Keller oder Bodenplatte?

Braucht unser Haus ein Untergeschoss oder kann es auch einfach auf einer Bodenplatte stehen? Viele Bauherren, die vor der Entscheidung stehen, denken zuerst an die Kosten. Sie sollten aber alle anderen Argumente auch gut abwägen.

Ob Häuser ohne Keller oder mit Untergeschoss gebaut werden: Bei einer Lebensdauer von hundert Jahren und mehr kommt der Bodenplatte und dem Fundament eine wichtige Rolle zu. Es ist nachvollziehbar, dass das Geld beim Bauen im Vordergrund steht, schließlich ist das zur Verfügung stehende Budget nicht beliebig vermehrbar. Aber am Keller zu sparen ist sicher nicht in jedem Fall die beste Lösung, daher müssen Bauherren diese, nicht revidierbare Entscheidung, doppelt gut überlegen. Es ist nämlich mehr als eine Diskussion Kosten kontra Fläche.

Kostendifferenz zwischen Keller und Bodenplatte

Zwischen Keller und Fundamentplatte besteht eine große Kostendifferenz, daher liegt für viele Bauherren mit einem begrenzten Budget der Verzicht auf einen Keller erst einmal nahe. Aber bei einem Verzicht auf das Untergeschoss müssen Sie alternativ Stauraum und Wohnraumreserven im Erd- oder Dachgeschoss einplanen, was auch mit Mehrkosten verbunden ist. Ebenerdige Anbauten erweisen sich nur dann als güns­tiger, wenn Bauland billig und der Kellerbau kompliziert wäre.

Aber auch eine Bodenplatte hat ihren Preis, da es sich nicht einfach nur um eine Platte aus Beton handelt, die auf das Erdreich gesetzt wird. Die Bodenplatte hat zum einen eine statische Funktion, da diese das gesamte Gewicht des Hauses tragen muss. Zum anderen isoliert die Bodenplatte das Haus von unten gegen aufsteigende Feuchtigkeit und Kälte ab. In bzw. unter der Bodenplatte befinden sich auch die Abflussleitungen.

Auch zwischen verschiedenen Keller- bzw. Bodenplattenausführungen finden sich teilweise erhebliche Preisunterschiede, die mehrere Ursachen haben. Die Kosten für einen Keller hängen von der Größe, der Ausführung und den Gegebenheiten des Grundstücks ab. Es gibt auch die Möglichkeit einer Teilunterkellerung. Wenn ein Untergeschoss nur als Abstellraum genutzt wird, sind die Investitionen geringer als im ausgebauten Zustand zu Wohnzwecken. Überprüfen Sie auch, ob beispielsweise der Aushub mit im Preis enthalten ist. Auch ohne Keller sind nicht unerhebliche Kosten für Erdaushub und Fundamentplatte fällig, die in frostsicherer Tiefe (ca. 80 bis 100 Zentimeter) gründen muss.

Das kostet ein Keller

Die Kosten für einen Keller sind abhängig von verschiedenen Faktoren wie Größe, Bodenbeschaffenheit und Grundwasser, Ausstattung und Energiestandard. Für ein frei stehendes Einfamilienhaus mit ca. 80 Quadratmeter Grundfläche kann die Investition demnach 35.000 bis 70.000 Euro betragen, aber auch darüber.

Das kostet eine Bodenplatte

Für die Erstellung einer Bodenplatte können sich die Kosten in umkomplizierten Fällen auf ca. 150 Euro pro Quadratmeter belaufen. Bezogen auf das oben genannte Beispiel wäre die Bodenplatte also ungefähr bei einem Drittel der Kosten für einen einfachen Keller – ohne Berücksichtigung der Mehrkosten für Ausgleichsflächen im Erd- oder Dachgeschoss.

Teurerer Keller bei schwierigem Boden

Je schwieriger die Bodenverhältnisse, desto teurer kann der Kellerbau werden. Daher wird traditionell in norddeutschen Regionen wegen des Grundwassers eher ohne Untergeschoss gebaut. Bei drückendem Grundwasser ist der Einsatz von wasserundurchlässigem Beton unerlässlich. Komplikationen für den Kellerbau ergeben sich in ausgewiesenen Hochwassergebieten sowie bei felsigen oder sumpfigen Untergründen.

Der Keller: Ausbaureserve und Stauraum

Tatsächlich geht es durchaus ohne Keller. Heutzutage ist die Heiztechnik so kompakt, dass man sie ohne Probleme im Erd- oder Dachgeschoss unterbringen kann. Trotzdem raten Immobilienexperten dazu, die Mehrausgaben in Kauf zu nehmen, um so eine Ausbau- und Stauraumreserve zu haben. Ein Keller birgt aber nicht nur die Option,  Entwicklungen in der sich rasant entwickelnden Haustechnik nutzen zu können (Pelletlager).  Die meisten Hausbesitzer schätzen die Nebenräume auch für Fitness, Hobby oder  Arbeit.

Entscheidet man sich für die Wohnnutzung, sollte man dies beim Bau berücksichtigen, selbst wenn man die Räume nicht sofort braucht. Es geht dabei um baurechtlich geforderte Raumhöhen für Wohnräume und Anderes mehr. Die Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) schreibt z.B. für beheizte Kellerräume eine Rundumdämmung vor, damit Energieverluste vermieden werden. Schon deshalb ist es ratsam, die Kellernutzung vorab mitzuplanen. Wird der Keller nur als Abstellraum genutzt und ist zur Wohnung hin abgeschlossen, reicht nämlich eine Dämmung zwischen Gebäude und Untergeschoss. Falls die Kellerräume auch als Einliegerwohnung genutzt werden sollen, versteht sich ein separater Zugang von selbst.

Besserer Wiederverkaufswert mit Keller

Zwar planen die meisten Baufamilien, den Rest ihres Lebens in diesem Haus zu verbringen, aber manchmal kommt es eben doch anders. Gerade angesichts teurer und damit kleiner Grundstücke wirkt sich ein Keller wertsteigernd auf eine Immobilie aus. Käufer von Bestandsimmobilien bevorzugen unterkellerte Häuser, das zeigen  alle Gutachten und Maklerumfragen.

Schneller Fertigkeller

Termindruck ist kein Argument gegen den Keller. Bei guter Vorbereitung steht ein Fertigkeller schon nach einem Tag. Die Kellerbauer übernehmen vor Ort die Bauleitung und sorgen für einen reibungslosen Ablauf und Einhalten des Terminplans. Nach dem Erdaushub wird die Bodenplatte vor Ort armiert und betoniert. Im Werk werden die Innen- und Außenwände sowie die Deckenelemente nach individuellen Wünschen maßgenau vorgefertigt und Schritt für Schritt auf der Baustelle eingepasst. Die Einzelteile werden in der Regel als schalungsglatte Wände angeliefert, dadurch entfallen Wand- und Deckenputz, anders als bei Mauerwerkskellern. Nach dem Aufbau werden die Zwischenräume auf der Baustelle ausgegossen, es entsteht ein durchgehender fugenloser Betonkern.

Atmobild: Knecht

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