkeit eines Dachgartens/einer Dachterrasse

Nachteile:

  • höhere Belastung für das Dach

Noch mehr zum Flachdach

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über die Dachform Flachdach. Foto: aydinmutlu/Getty

Mansarddach: mehr Nutzraum

Das Mansarddach ist ursprünglich eine französische Erfindung: Der Name der Dachform geht auf die Architekten François Mansart und Jules Hardouin-Mansart zurück, die im 16. und 17. Jahrhundert dieses Dach erfanden und zunächst in Paris populär machten.

Ursprünglich sollte das Mansarddach die Grundsteuer verringern, die damals nach Vollgeschossen bemessen wurde. So konnte im Gegensatz zu anderen Dachformen ein zusätzliches, voll nutzbares Stockwerk eingebaut werden, ohne es steuerlich berücksichtigen zu müssen.

In Deutschland findet man diese Dächer insbesondere bei alten Häusern auf ehemals preußischem Gebiet. Eine Renaissance erlebte die Dachform in den 1980er und 1990er Jahren.

Das Mansarddach ergibt einen vergrößerten Dachraum, denn hier ist keine durchgehende einheitliche Dachneigung zu finden. Im oberen Bereich besitzt diese Form eine geringere Dachneigung. Ausführungen gibt es als Zeltmansard-, Mansardwalm-, Krüppelmansardwalm- und klassisches Mansardsatteldach. 

Vorteil:

  • deutlich mehr "Kopffreiheit" bei gleicher Firsthöhe

Nachteile:

  • eingeschränkte Möglichkeiten zur Photovoltaik
  • aufwändigere Dachkonstruktion
  • geringere Stabilität
  • in der Regel etwas höhere Kosten

Beispiele: Mansarddach

Mansarddach an einer alten Villa
Besonders oft findet man Mansarddächer an alten Villen. In modernen Bauten wird diese Dachform nur selten eingesetzt. Foto: Getty/cmfotoworks

Sheddach: luftiger Industrieklassiker

Sheddächer werden seit jeher gern für Fabrikhallen verwendet. Prinzipiell stellt diese Dachform eine Folge von einzelnen Pultdächern dar. Deren Fläche kann unterhalb des Firstes verglast werden. Dadurch gelangt Frischluft und Licht in den Innenraum.

Der Begriff "Sheddach" leitet sich wahrscheinlich vom englischen Begriff shed für "Schuppen" ab. Insbesondere in England prägt diese Dachform das Bild der Fabriken aus der industriellen Frühzeit.

Vorteile:

  • blendfreie Ausleuchtung des Innenraums ohne Schlagschatten.
  • sehr stabile Konstruktion

Nachteile:

  • Dichtigkeitsprobleme: Insbesondere in den Randbereichen treffen viele Materialien aufeinander, die nicht immer harmonieren (Kontaktkorrosion).
  • Tipp: Abhilfe schafft hier die Verwendung spezieller Profilplatten und die Abdichtung mit Flüssigkunststoffen.

Schleppdach: Vordach inklusive

Zieht man einen Teil des Daches über die Traufe hinunter, entsteht das Schleppdach. Insbesondere an Bauernhäusern hat sich diese Dachform über die Jahrhunderte bis heute gehalten. Entweder wird es von vorn herein als Teil des Hauptbaus geplant, beispielsweise als Vordach oder Eingangsbereich, oder nachträglich auf einen Anbau ausgeweitet.

Ein Schleppdach integriert Anbauten sehr harmonisch in den Hauptbau. Bei stumpfen Dachwinkeln kann in seltenen Fällen beim geschleppten Dach dieselbe Neigung beibehalten werden. In der Regel fällt die Neigung des Anbaudachs geringer aus, um eine ausreichende Traufhöhe zu erzielen.

Diese Dachform eignet sich gut, um ein Carport direkt ans Haus anzugliedern. Nur eine Seite des Carports muss dann befestigt werden, die andere wird ans Haus gestützt.

Vorteile:

  • praktische Erweiterung eines Satteldachs
  • Erweiterung des Wohnraums
  • einfache Herstellung, daher recht günstig

Nachteile:

  • Die optischen Möglichkeiten sind begrenzt.

Beispiele: Schleppdach

Einfamilienhaus mit Schleppdach. Das Schleppdach ist eine Verlängerung des Satteldachs.
Dieses Haus verfügt über ein verlängertes Satteldach, ein sogenanntes Schleppdach. Foto: BienZenker

Welches Dach ist das beste?

Wer aus finanziellen Gründen ein preiswertes Satteldach favorisiert, macht unter konstruktiven Gesichtspunkten keinen Fehler.

Doch ein Dach prägt ganz entscheidend die Ansicht eines Hauses. Es stellt sich also die Frage, ob der verhältnismäßig geringe Aufpreis für ein Krüppelwalmdach beispielsweise nicht gut angelegt ist – zumindest bei standardisierten Entwürfen von Hausherstellern kann man bei ein und demselben Haus verschiedene Dachformen wählen.

Wer sein Haus individuell planen lässt, hat den Vorteil, jede erdenkliche Dachform zu verwirklichen – vorausgesetzt, das Bauamt genehmigt dies. Mitunter machen die Behörden nämlich schon bei schlichten Satteldächern Probleme, nur weil die vorgesehene Dachneigung steiler ausfällt als die in der Nachbarschaft.

Denn leider hat die Baubehörde, auch was die Dachform betrifft, oft das letzte Wort. Als Bauherr dürfen Sie nicht alles, was Sie gerne wollen. Nicht nur die Form, sondern auch die Neigung, ja sogar die Art und Farbe der Eindeckung kann Ihnen vorgeschrieben werden. Eine vorhergehende Abstimmung schafft Klarheit und mitunter Enttäuschung. Aber ohne Genehmigung geht wie fast überall am Bau gar nichts.

Schrägdach oder Flachdach?

Die Form des Dachs hat nicht nur auf Aussehen und Charakter des Hauses einen entscheidenden Einfluss. Lassen Sie sich daher nicht nur von optischen Kriterien in Ihrer Entscheidung beeinflussen.

Alles gut bedacht

Sowohl Schräg- als auch Satteldach gibt es schon sehr lange, wobei das Steildach baugeschichtlich älter und bei uns in Mitteleuropa traditionell die bevorzugte Dachform ist. Flachdächer haben sich vor allem auf Bungalows, Bürobauten und anderen gewerblich genutzten Immobilien durchgesetzt.

Auch ein Flachdach braucht eine leichte Neigung, sonst würde das Wasser in Pfützen stehenbleiben und nicht ablaufen. Daher werden heute in der Regel Dächer mit einer Neigung bis zu 5 Grad als Flachdächer bezeichnet. Die eigentliche Unterscheidung zwischen Flachdach und Steildach liegt jedoch nicht in der Neigung, sondern in der Konstruktion.

Beim Flachdach ist die oberste Geschossdecke gleichzeitig das Dach. Es gibt drei verschiedene Bauweisen:

  • einschaliges Warmdach ohne Belüftung
  • Umkehrdach
  • mehrschaliges Kaltdach mit Belüftung

Das Warmdach überzeugt durch hohe Dämmwirkung während der kälteren Jahreszeit. Bei ihm gibt es keine Luftschicht, eine kompakte Schichtenfolge schützt die Wärmedämmung. Zum Raum hin sorgt eine Dampfsperre dafür, dass kein Wasserdampf aus der Raumluft in die Wärmedämmung eindringen kann. Die Qualität eines Warmdachs hängt von der luftdichten Verlegung der Dampfsperre ab. Die Wärmedämmung muss hier trittfest sein.

Beim Steildach wird die Tragekonstruktion zusätzlich auf dem Gebäude errichtet. Auf diesem Tragewerk werden Sparren und eine Lattung angebracht. Diese dienen wiederum dem Deck- und Dämmmaterial als Basis. Viele verschiedene Möglichkeiten bietet die abschließende Dacheindeckung – von Tondachziegeln bis zu Schiefer.

Witterungsschutz

Durch die schräge Form bietet das Schrägdach besten Schutz gegen Regen, Schnee und Sturm. Schon geringe Dachneigungen sorgen dafür, dass das Wasser, auch bei Starkregen, sicher abläuft. Je größer der Winkel, desto besser gezielter wird das Wasser abgeleitet. Und sollte es im Winter zu erheblichen Schneemengen kommen, rutschen diese ab und entlasten die Dachkonstruktion. Flachdächer mussten in der Vergangenheit immer wieder aufwendig von großen Schneemassen geräumt werden.

Wartung

  • Das Flachdach hat den höheren Wartungsbedarf, eine wasserabweisende Bitumenschicht muss regelmäßig erneuert werden. Auch Dichtungen und Dämmungen müssen regelmäßig kontrolliert werden.
  • Ein Steildach kommt ohne kosten- und wartungsintensive Abdichtungsarbeiten aus. Gerade mit Tonziegeln eingedeckte Dächer sind stabil und sehr lange haltbar. 

Nutzung

Bei einem geneigten Dach geht durch die Dachschrägen etwas Wohnraum verloren, was durch einen hohen Kniestock ausgeglichen werden kann. Beim Flachdach sind die Räume ohne Einschränkung und es kann als Dachterrasse genutzt werden.

Kosten

Die günstigere Konstruktionsweise des Dachgeschosses beim Steildach wirkt sich auf die Gesamtkosten aus. Auch bei der reinen Betrachtung der Kosten für die Konstruktion der Dachhaut sind die Steildachvarianten deutlich günstiger als das Flachdach. Der permanente Aufwand, das Flachdach zuverlässig gegen Niederschlag abzudichten, schlägt ebenfalls deutlich zu Buche. Insgesamt fallen die Lebenszykluskosten beim Steildach niedriger aus.

Dachformen aus Sicht eines Profis

Welche Herausforderungen bringen die unterschiedlichen Dachformen in der Praxis mit sich? Wir sprachen mit einem Dachspengler, der aus seinem Alltag erzählt. 

Noch mehr über Dachformen erfahren Sie hier:

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