Schneelast - eine Gefahr fürs Dach

Schnee kann zur Belastung werden! Bei feuchtnassem Altschnee genügen bereits 20 bis 30 cm, um pro Quadratmeter Fläche gut 100 kg auf die Waage zu bringen. Und die durchschnittliche Dachfläche eines Einfamilienhauses beträgt ca. 100 Quadratmeter. Dieses zusätzliche Gewicht muss die Dachkonstruktion sicher tragen können.

Viel Schnee - Ausnahmewinter oder Klimawandel?

Der Winter 2018/2019 wurde vielen wegen der ungeheuren Schneemengen vor allem in Süddeutschland und den Alpenregionen in Erinnerung bleiben. Vielen verzweifelten Hausbesitzern musste die Feuerwehr, der technische Hilfsdienst und sogar die Bundeswehr zu Hilfe eilen, um ihre Dächer von der Schneelast zu befreien, unter der sie einzubrechen drohten. Dass es sich dabei um eine reale Gefahr handelt, zeigen dramatische Unglücke, wie beispielsweise der Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall 2006. 

Regelwerke zu Schneelast und Schneelastzonen

Die Sorge um die Schneelast ist nicht allein Sache des Bauherrn. Gebäude müssen bereits bei der Planung so ausgelegt werden, dass sie bestimmten Schneelasten standhalten. Da Schneemengen und Schneehäufigkeit im statistischen Mittelwert je nach Region stark schwanken, wurde Deutschland in verschiedene Schneelastzonen eingeteilt. Zudem muss für den Standsicherheitsnachweis aber nicht nur die spezifische Schneelast, sondern auch die Dachform berücksichtigt werden. So dass am Ende das Tragwerk, also der Dachstuhl, für eine bestimmte Schneelast ausreichend dimensioniert ist.

Die Werte für die Schneelast werden mit Kilo-Newton pro Quadratmeter angegeben. Dabei entspricht ein Kilo-Newton der Last von 100 kg Schnee pro Quadratmeter Dachfläche. Die Schneelastzonen berücksichtigen die geografische Lage und die Höhe über dem Meeresspiegel. Für ganz Deutschland gibt es eine eine Art Landkarte mit verschiedenen Gebieten. Zur Zone 1 gehören schneearme Regionen wie das Rhein-Main-Gebiet. Am meisten Schnee gibt es in Zone 3, das ist erwartungsgemäß Richtung Alpen und in den Mittelgebirgen. In ein und derselben Schneelastzone steigt die Belastung mit der Höhe über dem Meeresspiegel.

Ein weiteres Problem besteht dadurch, dass Schnee nicht gleich Schnee ist. Es gibt verschiedene Schneearten und unterschiedliche Zusammensetzungen der Schneeschichten, die sich alle in einem unterschiedlichen Gewicht äußern. Stark durchnässter Altschnee ist ungefähr fünfmal so schwer wie pulveriger Neuschnee. Die reale Schneelast auf einem Dach kann nur durch eine Probeentnahme exakt bestimmt werden.

Schneelast und tragfähige Dachkonstruktion

Es benötigt eine robuste Dachkonstruktion, die neben der eigentlichen Eindeckung auch möglich große Schneelasten tragen kann, ohne unter diesem Gewicht nachzugeben. Ein Dachstuhl besteht aus Balken und Sparren. Die Stabilität und Tragfähigkeit hängt von dieser Konstruktion, insbesondere von den Sparren, ab, aber von der Sparrenhöhe hängt beispielsweise auch die Dämmstoffdicke ab. Die Dimension der Sparren, die Spannweiten, die Ausführung und die Befestigung muss ein Fachbetrieb planen und ausführen. Wichtig ist, dass heute alle Dächer unter Beachtung zahlreicher Gesetze, Vorschriften und Normen erbaut werden.

Auch die Dachform spielt für Schneelasten eine Rolle. Bei Flachdächern ist die Gefahr, dass sich Wassersäcke bilden, weil das Tauwasser nicht richtig abfließt. Auch die Bildung von größeren Eisflächen ist für die Statik von Belang. Generell ist es aber so, dass sowohl beim Steildach als auch beim Flachdach immer auf eine besonders solide Dachkonstruktion ankommt.

1. Möglichst wenig Eigengewicht

Eine Dacheindeckung aus Aluminium wiegt pro Quadratmeter beispielsweise nur 2,3 kg und ist damit im Vergleich der Eindeckungsmaterialien ein Leichtgewicht. Neben den Schneelasten hält es natürlich auch Regen, Sturm, Hagel und Eis stand. Dafür sorgt auch die Verlegung, bei der jede einzelne Dachplatte ineinandergreift. Ein solches Metalldach aus Aluminium ist also robust und leichtgewichtig, was den Dachstuhl nicht zusätzlich belastet.

2. Schnee vom Dach räumen

Wenn Hausbesitzer befürchten, dass ihre Dachkonstruktion beispielsweise einem weiteren Schneebelastung nicht mehr gewachsen ist, muss über eine Räumung nachgedacht werden. In den meisten Fällen können Hauseigentümer dies nicht selbst vornehmen, da sie weder wissen, ob das Dach zum Betreten (noch) geeignet ist. Außerdem müssen die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen wie Absturzsicherungen gewährleistet sein. Sie müssen also entsprechende Unternehmen wie Dachdeckerbetriebe beauftragen.

3. Nach dem Winter Vorsorge treffen

Nach einem langen Winter mit viel Schnee und Eis sollten die Dachfläche gründlich inspiziert werden. Ein fachmann sollte Dachkonstruktion und Eindeckung auf mögliche Schäden untersuchen, um frühzeit Renovierungsmaßnahmen einzuleiten. Außer der Überprüfung auf Dichtheit sollte die Schneefanggitter kontrolliert und die Dachentwässerung gereinigt werden.

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