Feuchter Keller? Schützen Sie Ihren Keller vor Wasser!

Wer möchte schon Wasser im Keller? Wir fragten bei einem Experten nach, wie man seinen Keller trocken hält. 

 

Experteninterview zu einem feuchten Keller

Kein Wasser im Keller: Feuchte Keller kennt man aus vielen Altbauten. Das meist feuchte Mauerwerk kann dort verschiedene Ursachen haben. Doch auch beim Neubau muss der Bauherr sich Gedanken machen, wie der Keller vor Feuchtigkeit geschützt wird. Insbesondere, wenn der Keller zum Wohnen genutzt wird, darf keine Feuchte vorhanden sein. Wie feuchte Wände vermieden werden, erklärt Keller-Experte Bernd Hetzer, Diplom – Ingenieur und Vertriebsleiter bei Knecht Kellerbau.

Immer mehr Baugebiete werden mit dem Lastfall "zeitweise drückendes Wasser" ausgewiesen. Kann man hier auch im Untergeschoss sicher bauen?
Bernd Hetzer: Ob zeitweise oder ständig, drückendes Wasser ist für den Bau von Fertigteilkellern kein Problem. Vorausgesetzt, Sie beachten einige Punkte. Wichtig ist zunächst die Höhe des so genannten Bemessungswasserstandes. Das ist der höchste planmäßige Wasserstand vor Ort, die Informationen dazu erhält man aus dem Baugrundgutachten. Diese und weitere Angaben des Baugrundgutachtens bilden die Grundlagen für statische Nachweise, Wahl der Abdichtungsart, Auftriebssicherheit usw.

Was bedeutet Auftriebssicherheit?
Zum besseren Verständnis möchte ich hier einen Vergleich anstellen: Ein Schiff ist schwer und schwimmt trotzdem – warum sollte das ein Keller nicht tun? Es ist jedoch wenig sinnvoll, dass ein Keller schwimmt und man beim Betreten womöglich seekrank wird. Der Keller muss selbstverständlich an Ort und Stelle stehen bleiben. Er wird auftriebssicher gebaut. Die Auftriebssicherheit ist gemäß der Grundbaunorm EC 7 rechnerisch nachzuweisen.

Wie sichern Sie den Keller gegen den Auftrieb?
Dafür stehen uns verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, zum Beispiel indem die Dicke und damit das Gewicht der Fundamentplatte erhöht wird oder indem die Fundamentplatte mit einem entsprechenden Überstand zur Kellerwand gebaut wird und damit eingebrachte Erdmassen dem Auftrieb entgegenwirken können. Je nach der Situation vor Ort entscheiden wir von Einzelfall zu Einzelfall. Dabei wählen wir im Interesse der Baufamilie jeweils die preislich und baulich beste Variante für das Objekt aus.

Ist denn Wasser nicht gleich Wasser?
Nein. Neben unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen spielt es schon eine Rolle, ob Wasser ständig oder zeitweise gegen die Kellerwand drückt oder ob es lediglich an ihr frei abläuft. Die Fachwelt unterscheidet zwischen mehreren so genannten Lastfällen. Für jeden Lastfall haben wir eine Lösung und ein entsprechend abgestimmtes  Abdichtungskonzept. Dabei macht man sich zu Nutze, dass Betonbauteile durch entsprechende Maßnahmen gegen chemische Substanzen resistent und wasserundurchlässig hergestellt werden können, der Volksmund spricht auch von einer „Weißen Wanne“. Siehe folgende Grafik - zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Ist mein Keller auch nach jahrelangen Belastungen durch Wasser noch dicht? 
Natürlich. Unsere Erfahrung zeigt: Bei fachgerechter Ausführung bleibt das Untergeschoss frei von Feuchtigkeit. Die ers­ten wasserdichten Keller im Grundwasser hat Knecht vor über 50 Jahren gebaut – und die sind heute noch trocken.

Bernd Hetzer, vielen Dank für das Gespräch.

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