Geschenke für Selbermacher – nicht nur für Weihnachten

Denken beim Schenken – das gilt bei keiner anderen Disziplin so sehr, wie der namens "Heimwerker beschenken".

Die Selbermacher-Fraktion

Ein schwieriger Fall: Man hat einen guten Freund oder gar ein Familienmitglied, der zur Selbermachen-Fraktion gehört. Egal, ob es sich dabei um Allrounder handelt, um Hobbygärtner, Metall-Spezialisten oder Holzwerker.

Wenn man ihnen etwas schenken möchte, gibt es vieles, das man falsch machen kann. Wir haben 5 Geschenk-Tipps für Heimwerker – und was Sie vermeiden sollten.

Finger weg!

Klingt logisch, ist aber tatsächlich eine echte Gefahr: Selbermachern das schenken, was man selbst als vermeintlich taugliches Werkzeug ansieht. Denn für den Fall, dass man selbst gerne auf DIY-Wegen wandelt, muss man einfach von folgendem Grundsatz ausgehen:

Der Beschenkte besitzt höchstwahrscheinlich schon Standard-Werkzeug in guter Qualität. Alles, was man in dieser Kategorie schenken würde, wäre dementsprechend doppelt oder von minderer Qualität. Auch wenn man selbst vielleicht den grünen Bosch Akkuschrauber für ein klasse Geschenk hält: Wenn der Beschenkte selbst ein Gerät von Milwaukee besitzt oder einem anderen Hersteller, der höher angesiedelt ist, war es umsonst.

Und ganz ähnlich sieht es bei Zubehör oder Verbrauchsmaterialien für diese Geräte aus. Bloß kommt da noch hinzu, dass man wahrscheinlich nicht mal genau weiß, ob das, was man kauft, auch zu einem vorhandenen Gerät passt.

Dazu passend noch ein weiterer Grundsatz: Einkaufsgutscheine für Baumärkte usw. sind okay – allerdings sollten sie, weil sie wirklich unpersönlich sind, nicht gerade im engsten Freundes- oder Familienkreis verschenkt werden.

Wie bereits beschrieben: Es ist nicht leicht, einen Handwerker zu beschenken. Doch keine Sorge, es gibt auch Lösungen.

1. Baustellenradio

Musik gehört für die meisten Heimwerker zur Arbeit dazu und hat mittlerweile sogar dafür gesorgt, dass es einen eigenen Radiosender nur für die handwerkende Zunft gibt – auch wenn die Musik nur im Hintergrund spielt.

Das Problem daran ist jedoch, dass herkömmliche Radios nicht die nötige "Heimwerker-Robustheit" mitbringen. Wo der Winkelschleifer Splitterregen aus dem Metall reißt, wo der Exzenterschleifer die Luft mit feinstem Staub füllt, da gehen herkömmliche Radios schnell in die Knie.

Dagegen sind Baustellenradios eine eigene Klasse von Geräten. Hauptmerkmal: Robust wie ein Bagger, mit Knöpfen und Reglern, die man auch mit Handschuhen noch bedienen kann, meistens auch noch (spritz-)wasserdicht. Danach teilt sich das Feld aber schon wieder auf: So gibt es Baustellenradios von Elektrowerkzeugherstellern. Die benutzen dann die gleichen Akkus wie beispielsweise deren Akkuschrauber.

Daneben können die meisten Geräte aber auch über herkömmliche Kabel mit dem 230V-Netz verbunden werden. Am besten versucht man herauszubekommen, auf welche E-Werkzeugmarke der zu Beschenkende setzt und kauft dementsprechend ein Radio. Da ist das Risiko am geringsten.

2. Growbox

Es gibt Millionen von Hobbygärtnern in Deutschland. Doch die meisten stellen davon fast sämtliche Tätigkeiten zwischen Oktober und März ein – klar, da ist es draußen auch nicht gerade pflanzenfreundlich und tausend Euro für ein beheiztes, UV-bestrahltes Gewächshaus (samt einer notwendigen Baugenehmigung) möchten nicht alle ausgeben.

Der zu Beschenkende gehört zu dieser Kategorie? Dann bieten sich sogenannte Growboxen an. Das sind Schränke aus Textil oder Kunststoff. Darin befinden sich Beleuchtung für optimales Wachstum, Lüfter, Luftfilter und Feuchtigkeitsmesser. Vereinfacht gesagt: Was man in eine solche Box stellt, das wächst in der Regel.

Doch Growboxen gibt es ebenfalls viele. Das Portal bussgeldkatalog.org hat deshalb einen Test mehrerer Modelle absolviert, den man zuvor konsultieren sollte.

3. Pflege-Geschenkboxen

Gerätespezifische Verbrauchsmaterialien sind keine guten Geschenke, das haben wir bereits erwähnt. Allerdings gilt das nicht generell für Verbrauchsmaterialien zwischen Sprühöl und Cockpitreiniger. Und da kommt dem Schenkenden zupass, dass so manche Hersteller diese Tatsache erkannt haben und Geschenkesets anbieten.

So offeriert Öl-Spezialist Ballistol einen Oldtimer-Pflegekoffer mit Kriechöl, Starthilfe und einer ganzen Reige weiterer Mittelchen, um kostbares Altblech zu pflegen. In die gleiche Kerbe schlägt Autopflege-Spezialist Nigrin, der eine Box mit ähnlicher Zusammenstellung anbietet.

Die beiden obigen Beispiele sind zwar vornehmlich für Autofahrer, haben allerdings auch universale Anwendbarkeit – und kommen im Falle der Ballistol-Box auch noch in einer dekorativen Blechkiste. Zudem haben unzählige andere Hersteller solche Sets im Repertoire – und gerade vor Weihnachten finden sie sich auch meistens in der Kassenzone einschlägiger Baumärkte.

4. Multitool

Die meisten Heimwerker eint, dass ihre Werkzeuge relativ ortsfest sind. Unterwegs sind sie meistens so "unbewaffnet" wie jeder Normalverbraucher. Genau da bietet sich die Möglichkeit, durch ein Geschenk seinen Lieblings-Heimwerker zu einem echten "Mac Gyver" zu machen, der auch unterwegs haarige Selbermacher-Situationen stemmt.

Das Zauberwort heißt Multitool. Ein Zwischending aus einem sehr üppig bestückten Taschenmesser und einer Kombination aus Spitzzange und Seitenschneider – bei manchen Modellen sogar noch ergänzt um einen Bit-Halter, das das Multitool wirklich zu einem Universalwerkzeug macht.

Doch gerade hier gilt: Nicht sparsam sein. Zwar gibt es Multitools für 20 Euro, die sind aber mehr Gimmick als echtes Werkzeug. Erfinder, Gattungs-Namensgeber und auch heute noch Global Player ist der US-Hersteller Leatherman, daneben führen auch die beiden Messerhersteller Victorinox und Gerber sehr taugliche Geräte.

Andere Marken landen bei den meisten Tests sämtlich unter "ferner liefen". Klar, dafür gibt man schnell mehr als 50 Euro aus – dafür schenkt man aber auch etwas, das vielleicht ein Leben lang höchst nützliche Dienste leistet.

5. Blechschilder und ähnliche Deko

Keiner weiß genau, warum es so ist, aber es ist eine Tatsache, dass es eine enge Verbindung zwischen Selbermachern und entsprechender Deko gibt. Schilder mit Sprüchen wie "Meine Werkstatt, meine Regeln", kleine, aus Schrauben und Muttern geschweißte werkelnde Figuren oder auch durchaus kunstvoll geschmiedete Halter für Gartenwerkzeug finden sich hier überraschend häufig.

Sie sind dementsprechend natürlich auch ein schönes Geschenk, weil man einfach davon ausgehen kann, dass in (fast) jedem Heimwerker auch ein Herz für das Schöne steckt und nicht nur den Nutzwert.

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