Fenster für ein besseres Zuhause

Das Zuhause hat für uns alle in den letzten Wochen und Monaten eine neue Bedeutung bekommen. Doch während die einen es als Ruhepol genießen konnten, wurde es für andere eher stressbeladen. Für Bauherren und Renovierer hat die Frage, wie das eigene Zuhause aussehen sollte, durch die besonderen Umstände dieser Ausnahmezeit neues Gewicht bekommen. Welche Dinge werden uns wichtiger sein? Was macht ein Zuhause zum Wohlfühlort? 

Die Redaktion von bau-welt.de stellt die Fragen an Katja Schreiber, Leitung Marketing-Kommunikation beim Fensterhersteller Siegenia.

Was wollen Immobilienbesitzer?

Redaktion: Frau Schreiber, können Sie als Branchenexpertin beobachten, dass sich das Kaufverhalten von Haus- und Wohnungseigentümern verändert?

Katja Schreiber: Seit längerem stellen wir fest, dass Immobilienbesitzer keine Entscheidung mehr zugunsten einzelner Wohlfühlaspekte treffen, sondern mehrere von ihnen flexibel kombinieren möchten. Sie wünschen sich nicht Sicherheit zulasten von Design oder Bedienkomfort – sie wünschen sich vielmehr deren Verbindung. Diesem Bedürfnis liegt ein umfassendes Verständnis von Raumkomfort zugrunde, dem wir als Hersteller entsprechen.

Wie schaffen Fenster Wohlbehagen?

Redaktion: Grundstücke werden immer kleiner, Häuser oft kompakter. Doch die Sehnsucht nach Natur und Grün wächst. Wie können Fenster zum Wohlfühlen beitragen?

 Katja Schreiber: Die einfachste Art, die Natur nach drinnen zu holen, sind großzügig dimensionierte Fenster und Fenstertüren. Je größer die Scheibe, desto mehr Licht bringt sie ins Gebäude, lädt die Außenwelt ein und sorgt für Wohlgefühl. Das gilt besonders für Großflächenelemente wie Hebe-Schiebe-Türen. Sie haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie die Terrasse zum Outdoorwohnzimmer machen. Dabei lohnt der bewusste Blick auf die Ausstattung. Barrierefreie Lösungen mit bodenebenen Schwellen z. B. schaffen einen bequemen Durchgang, lassen Innen und Außen zusammenwachsen. Verdeckt liegende Bedientechnik lenkt den Blick auf das Wesentliche und kann dies verstärken. Auch das Thema Bedienfreundlichkeit will bedacht sein, denn mit der Größe eines Elements nimmt das Gewicht zu. Hier bieten motorische Antriebe Komfort, indem sie Nutzern aller Altersklassen das bequeme Öffnen und Schließen ermöglichen. Auf leichte Bedienbarkeit sollte man übrigens auch bei Fenstertüren achten, vor allem in energieeffizienten Gebäuden. Dort werden sie durch eine Dreifachverglasung oft zum Schwergewicht. Clevere Helfer wie Komfortscheren schaffen Abhilfe.

Sorgen Fenster für mehr Sicherheit zuhause?

Redaktion: Das Zuhause steht für Gemütlichkeit und Geborgenheit. Untrennbar damit verbunden ist die Sicherheit – für Familie und Eigentum. Wie können Fenster das Zuhause schützen, ohne dass die Maßnahmen „Trutzburgcharakter“ haben?

Katja Schreiber: Es geht auch ohne Trutzburgcharakter, ganz ohne sichtbare Aufschraubsicherungen. Grundsätzlich kommt die mechanische Einbruchhemmung an erster Stelle. Hier empfiehlt sich der Einbau von Fenstern und Türen mit einem Prüfzeugnis gemäß Widerstandsklasse RC2. Sie schützen vor der wichtigsten Einbruchmethode, dem Aufhebeln, und die dafür benötigte Technik bleibt komplett verborgen. Speziallösungen wie RC2-Fenster mit gesicherter Spaltlüftung lösen dabei sogar den Widerspruch zwischen Sicherheit und bedarfsgerechter Lüftung. Auch auf Bedienkomfort und das beruhigende Gefühl, unterwegs für Sicherheit sorgen zu können, müssen Hausbesitzer keinesfalls verzichten: Verdeckt liegende Sensoren z. B. geben via App jederzeit Auskunft über den Öffnungszustand von Fenstern. Kombiniert mit motorischen Antrieben erlauben sie sogar das Schließen von unterwegs. Auch an der Haustür lassen sich Sicherheit und Komfort verbinden – z. B. durch automatische Mehrfachverriegelungen oder moderne Zutrittskontrollsysteme.

Sorgen Fenster für ein wohngesunde Umfeld?

Redaktion: Wohlfühlen hängt auch mit Wohngesundheit zusammen und dadurch mit Aspekten wie Raumluftqualität und Ruhe. Mit welchen Maßnahmen lässt sich ein wohngesundes Umfeld schaffen?

Katja Schreiber: Die kontrollierte Lüftung mithilfe von Wand- und Fensterlüftern wirkt der Entwicklung von feuchtigkeitsbedingten Schäden entgegen, was gerade in energieeffizienten Gebäuden eine wichtige Rolle spielt. Je nach Ausstattung können Lüftungsgeräte zudem wichtige Zusatzfunktionen übernehmen: Eine Schalldämmung trägt speziell in lärmbelasteten Umgebungen zum Wohlbefinden bei, während ein Pollenfilter Allergiker während der Sommermonate wortwörtlich aufatmen lässt.

Lassen sich Fenster smart bedienen?

Redaktion: Immer mehr Menschen legen Wert auf smarte Lösungen – eine smarte Bedienung eingeschlossen, so z. B. per App. Was dürfen Bauherren von derartigen Lösungen erwarten?

Katja Schreiber: Smart Home entsteht nicht, wo Technik zum Selbstzweck wird, sondern wo clevere Lösungen moderne Techniken verwenden, um das Leben leichter und Nutzen erfahrbar zu machen. Apps spielen hier eine wichtige Rolle. In Kombination mit motorischen Antrieben für Fenster z. B. sorgen sie für Barrierefreiheit und machen schwer erreichbare oder schwergewichtige Elemente problemlos bedienbar. Mithilfe von Apps lassen sich zudem Haustüren am Abend per Fingertipp vom Sofa aus verriegeln, Lüftungsstufen von Wand- und Fensterlüftern regulieren, Antriebe und Lüfter miteinander koppeln und synchronisieren. Dabei gilt: Je mehr Funktionen und Geräte eine App miteinander verknüpft, desto besser. Zu Recht erwarten Bauherren hier keine Insellösungen, sondern herstellerübergreifende Apps, die Raumkomfort und Wohlbefinden als ganzheitliches Thema verstehen.

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