Moderne Allrounder: Haustüren

Ein entscheidendes Charaktermerkmal des Eingangs ist die Haustür. Moderne Türen sind in der Regel aus Holz, Aluminium oder Kunststoff gefertigt, verfügen über eine wesentlich bessere Wärmedämmung und Schalldämmung als alte und sind vielfältig in Form und Farbe. Ihr Stil, der romantisch, minimalistisch, klassisch oder modern sein kann, sollte zum Stil des Hauses passen. Lichtausschnitte in geometrischen Formen, eventuell kombiniert mit zusätzlichen raumhohen Verglasungen in der Außenwand, schaffen in vielen Eingangsbereichen eine helle, freundliche Atmosphäre.

Hingucker

Die Haustür prägt die Optik der Hausfassade. Eingangstüren können ein extravagantes Statement setzen – oder sich unauffällig in die Fassade des Hauses einfügen. So oder so müssen sie nicht nur ästhetisch ins architektonische Gesamtkonzept passen, sondern auch einige technische Grundvoraussetzungen in Sachen Wärmedämmung, Schallschutz und Sicherheit erfüllen.

Bevorzugte Werkstoffe sind neben Holz auch Aluminium und Kunststoff oder entsprechende Kombinationen. Hochwertige Nadel- und Laubhölzer wirken besonders elegant. Außerdem ist Holz ein guter Dämmstoff. Wichtig ist dabei ein Schutzanstrich, damit Wetter der Eingangstür nichts anhaben kann. 

Aluminiumtüren hingegen benötigen wenig Pflege. Sie sind stabil und korrosions- und witterungsbeständig. Ein Nachstreichen ist auch nach Jahren nicht erforderlich. Allerdings sind ihre Wärmedämmwerte geringer. Eine Kombination mit Holz bietet sich insbesondere hinsichtlich einer behaglichen Optik an. Haustüren aus Holz und in der Kombination Aluminium-Holz verbinden einen natürlichen Auftritt mit modernem Design.

Kunststoff-Haustüren wiederum sind eine preiswerte Alternative zu Holz und Aluminium. Sie sind ebenfalls witterungsbeständig und pflegeleicht. Stabilität bringen Stahl- oder Aluminiumverstärkungen im Rahmen.

Innere Werte

Natürlich zählt bei einer Eingangstür nicht nur die Außenwirkung. Schließlich sieht man die Tür im Hausinneren täglich. Während außen häufig glatte Türen gewählt werden, die mit Griffbügeln, Keramik-Oberflächen, Metallapplikationen oder edlen Hölzern aufgewertet werden, ist im Innenbereich oft Natürlichkeit gefragt. Handgeölte Hölzer wirken behaglicher als etwa weiße oder anthrazitfarbige Oberflächen.

Am Ende sollte die Tür aber zum Rest der Inneneinrichtung passen, also auch auf Fenster, Innentüren und Böden abgestimmt sein. 

Warm durch den Winter

Durch dünne oder wärmeleitende Materialien, fehlende Füllungen oder eingebaute Briefschlitze wird über eine Haustür Wärme nach außen geleitet. Gut gedämmte Haustüren sorgen dafür, dass wertvolle Heizenergie im Hausinneren bleibt. Wichtig bei der Auswahl ist der Wärmedurchgangskoeffizient, kurz UD-Wert. Je kleiner dieser Wert ist, desto besser die Wärmedämmung.

Darüber hinaus ist Sicherheit ein wichtiger Aspekt. Gerade alte Haustüren sind oft leicht zu öffnen. „Ein größerer Schraubenzieher oder der berühmte ‚Kuhfuß‘ reichen häufig schon aus. Besser also, man rüstet auf eine einbruchsicherere Haustür um“, empfiehlt Ulrich Tschorn vom Verband Fenster + Fassade (VFF). Aber was heißt das konkret? Grundsätzlich sind verstärkte Türblätter, ein stabiles und gut verankertes Türschloss, Bandseitensicherungen aus Metall sowie Glaseinsätze aus Sicherheitsglas notwendig. 

Sicherheit hat bei der Haustür oberste Priorität

Neben Terrassentüren und Fenstern sind Haustüren nach wie vor ein beliebter Einstiegsweg für Einbrecher. Eine einbruchhemmende Eingangstür ist also wichtig. Ein geprüftes Sicherheitsschließblech mit Mauerverankerung sowie ein passgenauer Türzylinder mit Sicherungskarte gehören zum Basisschutz. Darüber hinaus empfiehlt sich etwa der Einbau von zusätzlichen Türschlössern. Bei mechanischen Mehrfachverriegelungen verriegelt sich die Haustür bei Zuziehen automatisch. Und wer mit einem Panzerriegelschloss gleich beide Seiten der Tür sichert, signalisiert schon von außen eine massive Sicherheitstechnik.

Machen sich unerlaubte Gäste am Eingang zu schaffen, muss die Tür in der Regel bis zu fünf Minuten überstehen, bis der Einbruchversuch aufgegeben wird. Dabei dürfen Tritte, Hämmer, Brecheisen und Schraubenzieher der Eingangstür nichts anhaben. Dementsprechend ist es wichtig, dass eine neue Haustür eine sichere Grundausstattung aufweist: Mehrfachverriegelung, Sicherheitsbeschlag und ein aufbohrsicherer Schließzylinder sollten auf jeden Fall zum Standard gehören.

Die Mehrfachverriegelung verankert das Türblatt im abgeschlossenen Zustand in der Türzarge und erschwert einen Einbruch erheblich. Die Türzarge muss sicher in der Wand befestigt sein, sonst bringt die beste Verriegelung nichts. Ein guter Schutzbeschlag muss eine hohe Schlagfestigkeit aufweisen und im besten Fall mit einem Profizylinder mit integriertem Ziehschutz (Zylinderabdeckung) ausgestattet sein.

Ebenfalls wirkungsvoll ist ein mechanisch selbstverriegelndes Mehrriegelschloss. Die Tür wird nach dem Zuziehen durch mindestens zwei Fallenriegel automatisch verschlossen und dadurch gegen Einbruchsversuche gesichert. Ein Absperren per Schlüssel ist dementsprechend nicht mehr nötig und bringt einen Vorteil bei der Versicherung, da diese bei nicht geschlossener Haustür im Falle eines Einbruchs nicht zahlt.

Türbänder sollten durch Spezialbefestigungsplatten sicher im Türprofil verankert werden, damit die Bänder nicht einfach rausgebrochen werden können. Eine Aushebelsicherung durch eingebauten Keilfalz bietet zusätzlichen Schutz auf der Bandseite. Sollte in der Tür Glas enthalten sein, muss es sich um Sicherheitsglas handeln.

Generell wird für Haustüren ein Sicherheitsstandard der Widerstandsklassen RC 2 oder RC 3 empfohlen. Je höher die angegebene Klasse, desto mehr Zeit und Aufwand benötigen Einbrecher, um sich Zugang zum Haus zu verschaffen. 

Das Polizei-Netzwerk „Zuhause sicher“ empfiehlt für alle Türen, durch die man ins Haus gelangen kann, Widerstandsklasse RC 2. Ergänzend gibt Sensoren, die einen Glasbruch oder die Öffnung der Haustür melden. Mit Kamera- und Alarmsystemen oder einer motorischen Mehrfachverriegelung wird Einbrechern das Tagwerk wirksam erschwert. Beliebt ist beispielsweise auch eine Magnetverschlussüberwachung, die Alarm meldet, sobald die Haustür geöffnet werden. Diese Sicherheitsvorkehrung ist fast unsichtbar in den Rahmen eingebettet. 

Überhaupt müssen die vielen Funktionen der Haustüren keine optischen Einbußen mit sich bringen. Neuartige, teilweise farbige Designs, die sich dem Stil des jeweiligen Hauses anpassen, versprechen optische Raffinesse bei gleichzeitig funktionaler Ausstattung. Mit Verglasungen, individuell ausgewählten Farben und Beschlägen erhält jede Haustür ihren eigenen Look.

Widerstandsklassen bei Haustüren

 Haustüren werden in unterschiedliche Widerstandsklassen (Resistance Class) eingeordnet:

RC 1 N: Bauteile weisen einen Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt auf (Treten,
Springen, Hochschieben). Hebelwerkzeuge können allerdings effektiv gegen die Tür eingesetzt werden.
RC 2: Die Tür muss mindestens drei Minuten gegen Einbruchversuche standhalten. Werkzeuge wie Schrauben­dreher und Zange können abgehalten werden.
RC 3: Muss bis zu fünf Minuten Schutz bieten. Mehrere Werkzeuge müssen dabei aufgehalten werden.
RC 4: Hält bis zu zehn Minuten stand und ist gesichert gegen Schlagaxt, Stemmeisen und Hammer.
RC 5: Hier muss die Tür 15 Minuten die Angriffe mit Bohrmaschine oder Stichsäge überleben.
RC 6: Die höchste Widerstandsklasse bietet bis zu 20 Minuten Schutz und hält Stichsägen und Winkelschleifer ab.

Foto: Hörmann

Schlüssel war gestern

Und wie sieht die Eingangstür der Zukunft aus? Interaktive und bespielbare sowie selbstöffnende Türen sind längst keine Science Fiction mehr. Mit Smart-Home-Technologien können moderne Haustüren mit einem Handsender oder einer App entriegelt werden. Noch komfortabler wird es mit einem Haustürantrieb. Dieser öffnet und schließt die Haustür automatisch.

Besonders komfortabel sind Fingerprint-Systeme. Dabei wird die Tür komfortabel über einen Fingerscanner geöffnet. Fingerprint-Systeme ersetzen den Schlüssel komplett durch den eigenen Fingerabdruck. Die lästige Suche nach dem Schlüssel entfällt – schließlich hat man seinen Finger jederzeit zur Hand.

Ebenfalls bewährt haben sich Smart-Touch-Systeme mit Transponder, die nach Erkennen der Zugangsberechtigung die Tür automatisch entriegeln. Eine besondere Form der Türentriegelung ist die Technik „LightAccess“, wodurch die Tür entriegelt wird, sobald das Handy an den Zugangscontroller gehalten wird. Dabei können auch Gastzugänge oder dauerhafte Zugänge an Familie oder Freunde geschickt werden. Über ein Web-Interface können die benötigten Codes per E-Mail, SMS oder Messenger-Nachricht verschickt werden.

Um zu entscheiden, wer das Haus betreten darf und wer nicht, ist eine Türkommunikation und Zutrittskontrolle durch Audio und Video ebenfalls eine wichtige Komponente. Eine Weiterleitung der Daten an das Smartphone kann dabei sinnvoll sein. 

Vordach: Trocken ankommen

Gerade während der kalten Jahreszeit ist ein Vordach von Vorteil. Denn was wäre ein Hauseingang ohne Wetterschutz? So kann man den Hausschlüssel in den Tiefen der Tasche im Trockenen suchen.

Darüber hinaus trägt ein Vordach auch zu einem hübschen Erscheinungsbild der Eingangstür sowie der Hausfassade bei. Denn Vordächer halten nicht nur Wind und Regen ab, sie geben darüber hinaus als Gestaltungselement viel her – und mögen sie noch so klein sein. 

Idealerweise sind Vordach und Haustür aufeinander abgestimmt. Ein leichtes Vordach ist natürlich einfacher zu montieren. Viele Hersteller bieten ihre Produkte als Bausatz an. Wichtig: Die Beschaffenheit der Außenwand muss den Herstellerangaben entsprechen. 

Schon der Austausch eines vergilbten Plexiglasdaches durch transparentes Glas, gehalten von einem farbig lackierten Kunstoff- oder Metallrahmen oder in Edelstahl gefasst, verleiht einem Eingang noble Modernität. Das passt nicht zu jedem Haus, aber Ausführungen aus Holz mit Ziegeleindeckung können ebenfalls frisch und jung wirken, wenn ein entsprechender Anstrich gewählt wird oder weitere Extras einen Hingucker daraus machen.

Ein zum Vorbau erweitertes Vordach, das den Vorplatz als solchen gegen den öffentlichen Raum abgrenzt, sorgt für eine besondere Note. Dabei können die vorhandenen Stützpfeiler raumbildend wirken und weitere Zeichen baulicher Art gesetzt werden, beispielsweise ein Podest oder eine Art Brüstungsgeländer. Das wiederum wird durch stilvolle Bepflanzung oder Dekoelemente noch unterstrichen und erhält einen unverwechselbaren persönlichen Touch.

Klingel und Türsprechanlagen

Im Rahmen eines Neubau oder einer Modernisierung müssen sich Bauherren auch Gedanken über die Sicherheitstechnik machen. Klingel samt Gegensprechanlage sollten schon vor der Haustür, wenn möglich vor der Gartenbegrenzung angebracht werden. Das erhöht die Sicherheit, da räumliche Distanz geschaffen wird. Fremde können den Bewohnern von vornherein nicht zu nahe treten. Mauerscheiben vor dem Gebäude oder Steinsäulen, in denen die Technik Platz findet, koppeln Innen und Außen stärker ab als eine Klingel an der Haustür. Der psychologische Effekt der „Unnahbarkeit“ darf nicht unterschätzt werden. Zusätzliche Sicherheit bietet der Einsatz einer Videokamera. Bereits beim ersten Klingeln können die Bewohner über den Monitor der Hausstation erkennen, wer vor der Tür steht. Bei entsprechender Anlagenkonfiguration kann der Eingangsbereich auf diese Weise komfortabel vom Wohnzimmersessel aus überschau- und bedienbar sein – einschließlich Gesichtskontrolle, Sprechanlage und Öffner.

Ausgestattet mit einer intelligenten Systemtechnik wie EIB/KNX überwacht und steuert die Türstation auch die elektrischen Anlagen und Geräte im Haus. Je nach Programmierung drosselt man mit dem Abschließen der Haustür die Heizung, schließt die Fenster, fährt Markisen ein oder stellt die Herd ab. Das allerdings setzt ein elektronisches Schließsystem voraus. Dieses öffnet die Haustür nicht durch den Dreh mit dem Schlüssel, sondern durch ein elektronisches Signal, das vom Zylinder gelesen wird. Jedes Familienmitglied erhält seinen persönlichen Schlüssel, damit bei Verlust nicht das komplette Schloss ausgetauscht werden muss – nur der betreffende Code wird gesperrt. Auch zeitlich begrenzte Zugangsberechtigungen für Hauspersonal oder Gäste sind möglich.

Hausnummer: Sichtbar für alle Fälle

Bei Hausnummern geht es um Sicherheit und Ästhetik. Im Notfall müssen Krankenwagen, Polizei, Feuerwehr Ihr Haus schnell finden können. Aber auch die Arbeit von Post- und Paketzustellern wird einfacher und nicht zuletzt haben Ihre Gäste es leichter, wenn Tag und Nacht die Hausnummer gut sichtbar ist.

Darüber hinaus kann eine edle oder gar außergewöhnliche Gestaltung der Hausnummer den Eingangsbereich aufwerten. Ob rustikal, schlicht oder modern, in Edelstahl, Keramik, Glas oder Kunststoff, es gibt zig verschiedene Ausführungen in allen erdenklichen Farben. Wer auf Stil bedacht ist, sucht die Hausnummer passend zu Briefkasten und Haustür aus. Kombinationen aus Hausnummer und Leuchte können ebenfalls eine gute Lösung sein.

Fazit

Achten Sie beim Kauf von Haustüren auf eine gute Wärmedämmung, entsprechende Sicherheitselemente und eine stimmige Optik. Übrigens: Die KfW-Bank stellt Förderungen für einbruchhemmende Türen zur Verfügung. Außerdem berät die Kriminalpolizei Bürger in ihren Beratungszentren oder vor Ort im eigenen Heim.

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