Elektroinstallation im Garten

Strom im Garten zu haben bedeutet Licht, Komfort und Arbeitserleichterungen aller Art. Die Elektroinstallation im grünen Wohnzimmer muss allerdings besonderen Sicherheitsanforderungen genügen.

Ein Garten soll der Kontrast zum Drinnen sein und zugleich Erweiterung des Hauses. Man will sich an der frischen Luft und in der Natur aufhalten und doch kein Survival-Training absolvieren, sondern die eine oder andere moderne Annehmlichkeit genießen. Und dazu gehört nun einmal Strom. Für die Beleuchtung von Terrasse und Wegen, für die Teichpumpe, die Wasserspiele, für die vielen Helferlein bei der Gartenarbeit, vom Vertikutierer über die Heckenschere bis zum Rasenmäher. Zu diesem Zweck lässt sich eigens eine Outdoor-Elektroinstallation anlegen.

Schutzart IP beachten

Eine Elektroinstallation im Garten steht öfter mal im Regen, daher muss sie noch ein gutes Stück sicherer und robuster als die in Feuchträumen wie Bad, Sauna oder Waschküche ausfallen. Von Hitze über Nässe bis zu klirrendem Frost müssen die Kabel, Schalter, Steckdosen und Leuchten allen Unbilden der Witterung trotzen können. Beim Kauf der Hardware für den Außenbereich ist auf die Schutzarten zu achten: das Kürzel IP44 steht zum Beispiel für „geschützt gegen Fremdkörper, die größer als ein Millimeter sind, sowie gegen Sprühwasser”, IP55 für „geschützt gegen Staub und gegen Strahlwasser”, in der rauen Natur eventuell die bessere Wahl (IP = „Inter-national Protection”; erste Zahl: Schutz gegen Berührung und Fremdkörper, zweite Zahl: Schutz gegen Wasser). Nicht fehlen darf das VDE-GS-Zeichen – „geprüfte Sicherheit”.

Strom im Garten

Bevor man allerdings loslegt, sollte man sich Gedanken machen, wo man den Strom wirklich braucht und wie viel. Man fertigt am besten eine Zeichnung des Gartens an und trägt ein, wo Wege und Sitzecken wie beleuchtet werden sollen. Sollen es feste Leuchten oder mobile sein? Wo soll der Elektrogrill stehen? Stationäre Verbraucher wie die Pumpe im Regenwassertank oder die Teichpumpe müssen einen eigenen Stromkreis erhalten. Wird der Rasenmäher übers Kabel versorgt, sollte man ab einer bestimmten Grundstückgröße den Anschluss wechseln können, mehrere Steckdosen, über das Areal verteilt, zur Verfügung haben. Ist das Gelände eher überschaubar, kann man mit Verlängerungen und Kabeltrommel zurechtkommen. Doch Vorsicht vor Stolperfallen: Der TÜV Rheinland empfiehlt, bunte Kabel zu verwenden. Sicherer und komfortabler sind ein festes Netz sowie planvoll verteilte Steckdosensäulen oder „Energiesäulen”. Gegebenenfalls solche mit Licht, eine echte Hilfe ab der einsetzenden Abenddämmerung.

Erdkabel verlegen

Klar, dass man die Kabel vor dem Spaten schützen muss. Man gräbt sie 60, besser 80 Zentimeter tief ein, verlegt sie zum Schutz vor Steinen im Sandbett oder gleich in Installations-Leerrohren. Will man an einem Punkt sowohl feste Verbraucher wie 230-Volt-Leuchten als auch Steckdosen setzen, müssen fünfpolige Starkstromkabel anstatt der üblichen dreipoligen Kabel dorthin führen. In den Bereichen, in denen man noch improvisieren möchte, kann man vorsichtshalber nur Leerrohre in den Boden einbringen, nachgerüstet ist dann ruck, zuck. Den Verlauf des endgültigen Installationsnetzes sollte man sich auf einem Gartenplan exakt einzeichnen, eventuell an der Oberfläche markieren. FI-Schutzschalter sind neben den Sicherungen für die Gartenstromkreise zwingend vorgeschrieben. Sie schalten ab, sobald Fehlerströme entstehen, etwa wenn die Gehäuse defekter Geräte unter Spannung stehen oder Menschen beziehungsweise Tiere spannungsführende Teile berühren.

Rasenmäher Roboter

Um kleinere Erdarbeiten kommt gleichfalls nicht herum, wer sich einen Rasenmäher-Roboter anschafft. Der arbeitet sich den ganzen Tag scheinbar wahllos kreuz und quer durch seinen Zuständigkeitsbereich, so wie der Staubsaugerroboter drinnen saugt. Weicht dabei Hindernissen wie Möbeln, Hunden, Randsteinen aus und lässt sich ansonsten lediglich von der elektronischen Schranke stoppen: Am Rand der zu mähenden Flächen wird unter der Erde ein Schwachstrom führendes Kabel verlegt; der Robo weiß, hier ist Schluss, und macht eine Kehrtwende. Das Gerät schneidet immer nur wenige Millimeter, der Feinschnitt düngt den nachwachsenden Rasen. Sinkt der Ladestand des Akkus, kehrt es selbstständig zur Ladestation zurück. Es gibt ihn also längst, den Hightech-Garten mit Elektronik von der Terrassentür bis zur Hecke, fast mit Wohnkomfort. Jetzt muss man nur noch entscheiden, wie viel von diesem Komfort man wirklich braucht. Beziehungsweise, wie wörtlich man das mit dem grünen Wohnzimmer für sich nehmen möchte.

Licht aus!

Mit den richtigen Leuchten an der richtigen Stelle kann man im grünen Wohnzimmer jede gewünschte Stimmung zaubern, von romantisch bis festlich. Nur bitte nicht von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang, darauf weist Carsten Wachholz vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) hin. Fürs Ökosystem wichtige Insekten sterben im Schein der Lampen, zahlreiche Tiere kommen entweder nicht zur Ruhe oder können nicht jagen, ist der Garten die ganze Nacht über hell wie ein Stadion. Soll das Licht potenzielle Einbrecher abschrecken, koppelt man starke Halogenlampen an einen Bewegungsmelder. Die sind sofort mit voller Leuchtkraft da und schalten ab, sobald sie nicht mehr gebraucht werden.

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