Wasser im Keller: Experteninterview

Der Technischer Leiter bei Knecht Fertigteilkeller beantwortet Wichtiges zum Thema Wasser im Keller.

Interview zum Thema Keller und Wasser

Friedrich Klein, Technischer Leiter bei Knecht Fertigteilkeller, beantwortet Fragen zum Thema Keller und Wasser.

Frage: Immer mehr Baugebiete werden in Bereichen mit hohem Grundwasser ausgewiesen. Kann man hier auch im Untergeschoss sicher bauen?
Friedrich Klein: Grundwasser ist für den Bau von Fertigteilkellern kein Problem. Vorausgesetzt Sie beachten einige Punkte. Wichtig ist zunächst die Höhe des so genannten Bemessungswasserstandes. Das ist der höchste bekannte Grundwasserstand vor Ort, die Informationen dazu erhält man von einem Bodengutachter. Daraus ermitteln wir, wie hoch das Wasser über die Gründungssohle, also über die Bodenplatte des Kellers steigen kann. Dieser Wert bildet die Grundlage für den statischen Nachweis, wie zum Beispiel Nachweis der Bodenplatte gegen drückendes Wasser, Auftriebssicherheit usw.


Frage: Was bedeutet Auftriebsicherheit?
Friedrich Klein: Zum besseren Verständnis möchte ich hier einen Vergleich anstellen: Ein Schiff ist schwer und schwimmt trotzdem – warum sollte das ein Keller nicht tun? Es ist jedoch wenig sinnvoll, dass ein Keller schwimmt und man beim Betreten womöglich seekrank wird. Der Keller muss selbstverständlich an Ort und Stelle stehen bleiben. Er wird auftriebsicher gebaut. Die Auftriebsicherheit ist gemäß DIN 1054 rechnerisch nachzuweisen.

Frage: Wie sichern Sie den Keller gegen den Auftrieb?
Friedrich Klein: Dafür stehen uns verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, zum Beispiel indem das Gewicht der Bodenplatte erhöht wird. Je nach der Situation vor Ort entscheiden wir von Einzelfall zu Einzelfall. Dabei wählen wir im Interesse der Baufamilie jeweils die preislich und baulich passende Variante für das Objekt aus.

Frage: Ist denn Wasser nicht gleich Wasser?
Friedrich Klein: Nein. Die Fachwelt unterscheidet zwischen mehreren so genannten Lastfällen. Ein Lastfall wäre beispielsweise das drückende Wasser. Der Volksmund versteht darunter das Grundwasser. Für jeden Lastfall haben wir eine Lösung und ein entsprechend angepasstes Abdichtungskonzept. Ein bei vielen Bauinteressenten  bekanntes Abdichtungssystem ist die Weiße Wanne ­– dieses Verfahren hat Knecht optimiert und ein eigenes Patent entwickelt.

Frage: Hält mein Keller auch nach jahrelangen Belastungen durch Wasser noch dicht?
Friedrich Klein: Natürlich. Unsere Erfahrung zeigt: Bei fachgerechter Ausführung bleibt das Untergeschoss frei von Feuchtigkeit. Die ers­ten wasserdichten Keller in Grundwasser hat Knecht vor 40 Jahren gebaut – und die sind bis heute trocken.

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