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Fassade: Ideen und Bauwissen zur Fassadengestaltung

Die Möglichkeiten der Fassadengestaltung sind vielfältig und prägen das Erscheinungsbild der Fassade. Wir bieten Ideen und wertvolles Bauwissen rund um die Gestaltung der Fassade.

Eine Fassade kann man nicht so schnell wechseln wie sein Hemd. Deshalb sollte man sich eine aussuchen, mit der man es eine Zeit lang aushält. Eine, die zum Wetter, zum Haus und zu einem selber passt.

Die Fassade kann vielfältig gestaltet werden: Klassisch mit Klinker, modern und ökologisch mit Holz, Aluminium- oder Glaselementen - es herrscht große Vielfalt. Machen Sie mit uns einen Streifzug durch die Welt der Fassadengestaltung!

Fassadensysteme

Eine Fassade kann sehr unterschiedlich aufgebaut werden. Grundsätzlich wird zwischen 

  • Putzfassade, 
  • vorgehängter Fassade  und
  • Sichtmauerwerk

unterschieden. Hinzu kommt die Wärmedämmung. Heutzutage ist ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) die Regel, um beste Dämmwerte zu erreichen. 

Vorgehängte Fassaden

Eine vorgehängte Fassade wird im Gegensatz zum Putz nicht direkt auf das Mauerwerk aufgebracht, sondern auf eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall montiert. Durch die Vielzahl und Kombinationsmöglichkeiten der infrage kommenden Verkleidungsmaterialien werden Vorhangfassaden beim Einfamilienhausbau immer beliebter.

Eine Vorhangfassade besteht aus mehreren Schichten:

  1. An der tragenden Wand werden in regelmäßigen Abständen horizontale Kanthölzer befestigt.
  2. Dazwischen wird die Wärmedämmung eingebracht, die je nach Wärmedämmwert der Wand vier bis zwölf Zentimeter beträgt.
  3. Auf die horizontalen Hölzer wird eine vertikale Konterlattung genagelt, an der man die eigentliche Fassade "anhängt".

Die Luftschicht zwischen den senkrechten Latten dient als Verdunstungsraum für eventuell anfallende Feuchtigkeit. Damit die Entlüftung funktioniert, bleibt die Fassade am oberen sowie unteren Rand offen. Ein Lochgitter verhindert, dass Insekten in den Luftraum eindringen.

Die gängigste Verkleidung von Vorhangfassaden ist nach wie vor Holz, sei es als Profilbretter, Schindeln oder Holzwerkstoffplatten. Aus konstruktiver Sicht ist eine senkrechte Anordnung am günstigsten, da Regenwasser dann direkt zum Boden abfließen kann.

Wird aus gestalterischen Gründen eine horizontale Verkleidung bevorzugt, müssen Profilbretter mit den Nuten nach unten verlegt werden, damit sich kein Wasser darin sammeln kann. Eine weitere Möglichkeit ist die waagerechte Stülpschalung, bei der sich die Bretter überlappen.

Beim vorgehängten Fassadensystem stehen neben Holz diverse andere Verkleidungsmaterialien wie Schiefer, keramische Platten, Stapelsteine aus Beton oder Kunststoff-Elemente zur Auswahl. Faserzementplatten beispielsweise sind robust und witterungsbeständig. Sie besitzen in der Regel eine Wasser abweisende, farbige Oberflächenbeschichtung, die industriell aufgebracht wird und keiner Nachbehandlung mehr bedarf.

Einzelne Bauherren wagen sich sogar daran, größere Flächen mit Metall zu verkleiden. Doch aufgepasst: Bei Metallfassaden ist die Hinterlüftung unabdingbar, da das Material völlig dampfdicht ist und die Gefahr der Tauwasseransammlung innerhalb es Bauteils besteht.

Fassadendämmung mit Wärmedämm-Verbundsystem

Während der Wärmeschutz bis 1977 noch eine untergeordnete Rolle spielte, wurden die Bestimmungen seitdem schrittweise verschärft.

Derzeit muss eine Außenwand drei- bis fünfmal so gut dämmen wie die Wand eines typischen Wirtschaftswunderhäuschens. In der Folge wurden sowohl Holzständer- und Holzrahmenbau verstärkt eingesetzt als auch die massiven Baustoffe leichter, luftiger, wärmeundurchlässiger.

Moderne Fertighäuser werden heute häufig als Effizienzhäuser mit Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) verwirklicht. Viele davon sogar als Passivhäuser, die mehr Energie produzieren, als sie selbst verbrauchen. 

Doch auch wer die Fassadendämmung im Bestand verbessern will, ist mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) oder einer Aufdopplung eines alten WDVS gut beraten. In beiden Fällen werdem direkt auf das Mauerwerk mehrere Zentimeter dicke Dämmplatten, meist aus Hartschaum oder Mineralfasern, aufgeklebt und gegebenenfalls zusätzlich verdübelt.

Darauf kommt ein Armierungsgewebe als Putzträger, das zudem die Dehnungsspannungen der Dämmplatten ausgleicht. Den Abschluss bilden wahlweise eine Putzschicht oder so genannte Flachverblender, die wie Sichtmauerwerk aussehen.

Je nachdem für welche Dämmung sich Bauherren entscheiden, kann dies Auswirkungen auf die Farbwahl der Fassade haben. Hartschaum-Dämmungen dürfen keinen zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Polystyrol zum Beispiel bekommen Temperaturen von 70 bis 80 Grad auf Dauer nicht gut.

Weil dunkle Oberflächen sich in der Sonne erhitzen, waren dunkle Fassadenfarben und Putze daher lange tabu. Möchte man trotzdem einen Anthrazitton, so kann man zu Anstrichen greifen, die einen Teil des Lichts im Infrarotbereich reflektieren.

Putzfassade

Putzfassaden sind vergleichsweise günstig, sowohl bezüglich der Anschaffungskosten als auch des Pflegeaufwands. Putz ist deshalb das am häufigsten verwendete Fassadenmaterial. Mit glatter oder strukturierter Oberfläche, weiß oder farbig – fast jeder Gestaltungswunsch ist erfüllbar.

Außenputze werden direkt auf das Mauerwerk aufgetragen und bestehen üblicherweise aus mehreren Lagen: dem Unterputz und dem Oberputz. Man unterscheidet mineralisch gebundene (Mineralputze) und organisch gebundene Putze (Kunstharzputze). Zusätzlich können Farbpigmente beigemischt werden.

Mineralischer Putz besteht aus einer Mischung aus Sand und mineralischen Bindemitteln wie Kalk, Gips oder Zement. Aufgrund seiner alkalischen Wirkung ist er weniger anfällig für den Befall durch Schimmelpilze oder Algen.

Kunstharzputz besteht ebenfalls aus Kalk und Zement. Als Bindemittel kommt hier jedoch Kunstharz zum Einsatz. Dieser verleiht dem Putz eine gute Elastizität, sodass die Fassade bei Temperaturveränderungen nicht mit Rissen reagiert.

Jenseits vom herkömmlichen Glattputz in gebrochenem Weiß wächst der Gestaltungsspielraum immens mit wiederentdeckten traditionellen Putztechniken und speziellen Farbrezepturen für außergewöhnlich starke Farbtöne.

Putze eignen sich hervorragend für die Schlussbeschichtung von Wärmedämm-Verbundsystemen und verbinden so hohe Ästhetik mit niedrigem Energieverbrauch.

Sichtmauerwerk

Eine weitere Variante der Fassadengestaltung ist Sichtmauerwerk. Es steht als separates Element mit Abstand vor der tragenden Wand und ist mit dieser über Stahlanker verbunden, die für die Standfestigkeit verantwortlich sind. Im Hohlraum zwischen den beiden Mauern befindet sich die Wärmedämmung und falls nötig eine Luftschicht zur Hinterlüftung.

Im Gegensatz zu den leichten Vorhangfassaden muss die massive Vormauerung auf ein Fundament gegründet werden. Die Herstellung einer solchen zweischaligen Außenwand ist zwar aufwändig, dafür ist die Konstruktion schier unverwüstlich und beinahe wartungsfrei.

Für die äußere Schale gibt es frostbeständige Vormauerziegel. Wer weißes Sichtmauerwerk bevorzugt, wählt Kalksandsteine. Es gibt sie mit glatter oder rauer Oberfläche in verschiedenen Formaten. Eine elegante, sachliche Anmutung vermitteln Beton-Fassadensteine. Ihre natürliche Farbe ist ein helles Grau, durch Beimischung von Pigmenten entstehen auch andere Töne. Mittels Farbkombinationen erreicht man besondere gestalterische Wirkungen. Weitere Variationen ergeben sich aus der Art, wie die Steine vermauert werden, dem so genannten Verband.

Holzfassade

Das Kernholz von Lärche, Zeder, Eiche und Douglasie gilt als haltbar, weil äußerst resistent gegen Witterung und Schädlinge. Tanne, Kiefer und Fichte hingegen benötigen eine Imprägnierung, eine Thermobehandlung oder einen Schutzanstrich, der von Zeit zu Zeit wiederholt werden muss. 

Den besonders rustikalen Eindruck, den Holzfassaden früher machten, vermitteln die modernen Ausführungen mit schmalen Lamellen heute nicht mehr. Mit ihnen wird daher der aktuelle sachliche Architekturstil gerne verwirklicht. Auch mit vereinzelten Holzelementen an der Fassade wird eine individuelle, aber gleichwohl leichte Optik erzielt. Aus konstruktiver Sicht ist eine senkrechte Anordnung am günstigsten. 

Naturbelassene Holzfassaden vergrauen mit der Zeit. Das ist ein natürlicher Prozess, der meistens nicht einheitlich abläuft und dadurch optisch stört. Abhilfe schafft eine Vorvergrauung mit Lasuren, Druckimprägnierung oder Pilzkulturen. der konstruktive Holzschutz spielt bei Holzfassaden eine entscheidende Rolle.

Eine regelmäßige Inspektion der Holzfassade auf Dellen, Risse, Harzaustritte und andere Beschädigungen ist unerlässlich. Bei Oberflächenbehandlungen mit einer transparenten Farbigkeit fallen trotz des aufgebrachten Holzschutzes alle drei bis fünf Jahre Unterhaltsarbeiten an.

Bei einem deckenden Farbanstrich des Holzes, wird ein Neuanstrich zumindest alle fünf bis neun Jahre fällig. Ohne solche Maßnahmen kann das Holz Schaden nehmen. Vor dem Neuanstrich muss die alte Farbe beigeschliffen werden.

Holzfassade – Konstruktiver Holzschutz

Beim baulichen Holzschutz geht es darum, Konstruktionsdetails so auszuführen, dass sie der Witterung möglichst wenig ausgesetzt sind, Regenwasser ablaufen und sich nirgends Nässe ansammeln kann. Maßnahmen wie Hinterlüftung der Außenverkleidung, Tropfnasen an den Fensterbänken oder weite Dachüberstände zum Schutz der Fassade vor Schlagregen gehören dazu.

Durch eine senkrechte Anordnung der Lamellen kann Regenwasser direkt zum Boden abfließen und sich nicht an Kanten sammeln. Wichtig ist auch ein ausreichender Abstand der Holzverkleidung zum Boden, damit Spritzwasser der Fassade nichts anhaben kann. Diese einfachen Regeln erlauben den Verzicht auf chemischen Holzschutz.

Schieferfassade

Es gibt nur wenige Baustoffe, die gleichermaßen für die Fassade wie für das Dach geeignet sind. Schiefer ist einer davon. Das Material zeigt sich hinsichtlich der Gestaltung sowie der Unterkonstruktion flexibel.

Schiefer ist ein Jahrhunderte altes Gestein, das zu Platten verarbeitet ideal für die Verkleidung der Fassade oder zur Dacheindeckung geeignet ist. Es überzeugt durch die einzigartig dunkle Optik sowie Robustheit und Langlebigkeit.

Schieferfassaden werden als vorgehängte Fassaden realisiert und die Steine auf einer Unterkonstruktion montiert. Dabei ist der bündige Einbau von Photovoltaikmodulen zur Stromerzeugung möglich. 

Klinkerfassade

Klinker werden aus reinem Ton gebrannt, sind natürlich, hochwertig sowie wie unverwüstlich und robust gegen Wind und Wetter, aber auch Fahrräder, Mülltonnen und Spechte. Die lange Lebensdauer macht sie zu einer überaus nachhaltigen Fassadenlösung. Farben, Oberflächen und Nuancierungen schaffen einen großen Gestaltungspielraum.

Eine Verblendfassade ist nahezu wartungsfrei, wobei die Fugen schon mal ausgebessert werden müssen, das keramische Baumaterial so gut wie nie. Eine Reinigung von Algen, Moos oder Flechten kann mit sanftem Strahl eines Hochdruckreinigers, Bürste und bei Bedarf mit im Fachhandel angebotenen Reinigungsmitteln durchgeführt werden.

Salzausblühungen, die als weißer Schleier auf der Oberfläche erscheinen, lassen sich in der Regel mit einer harten Bürste, möglichst ohne Wasser, im trockenen Zustand gut zu entfernen. Niemals mit Säuren, Ölen oder starkem Wasserdruck an eine Klinkerfassade herangehen.

Metallfassade

Metallfassaden, z.B. aus Aluminium oder Titanzink lassen sich als vorgehängte Fassadensysteme konstruieren. Die Metallplatten werden auf einer Unterkonstruktion aus Metall oder Holz angebracht.

Die Vorteile von Metallen sind Langlebigkeit, Robustheit und Pflegleichtigkeit

Sowohl Aluminium, als auch Titanzink lassen sich in verschiedenen Formaten verarbeiten. Neben Schindeln und Rauten kommen auch Paneele oder Falzmaterialien zum Einsatz.

Hergestellt werden Metallfassaden von Spenglern, die auch für Metallarbeiten an Dächern verantwortlich sind. Ein großes Einfamilienhaus mit Fassade und Dach aus Metall ist circa zwei Monate Arbeit. 

Kunststofffassade

Auch Kunststoffe eignen sich als Material zur Fassadenverkleidung. Sie sind dabei pflegeleicht, wartungsfrei und langelebig. Meist kommen Kunststoffpaneele in Holzoptik zum Einsatz.

Bauherren schätzen die authentische Optik ohne, dass die Paneele wie Holz regelmäßig gepflegt werden müssen.

Fassadenbegrünung

Grüne Fassaden und Dächer können eine Lösung für bessere Luft in Städten bieten. Doch während man berankte Fassaden an Altbauten kennt, sind Pflanzen an Neubauten doch eher eine Seltenheit. Viele glauben, dass die Pflanzen der Fassade schaden würden.

In Wahrheit schützen sie diese jedoch vor Witterungseinflüssen und sorgen für ein besseres Raumklima im Hausinneren. Wählt man Pflanzenarten, die im Winter ihr Laub abwerfen zur Fassadenbegrünung hat man sogar eine Fassadengestaltung, die sich der Jahreszeit anpasst – also im Sommer Schatten spendet und im Winter viel Sonnenlicht hineinlässt.

Tabelle: Fassadensysteme im Vergleich

FassadensystemVorhangfassade?Kosten  VorteileNachteileFür Dach und Fassade geeignet?
PutzNeinca. 70€/m2 inkl. WDVS 
  • günstiger Preis
  • vielzahl an Farbtönen, Strukturen, Körnungen
 
 
  • alle 8-10 Jahre neuer Anstrich nötig
  • regelmäßige Untersuchung auf Schäden
 
Nein
SichtmauerwerkNein  
  • robust
  • witterungsbeständig
  • wartungsfrei
 
 
  • begrenzte Farbvielfalt
 
Nein
HolzJa40€- 90€/m2 je nach Holzart ohne WDVS 
  • natürliches Material
  • je nach Sorte robust gegen Witterung und Schädlinge
  • kein chemischer Holzschutz nötig wenn konstruktiv geschützt
 
 
  • benötigt Pflege
  • je nach Sorte Thermobehandlung oder Schutzanstrich nötig
 
Nein
SchieferJa45€ - 170€ je nach Deckung ohne WDVS (reine Materialkosten) 
  • robust
  • wetterfest
  • langlebig
  • natürliches Material
  • wartungsfrei
  • Integration von PV-Anlage möglich
 
 
  • begrenzte Farbvielfalt
 
Ja
KlinkerJa30€ - 85€/mohne WDVS (reine Materialkosten) 
  • langlebig
  • robust
  • wetterfest
  • wertbeständig
  • wartungsfrei
 
 
  • begrenzte Farbvielfalt
 

Nein

MetallJaje nach Metall und Arbeitsaufwand unterschiedlich 
  • langlebig
  • robust
  • wetterfest
  • nachhaltig, besonders wenn aus Recyclingmaterial hergestellt, recycelbar
  • leicht formbar (bspw. für Rundungen geeignet)
  • kaum Pflege nötig
  • verschiedene Oberflächenbehandlungen und Farben erhältlich
 
 
  • begrenzte Farbvielfalt
 
Ja
KunststoffJaca. 75€/mohne WDVS (reine Materialkosten) 
  • authentische Optik
  • pflegeleicht
  • recycelbar
  • Farbe lässt sich auf Kunststofffenster abstimmen
 
 
  • kein natürliches Material
 
Nein
FassadenbegrünungNicht zutreffendJe nach Pflanzenart, Ranksystem und Beet unterschiedlich 
  • wirkt als natürliche Klimaanlage
  • sehr umweltfreundlich
  • schützt Haushülle vor Witterungseinflüssen
 
 
  • benötigt immer anderes Fassadensystem darunter
 
Dachbegrünung möglich

 

Schallschutz durch die Fassade

In zunehmendem Maße wird die Lärmbelastung des Menschen als eine der wesentlichen Umweltverschmutzungen aufgefasst. Die Reduzierung dieser Lärmbelastung vor allem im Wohnbereich ist daher ein zentrales Anliegen des Neubaus.

Verkehrslärm lässt sich in den seltensten Fällen verringern, also müssen verstärkt innovative Methoden zur akustischen Abschirmung gesucht werden. Fassadenkonstruktionen haben dabei die Aufgabe, den Schallschutz gegen Lärm von außen sicherzustellen. Umfangreiche Prüfungen zum Schallschutz an Außenwandsystemen mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden zeigten, dass mit größer werdenden Dicken der Wärmedämmung und mit wachsender Masse der vorgehängten Fassade die Schalldämmung steigt.

Forscher suchen heute nach neuen Ansätzen bei der Schalldämmung von Fassaden und denken dabei an den verstärkten Einsatz aktiv wirksamer Geräuschminderungsmaßnahmen, bei denen - vereinfacht ausgedrückt - Schwingungen durch phasenverschobene Gegenschwingungen gleicher Frequenz kompensiert werden.

Wichtig: Die schalltechnische Qualität von Fassaden ist im Wesentlichen vom Schalldämm-Maß der verwendeten Fenster abhängig, da sie im Allgemeinen die Schwachstelle darstellen

Fassadenpflege: Schäden und Instandsetzung

Mögliche Schäden, deren Sanierung, aber auch regelmäßige Wartung hängen nicht nur vom eingesetzten Material und der Konstruktion ab, sondern auch von der Architektur und Lage des Hauses. Steht das Haus im Schatten großer Bäume, wie stark ist die Fassade Regen, Sonne oder Hagel ausgesetzt? Erhält die Fassade durch einen großen Dachüberstand konstruktiven Schutz?

Schäden und Instandsetzung einer Putzfassade

Zu den typischen Schäden gehören Risse, Ausblühungen, Abplatzungen. Verschmutzung und Algen werden mittels weichem Wasserstrahl, Bürste und entsprechendem Reinigungsmittel entfernt. Es erfolgt ein neuer Anstrich mit Fassadenfarbe, dieser ist je nach Standort des Hauses ungefähr alle zehn Jahre notwendig.

Feine Haarrisse sind unbedenklich, größere Risse müssen abgedichtet werden. Ausbesserungen erfolgen mit Reparaturmörtel. Bei kleineren Schäden genügt eine punktuelle Ausbesserung, indem der lose Putz entfernt und erneuert wird.

Allerdings wird die ausgebesserte Stelle sich optisch vom Rest der Fassade abheben, selbst wenn der gleiche Putz und die gleiche Farbe verwendet werden. Wird mehr als zehn Prozent der Fassade eines Bestandsgebäudes verändert oder schadhafter Putz in diesem Umfang entfernt, dann muss die Fassade gedämmt werden

Schäden und Instandsetzung einer Holzfassade

Bei lasierten Holzoberflächen können Trocknungsrisse auftreten. Bei Oberflächenbeschichtungen können Schäden auftreten, die schnell behoben werden müssen, bevor Feuchtigkeit eindringt. Bei kleinen Abplatzungen entfernt man mittels Bürste oder Spachtel die losen Teile und erneuert an der betreffenden Stelle den Schutzanstrich.

Vergrautes Holz kann mit geeigneten Chemikalien auch aufgehellt und entgraut werden. Bei ungenügendem Abstand zum Boden können Holzteile faulen, die einzelnen Teile müssen entfernt und durch neue ersetzt werden.

Schäden und Instandsetzung einer Klinkerfassade

Sobald die Bindemittel ausgewaschen sind oder mechanische Schäden das Fugennetz zerstört haben, müssen diese saniert werden. Die Sanierung des Fugennetzes ist oftmals erst nach vielen Jahrzehnten notwendig. Der Anteil der Fugen an der Fassade beträgt je nach Format des Klinkers ca. zehn bis 30 Prozent.

Die Fugen bilden die eigentliche Schwachstelle eines jeden Mauerwerkes, insbesondere ihre Flanken. Bei unsachgemäßer Verarbeitung ist es durchaus möglich, dass eine Verfugung schon nach einigen Jahren dem Wetter nicht mehr standhält, da die Flanken sich schneller ablösen und der Schlagregen fast ungehindert ins Mauerwerk eindringen kann. Sichtbare Risse, Löcher oder Moosbefall in Fugen weisen auf einen Mangel hin.

Bröckelnde, absandende sowie lückenhafte Verfugungen im Verblendmauerwerk sollten so schnell wie möglich nachgearbeitet oder komplett neu verfugt werden. Die alten Mörtelfugen werden von Hand ausgekratzt, ausgebohrt oder mit Diamanttechnik ausgeschnitten, dann gereinigt und neu verfugt. Bei der Entfernung alter Fugen muss auf möglichst erschütterungsfreies Vorgehen geachtet werden. Bei Bedarf werden einzelne mangelhafte Steine ausgetauscht.

Fassadengestaltung: Freie Wahl bei jeder Bauweise

Traditionell wurden gemauerte Häuser mit einer Putzfassade versehen. Doch auch wenn man sich für ein Haus in Holzbauweise entscheidet, muss man deswegen nicht auf die Putzfassade verzichten. Moderne Putzträgerplatten bieten den nötigen Halt.

Die heutzutage weit verbreitete Fassadendämmung aus Hartschaum- oder Holzfaser-Platten wurde ebenfalls zuerst für gemauerte Gebäude genutzt und erst später auch auf Holzhäuser ausgeweitet. Diese kann mit Unterstützung eines Armierungsgewebes Putz tragen und wird so zum Wärmedämm-Verbundsystem ergänzt (WDVS).

Somit ist die Fassaden-Wahl durch die Bauweise kaum noch eingeschränkt. Die Beschichtung muss nur unbedingt diffusionsoffen sein, sodass eingedrungene Feuchtigkeit als Luftfeuchte entweichen kann.

Die Fassade selbst streichen – eine gute Idee?

Nach einigen Jahren kommen viele Hausbesitzer nicht drum herum: Witterungseinflüsse haben die Fassade ausgebleicht und hier und da kommt es zu Rissen und Abblätterungen. Ein neuer Anstrich wird fällig.

Grundsätzlich ist es – genau wie im Innenbereich – auch im Außenbereich möglich, Malerarbeiten selbst zu übernehmen. Allerdings ist der Anstrich der Fassade aufwendig und erfordert auch einiges an handwerklichem Know-how. Darüber hinaus kann ein Gerüst von Nöten sein, um jeden Winkel der Fassade zu erreichen. Im Zweifel ist es deshalb besser, den Anstrich der Fassade einem Fachmann zu überlassen.

Wie bei allen Malerarbeiten sind auch beim Streichen der Fassade sorgfältige Vorarbeiten unerlässlich. Pflanzen im zu streichenden Bereich sollten abgedeckt, Türen und Fenster versiegelt, Rollläden geschlossen werden. Abblätterungen müssen mit einem Spachtel oder einer Drahtbürste entfert, Löcher mit Dichtungsmittel aufgefüllt und die gesamte Fassade mit Reinigungsmittel und Wasser abgescheuert werden.

Ein neuer Anstrich soll Außenwände nicht nur verschönern, sondern auch witterungsbeständig machen. Daher muss die Oberfläche mit Fassadengrundierung vorbehandelt werden und über Nacht trocknen. Nun kann man mit dem eigentlichen Anstrich beginnen und die Fassadenfarbe in zwei Schichten auftragen.

 

Regionale Fassadengestaltung

"Ortsübliche Baustile" der Fassade sind nicht mehr so eindeutig zu erkennen wie früher, als Architekten und Kunsthistoriker anhand des Erscheinungsbildes der Häuser ungefähr sagen konnten, wo sie sich gerade befanden. Doch es gibt sie nach wie vor, zum Teil einfach aufgrund der regional unterschiedlichen Witterungsverhältnisse.

Vorgehängte, hinterlüftete Fassaden sind zum Beispiel eine clevere Antwort auf nasses, windiges Klima mit häufigem Schlagregen. Zwischen der Verschalung und der tragenden Außenwand kann die Luft zirkulieren und eingedrungenes Wasser wieder abtransportieren.

Die Schale selber muss dabei aus möglichst nässeresistentem Material bestehen, beispielsweise Holzschindeln, Schiefer oder Aluminium. Doch auch hart gebrannte, frostbeständigen Vormauerziegeln oder Klinker eignen sich ideal. In trockneren Gegenden ist die klassische Putzfassade allemal richtig.

Auch die Fassadengestaltung unterliegt Trends. So kamen zum Beispiel ab den Siebzigern Häuser im alpinen Stil in Mode. Inspiration und Anregungen hatten sich die Bauherren im Urlaub geholt.

Das Erdgeschoss wurde verputzt, während das Obergeschoss sowie der Giebelbereich mit einer Holzverschalung versehen wurden. Das passte besonders gut zum rustikalen Holzbalkon.

Von den bunten Häusern Skandinaviens inspiriert, entstanden auch in Deutschland komplett holzverschalte, bunte Häuser. Andere träumten indes von einem Häusern mit Natursteinfassade, wie man sie aus mediterranen Gebieten kennt.  

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