Sieht aus wie Glas, ist aber robust wie Kunststoff – Plexiglas ist ein vielseitiger Baustoff.

Plexiglas und Acrylglas in Haus und Garten

Plexiglas ist älter als man denkt: Unter dem chemischen Kürzel PMMA wurde es bereits Ende der 1920er Jahre entwickelt und 1933 auf den Weltmarkt gebracht, 1937 entstand der geschützte Handelsname "Plexiglas", angemeldet von Otto Röhm. Eine andere Bezeichnung für den transparenten, vielseitigen Kunststoff ist Acrylglas, kurz Acryl genannt; wenig bekannt sind die Bezeichnungen "Altuglas" und "Oroglas".


Plexiglas ist vielseitig im Innen- und Außenbereich verwendbar.
Man kann es problemlos schneiden, durchbohren, verkleben und ab etwa 100 °C nahezu beliebig verformen. Die ehemals schlechte UV-Beständigkeit von Plexiglas, die sich in einer deutlichen Vergilbung zeigte, ist heute durch Zusätze Vergangenheit. Wer Licht und Sonne in seinen Wintergarten oder sein Haus bringen will, kommt um Plexiglas nicht herum. 

Plexiglas: Vielseitig verwendbar

Plexiglas ist ein äußerst hochwertiger, sehr lichtdurchlässiger Kunststoff und lässt sich vergleichweise leicht bearbeiten. Es kann mit Heimwerkermitteln geklebt, durchbohrt und verformt werden.

Wenn Sie beispielsweise einen exklusiven Zeitschriften- oder CD-Ständer  bauen möchten, könnte Plexiglas das Mittel ihrer Wahl sein. Plexiglas lässt sich aber auch im Außenbereich perfekt einsetzen. Als leichte und bruchfeste Verkleidung des Wintergartens, als Oberlichtkonstruktion oder um den Carport abzudecken: Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. 

Plexiglas oder kein Plexiglas?

Vieles, was unter dem Namen Plexiglas angeboten wird, ist überhaupt kein Plexiglas. Insbesondere Wellplatten, beispielsweise für die Überdachung einer Gartenlaube oder Pergola, werden häufig fälschlich als Plexiglas angeboten, bestehen aber in Wirklichkeit aus Polycarbonat oder PVC. Ähnliches gilt für sogenanntes Hobbyglas aus dem Baumarkt. Die Begriffe "Plexiglas" oder"Acrylglas" beziehen sich ausschließlich auf Produkte aus PMMA. 

Plexiglas Zuschnitt

Plexiglas kann mit einer handelsüblichen Stichsäge und einem mittleren Sägeblatt zugeschnitten werden. Dabei sollten allerdings einige materialspezifische Dinge beachtet werden, um ein sauberes und kratzerfreies Ergebnis zu erhalten.

  • Die Geschwindigkeit der Stichsäge sollte, falls möglich, herabgesetzt werden um eine zu große Wärmeentwicklung zu vermeiden: Ab 100 °C verschweißt sich Plexiglas von selbst. Falls die Geschwindigkeit nicht herabgesetzt werden kann, sollten Pausen eingelegt werden.
  • Um mit der Säge nichts zu verkratzen, sollte rechts und links von der Schnittkante Kreppband mindestens in der Breite der Sägenauflagefläche aufgeklebt werden.
  • Statt einer Stichsäge kann auch eine Bandsäge oder eine Kreissäge verwendet werden - auch hier sollte die Drehzahl nicht zu hoch sein.

Plexiglas kleben

Plexiglas kann mit speziellen, aber im Handel erhältlichen Kunststoffen problemlos verklebt werden. Dazu sollten die Klebeflächen sauber, trocken und fettfrei sein: Durch die hohe Transparenz des Materials sind Staubeinschlüsse jederzeit sichtbar. Zum Reinigen der Klebeflächen verwenden Sie am besten Feuerzeugbenzin, keinesfalls aber Azeton: dies löst Plexiglas auf.

Was nicht mit Klebstoff in Berührung kommen darf, sollte sorgfältig abgeklebt werden; der Plexiglas-Klebstoff löst das Material oberflächlich leicht auf. Sorgfältiges Arbeiten ist also Plicht!

Für die Trocknungszeit sollten sie gummiummantelte Klemmen oder ähnliches verwenden, empfehlenswert ist auch der Bau einer geeigneten Hilfskonstruktion.

Plexiglas formen

Plexiglas ist ab etwa 100 °C plastisch verformbar, für eine einfache Verarbeitung sollten es allerdings etwa 150 bis 160 °C sein. Für die Erzeugung dieser Temperturen empfiehlt sich der Einsatz eines Backofens, einer Infrarotstrahlers oder eines Heissluftgebläses - je nachdem, welche Biegung sie erzeugen wollen.

Möchten Sie beispielsweise eine gerade Plexiglasplatte in eine U-Form bringen, sollten sie die Platte im Backofen erwärmen. Zunächst sollten Sie dazu aus Holz oder einem Gasbetonstein eine geeignete Biegeform bauen - Polstern gegen Kratzer nicht vergessen.

Im Ofen sollte die Platte nicht auf Metall aufliegen, Backpapier oder Kork sind eine geeignete Unterlage. Mit Handschuhen lässt sich das Material nach der Erwärmung auf der Biegeform problemlos zurechbiegen.

Um einen rechten Winkel in eine Plexiglasplatte zu biegen empfiehlt sich der Einsatz eines Heissluftföhns mit etwa 160 °C Temperatur. Die Abkantung sollte auf einem stabilen, rechtwinkligen Gegenstand erfolgen, beispielsweise einer gepolsterten Kiste.

Zunächst die Platte mit Klemmen unten an der Biegeform befestigen, dann die Biegestelle langsam und gleichmäßig erwärmen, dabei leichten Druck auf den oberen Teil der Platte ausüben. Langsam die Plexiglasplatte in die gewünschte Form bringen. Nicht zu nah mit dem Föhn an die Platte kommen: Plexiglas ist brennbar.

Plexiglas bohren

Bohren in Plexiglas ist bei der Beachtung einiger Vorsichtsregeln relativ einfach. Man sollte einen scharfen Holz- oder Metallbohrer verwenden, besser, aber teurer, ist ein spezieller Acrylbohrer. Vor dem Bohren sollte zudem die Umgebung des Bohrlochs zur Vermeidung von Kratzern abgeklebt werden.

Wichtig für den Bohrvorgang ist die Auswahl einer niedrigen Drehzahl: Durch die entstehende Reibungshitze kann das Plexiglas schmelzen, schlimmstenfalls zu brennen beginnen. 

Zum Bohren kann man auch einen Akkuschrauber verwenden, mit diesen lässt sich meist sehr gefühlvoll die Bohrdrehzahl und -kraft bestimmen. Beim Bohren darf zudem nicht zuviel Druck ausgeübt werden. Wer sich bezüglich der Drehzahl nicht sicher ist, kann die Bohrstelle zusätzlich mit einem Bohröl/Wassergemisch benetzen um Überhitzungen zu vermeiden.

Hohlkammerplatten aus Plexiglas

Hohlkammerplatten sind beim Bau von Wintergärten und Gewächshäusern äußerst beliebt: Durch den Lufteinschluss haben sie eine gute isolierende Wirkung und sind trotzdem transparent. Während die meisten Hohlkammerplatten aus Polycarbonat oder PVC gefertigt werden, lassen sie sich selbstverständlich auch aus dem hochwertigen Plexiglas herstellen.

Vorteile sind eine höhere Transparenz und eine größere Wetterbeständigkeit, obendrein wirkt Plexiglas stärker schall- und wärmeisolierend als die beiden anderen Werkstoffe. 

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Plexiglas-Test

Wer Reparaturen an Gegenständen aus Kunststoff durchführen möchte, sollte sich zunächst von der Identität des Werkstoffs überzeugen: So sind beispielsweise Klebstoffe meist auf einen bestimmten Kunststoff spezialisiert. Für die Erkennung empfiehlt sich eine Spanprobe und die Beobachtung des Verbrennungsverhaltens.

  1. Einen schmalen Span des zu untersuchenden Kunststoffs mit einem scharfen Messer abhobeln.
  2. Den Span anzünden und die Flamme beobachten
  3. Wenn der Span knisternd, mit gelblicher Flamme, süßlichem Geruch, ohne zu tropfen und ohne Rückstände verbrennt, handelt es sich um Plexiglas.

 

 

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