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Mit einer Gaube mehr aus dem Dach machen

Mehr Raumhöhe und Tageslicht: Mit einer Gaube lässt sich mehr aus dem eigenen Dach herausholen.

Wer im Dachgeschoss das Gefühl hat, ständig den Kopf einziehen zu müssen, um sich nicht zu stoßen, sollte das Anbringen von Dachaufbauten, auch Gauben genannt , in Erwägung ziehen.

Diese schaffen nach oben hin Raum und verleihen niedrig angelegten Geschossen ein großzügiges Erscheinungsbild.

Dachfenstern gegenüber haben sie den Vorteil, dass Sonnenstrahlen nicht senkrecht auf die Verglasung treffen und sich der Wohnraum dadurch weniger aufheizt. Doch Vorsicht: Für Gauben benötigen Sie normalerweise eine Baugenehmigung, da sie das Äußere eines Hauses verändern.

Manchmal aber sind sie, wenn örtliche Bauvorschriften und Gaubensatzungen eingehalten werden, auch genehmigungsfrei. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde also unbedingt, bevor Sie mit der Umbauplanung beginnen, nach den für Sie verbindlichen Auflagen!

Diese können die Gaubenform vorschreiben, die Zulassung für bestimmte Dächer und Dachneigungen, den genauen Standort der Gaube auf dem Dach sowie die Mindestabstände zu Traufe, First und Giebel. Auch die Fläche der Vorderansicht, die Traufhöhe, Breite, Länge und Eindeckung der Gaube sind oft festgelegt.

Ebenfalls genehmigt werden muss der Einbau von Loggien. Diese stellen auch eine Veränderung der Optik des Hauses dar, schaffen jedoch Raum für einen gut geschützten und daher auch in Übergangszeiten nutzbaren Freisitz in luftiger Höhe.

Unter einem Schrägdach verbirgt sich oft wertvoller Wohnraum. Angesichts knappen und teuren Baulandes lohnt es sich, sofern man unter beengten Verhältnissen leidet, das eigene Dach unter die Lupe zu nehmen. Gerade in Städten oder Ballungszentren sind die Immobilienpreise inzwischen so hoch, dass es sich lohnt, dieses Potenzial zu nutzen und ein Dachgeschoss auch nachträglich noch auszubauen. 

Mit Gauben und Loggien kann man aus Dachgeschossen mehr herausholen. Sie können zudem unter Dächern mit flacherer Neigung, die auf den ersten Blick als für den Ausbau wenig geeignet scheinen, für komfortable Wohnräume sorgen. Denn sie bringen Platz für Kopf und Beine.

Der Gaubeneinbau ist, wenn damit neue und ausreichend große Raumverhältnisse geschaffen werden können, in jedem Fall günstiger und mit weniger Aufwand verbunden, als das ganze Haus zu wechseln. Abhängig von der Art und Größe sowie der Anzahl der Gauben kann die Wohnfläche spürbar vergrößert werden.

Auf die Vorschriften achten

Dachaufbauten, also Gauben, sowie Dacheinschnitte wie Loggien, sind in der Regel genehmigungspflichtig, da sie das Erscheinungsbild eines Hauses verändern. Besondere Bedingungen gelten, wenn das Haus unter Denkmalschutz steht. Allerdings können Gauben teilweise auch genehmigungsfrei sein, wenn die örtlichen Bauvorschriften beziehungsweise Gaubensatzungen eingehalten werden. Diese regeln, je nach Bebauungsgebiet mehr oder weniger streng, welche Gaubenformen überhaupt zugelassen sind, auf welchen Dachformen und ab welchen Dachneigungen Gauben erlaubt sind, in welchem Bereich der Dachfläche sie zu sitzen haben, oder noch genauer: welche Mindestabstände zu Traufe, First und Giebel einzuhalten sind. Festgelegt wird darüber hinaus, wie groß die Vorderansichtsfläche, die Traufhöhe, Breite oder Länge maximal sein darf, welche Eindeckung zu wählen ist und viele andere Dinge mehr.

Loggien sind häufig komplett untersagt. Das alles führt meist zu sehr eingeschränkten Lösungen. Wer angenehmes Wohnen unterm Dach anstrebt, wird damit kaum zurechtkommen. Schon allein deshalb, aber auch um die Sachlage insgesamt zu klären, empfiehlt sich ein Gang vorab zum Baurechtsamt. Denn wer beim Bau die Vorschriften nicht einhält, selbst wenn es unwissentlich passiert, riskiert den Abriss beziehungsweise eine Strafe. Wer dagegen sein Vorhaben mit guten Argumenten begründet, hat die Chance auf Befreiung vom Bebauungsplan – natürlich gegen Gebühren.
Außer der Form der Gaube kann auch die zusätzliche Wohnfläche zum Genehmigungskriterium werden. So können großzügige Aufbauten dazu führen, dass die erlaubte Grundfläche, die in Abhängigkeit vom Grundstück ermittelt wird, überschritten wird. Oder das Dachgeschoss wird durch die Erweiterung auf einmal zum Vollgeschoss, was im Bebauungsplan möglicherweise nicht vorgesehen ist. Viele Bauordnungen sehen nämlich das Dach ausdrücklich als Abdeckung des Hauses und nicht vordringlich als Wohnraum. Entsprechend restriktiv gehen sie mit der erlaubten Anzahl und Größe von Gauben um, die aus den genannten Gründen im Verhältnis zur Gesamtdachfläche eine untergeordnete Rolle spielen sollen. Dann hilft ebenfalls nur der Antrag auf Befreiung. Falls das nicht klappt, muss der geplante Ausbau reduziert werden.
Nicht zuletzt hängt die Genehmigung auch vom optischen Gesamteindruck ab, der zu erwarten ist. Das Erscheinungsbild des Hauses muss harmonisch bleiben, die Gauben dürfen das Gebäude weder dominieren noch dürfen sie beliebig im Dach platziert werden. Futuristisch anmutende Gauben auf Gründerzeitdächern – ein solcher Stilbruch müsste schon sehr gekonnt inszeniert sein, damit das Baurechtsamt die Planung durchwinkt.

Es kommt auf die Größe an

Mit kleinen Gucklöchern, wie sie auf alten Dächern noch als Fledermausgauben oder sehr klein dimensionierte Schleppgauben zu finden sind, haben moderne Gauben nichts mehr zu tun. Ihre Aufgabe ist es, das Dach „aufzureißen“, um mehr Fläche zu schaffen, um aufrechtes Stehen zu ermöglichen und um Licht ins Innere zu bringen. Der Tatsache, dass die Lichtausbeute im Vergleich zu Dachflächenfenstern wesentlich geringer ist, steht neben dem Vorteil des Raumgewinns der bessere Schutz vor Überhitzungsgefahr an sonnigen Tagen gegenüber.
Neue Gauben werden in der Regel mit mindestens einem großflächigen Fenster geplant. Der Innenbereich profitiert davon in Form einer Nische, die beispielsweise einen gemütlichen Sessel aufnimmt und von der aus man wie an einer Balkonbrüstung den Blick schweifen lassen kann: der Raum beziehungsweise die Schräge wird aufgelockert. Je breiter die Gaube, desto besser lässt sich das Zimmer nutzen, und je höher das Gaubendach, desto mehr wird das Dachzimmer zu einem vollwertigen Wohnraum. Zwar wird es nie ganz ohne Abstufungen und Schrägen im Deckenbereich gehen, aber genau das macht ja den Charme einer Dachwohnung aus, den viele so lieben. Schließlich kann ein Dach nicht nur aus Gauben bestehen – es liegt am Geschick des Planers, wie er mit den Schrägen umgeht und wie er sie am besten integriert. Das klappt besonders gut, wenn unterm Dach ein ganzes Appartement entsteht. Bereiche mit geringerer Stehhöhe können dann beispielsweise für die Badewanne oder mit einer entsprechenden Verkleidung als Vorrats- oder Stauraum genutzt werden. Das bietet sich in der Küche wie auch im Schlafzimmer an. Im Wohnbereich wiederum sind Schrägen sogar reizvoll, solange an anderer Stelle genügend freie Bewegungsfläche zur Verfügung steht. Sie bringen Spannung in das Raumgefüge.
Ein ganz besonderes Gestaltungselement im Hinblick auf die Wohnatmosphäre ist die Loggia. Sie verstärkt den Appartement-Charakter einer Dachwohnung. Der Dacheinschnitt, auch negative Gaube genannt, wird von außen nur als Öffnung wahrgenommen, als nicht einsehbarer Dachbalkon. Für die Bewohner ist er jedoch ein attraktiver Freisitz und wirkt durch die raumhohe Rundumverglasung ähnlich wie ein Wintergarten. Die Basis, sprich der Boden der Loggia, muss entweder als wasserdichte Wanne ausgeführt sein oder ähnlich wie bei einem Flachdach oder Balkon zu den Innenbereichen hin abgedichtet sowie an die Dachentwässerung angeschlossen werden. Wer möchte, kann den Einschnitt zusätzlich mit Schiebeelementen aus Glas abdecken. Auf diese Weise lässt sich die Loggia auch noch dann nutzen, wenn die Tage kühler werden – es genügt, wenn die Sonne scheint.

Verschiedene Formen von Gauben

Wesentlich mehr Außenwirkung als eine Loggia entfaltet die Gaube, die in ganz unterschiedlichen Varianten das Dach zieren kann. Die Schleppdachgaube beispielsweise macht besonders auf älteren oder historischen Dächern eine gute Figur. Durch ihre eigene Dachneigung eignet sie sich für klassische Eindeckungen wie Ziegelsteine und fügt sich so unauffällig ins Gesamtbild ein. Ähnlich die Satteldachgaube. Auch sie lässt sich klassisch eindecken, sorgt aber durch ihre Höhe im First für mehr Kopffreiheit und bringt mehr Weite in den Innenraum.
Als moderne Verwandte werden vor allem Flachdachgauben oder Tonnengauben mit runden Dächern angeboten. Diese heben sich außerdem durch das verwendete Material ab. Zink, Aluminium oder Kupfer dienen nicht nur als Dacheindeckung, sondern oft auch zur Verblendung der Seiten, alternativ zu einer großzügigen Verglasung. Grundsätzlich kann mit Gauben jede gewünschte geometrische Form und jegliche Dachgestaltung verwirklicht werden. Wer kreativ plant, findet Lösungen, die nicht jeder hat. So spricht beispielsweise nichts gegen die Gaube als Wintergarten, rundum verglast sowie mit Glasdach, wenn dabei der Sonnenschutz nicht vergessen wird. Oder man setzt vor den Aufbau noch einen Balkon – oder zieht die Gaube über zwei Stockwerke, wenn dadurch ein hohes, steiles Dach optimal genutzt werden kann. Wer die neue Dachfläche zudem mit einer Solaranlage bestücken will, kann auch die integrieren. Sofern die baurecht-
lichen und statischen Voraussetzungen gegeben sind, steht im Prinzip keiner der Realisierungsideen etwas entgegen.

Gutes Raumklima im Dachgeschoss

Um eine homogene Dämmschicht zu erzielen, empfiehlt es sich, bei der Dachsanierung bestehende Gauben mit demselben Dämmstoff aufzubessern, wie die Dachfläche. Die KfW Förderbank unterstützt die Dachsanierung und den Einbau einer Dachgaube mit einem Investitionszuschuss, wenn die KfW-Vorgaben zur Energieeffizienz erfüllt werden.

Gaube als Zugang zur Dachterrasse

Eine Gaube kann auch als Zugang zur Dachterrasse genutzt werden. Eine Dämmung und Verschattung der Fenster dämmen an heißen Sommertagen den Wärmefluss von außen nach innen spürbar ein. Je niedriger der U-Wert (Wärmedurch- gangskoeffizient), desto weniger Wärme dringt durch das Bauteil. Dachterrassen sind in Städten oft die Alternative zum Garten – ein attraktives Plus mit hohem Nutzwert.

Baugeschichte: Gaube mit Aluminium-Eindeckung

Der weiß getünchte Klinkerbau bildet einen interessanten Kontrast zum dunklen Walmdach, das durch die weit auskragenden Ränder wie ein Schutzhelm wirkt. Der Bauherr hatte sich ursprünglich ein Schieferdach gewünscht, entschied sich dann aber für Aluminium. Da kam ihm die neue Kanada-Schindel „Smooth” aus Aluminium von haushaut gerade recht, die über eine Schieferoptik verfügt und ohne Prägung einen smoothen, also glatten Look, vermittelt.

Die ursprüngliche und seit etlichen Jahren etablierte Kanada-Schindel verfügt nicht über diese glatte Optik. Material, Form und Farbe verleihen dem Dach eine fast einzigartige Eleganz. Zudem ist die Schindel äußerst wetterbeständig und sturmsicher. Sie kann auch als Giebel- oder Fassadenverkleidung eingesetzt werden.

Die kleinformatige Kanada-Schindel „Smooth” in der Farbe Pearls Anthrazit hat die Maße 445 x 230 mm und man benötigt 9,8 Stück pro Quadratmeter. Ihr Gewicht liegt bei nur 2,54 Kilogramm pro Quadratmeter. Es werden keine Hafte zur Befestigung benötig, da die Schindel bereits eine vorgestanzte Lochreihe aufweist. Zur Befestigung werden Rillennägel benutzt, die im Lieferumfang enthalten sind.

Bei der Verlegung muss man die Fläche nicht einteilen, da die obere Lochreihe das Verlege-Schema vorgibt. Lediglich das erste Gebinde muss parallel zur Traufe ausgeführt werden. Beim Kölner Objekt verlegte der Innungsbetrieb Geraedts aus Bergisch Gladbach die Schindeln. An- und Abschlüsse an Durchdringungen wie Lüftungsrohren, Dachfenstern und Kaminen konnte das Dachdeckerteam mit vorgefertigten Zubehörteilen aus Aluminium herstellen.

Der Dachkörper wird auf allen Seiten prominent durchbrochen von großen und die Optik des Hauses beherrschenden Gauben. Drei davon sind reine Fenstergauben, eine wurde als Loggia mit vorgeschobenem Balkon gefertigt. Zum Verkleiden der Dachgauben kam eine Verbundplatte mit 4 mm zum Einsatz, in der gleichen Optik wie die Schindeln. Bei der Dachentwässerung entschied man sich für die sechsteilige Kastenrinne namens „hauskrawatte” von haushaut. Das Gebäude, von dem Kölner Architekten Gerald Kheloufi geplant, wurde in knapp eineinhalb Jahren errichtet. Fürs Dach benötigten die Handwerker zwei Monaten.

Dachdecker Stefan Geraedts beurteilt die Arbeiten als „superschnell und supereinfach“. Und er ergänzt: „Mir kam es nicht so vor, als würde ich die Kanada-Schindel verlegen, da die ja die Schiefer-Optik imitiert. Die Smooth-Schindel ist ein komplett anderes Produkt, das sowohl mich als Verarbeiter, den Architekten und auch den Bauherrn begeistert. Extrem einfach zu verlegen und extrem langlebig.“

Die besondere Herausforderung bei diesem Dach bestand für den geübten Handwerker im Anschluss der jeweiligen Anbauteile wie z.B. Kamine, Dachfenster, Lüfter, Gauben und Dachgrate. Hier kamen diverse Falztechniken zum Einsatz. Besonders arbeitsintensiv waren die Anschlussarbeiten bei den Gauben, hier wurde jedes Alublech per Hand angepasst und gekantet. Die Mühe hat sich gelohnt: Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen!

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