Dachgarten anlegen

Der weite Blick bis zum Horizont kann faszinieren, daher legen immer mehr Besitzer von Penthouse-Wohnungen Wert auf die Gestaltung des Außenbereichs. Aber ein Dachgarten gehört zur hohen Gartenkunst und daher in die Hände eines Profis.

Wer sagt, dass ein Traumgarten immer zu ebener Erde liegen muss? In Kempten im Allgäu entstand ein ganz privater Gartentraum in rund 25 Metern Höhe auf dem Dach eines Wohn- und Geschäftshauses.

Gartengestalter Ottmar Hübner, Mitglied der Gärtner von Eden und auf Planung und Realisierung privater Gartenträume spezialisiert, verwandelte die rund 110 Quadratmeter große Dachterrasse in ein einzigartiges Refugium, das zu wirklich jeder Tageszeit einen unvergleichlichen Charme versprüht. „Es ist natürlich ein Traum, wenn man bei einer Etagenwohnung einen so großen Außenbereich hat“, gerät der Gartenprofi ins Schwärmen, und führt auch direkt gute Gründe ins Feld, warum es sinnvoll ist, einen Profi bei der Anlage eines Dachgartens hinzuzuziehen: „Neben statischen Erwägungen in Bezug auf die Traglast des Daches und baurechtlichen Aspekten ist es natürlich auch das Thema Pflanzenauswahl, bei dem man in Eigenregie arg danebengreifen kann, denn beileibe nicht jede Pflanze eignet sich für einen Dachgarten“, so Hübner.

Er empfiehlt, die Pflanzen so zu wählen, dass sie einerseits mit der geringen Substrathöhe eines Dachgartens zurechtkommen, andererseits aber auch nicht zu viel Wasser brauchen. Dazu herrschen auf vielen Dachgärten ganz eigene mikroklimatische Verhältnisse mit starker Sonneneinstrahlung bei gleichzeitig oft heftigen Winden. Auch damit komme nicht jede Pflanze zurecht. „Außerdem muss man auf dem Dachgarten – da unterscheidet er sich im Grundsatz nicht von einem normalen Hausgarten – immer die Proportionen im Blick haben, man darf also keine Pflanzen auswählen, die über die Jahre so groß werden, dass sie den Rahmen sprengen“, so Hübner weiter.

Experten-Rat zur Pflanzenwahl

Bei der Pflanzenwahl sollten solche Gewächse bevorzugt werden, die mit den besonderen Gegebenheiten eines Dachgartens zurechtkommen, wie der geringen Substrathöhe, einer oft sonnigen Lage und einem geringen Wasserangebot. Arten, die sich allzu stark aussäen, sollte man meiden, um nicht ständig aus den Bodenfugen die Sämlinge entfernen zu müssen. Und schließlich sollten die Pflanzen auch nach einigen Jahren in ihren Dimensionen noch zum Platzangebot des Dachgartens passen. Gut geeignet sind  Gehölze wie Scheinhasel, Chinesischer Flieder, Kirschlorbeer, Kugeleibe, Stechpalme oder auch die Blasenspiere. Bei den Stauden passen neben vielen anderen Taglilie, Aster, Ehrenpreis, Rutenhirse, Kissenflox, Mädchenauge oder Beerenfeldschwingel. Und für frühe Farbenpracht sorgen auch in luftiger Höhe Zwiebelblüher wie Tulpen, Narzissen, Krokusse. Experte Ottmar Hübner aus Stiefenhofen ist Gartengestalter und Mitglied der Gärtner von Eden, eines Zusammenschlusses von rund 60 Top-Gartengestaltern.

Pflanzen für den Dachgarten

Bei der Kemptener Dachterrasse folgte die Pflanzenauswahl einem klaren Konzept: Zu jeder Jahreszeit sollte sich ein attraktives und abwechslungsreiches Bild bieten und auch farblich sollte es harmonisch zugehen. So flossen Überlegungen zur Herbstfärbung ebenso ein wie zu Laub- und Blütenfarben. Ganz so wie in einem herkömmlichen Garten schlägt die Bepflanzung auch hier – zumindest scheinbar – ihre Wurzeln in Beeten: Pflanztröge mit Einfassungen aus Tuffstein wirken wie Hochbeete und fassen die Terrasse ein, Gräser gruppieren sich in einem im Stile eines Steingartens gestalteten Teil rund um ein Wasserbecken aus verzinktem Metall. Hier ist auch die Ruhezone der Terrasse angesiedelt. Sie ist ganz dem sinnlichen Wahrnehmen des Dachgartens vorbehalten. Das sanfte Plätschern des Wassers, das aus einem Edelstahlüberlauf in das Becken fließt, bildet eine wunderbar beruhigende Klangkulisse, um zur Ruhe zu kommen und mit den Augen oder auch mit nackten Füßen die unterschiedlichen Bodenbeläge zu erfassen. Denn hier wird der ansonsten durchgängige Bodenbelag aus großformatigen Schieferplatten unterbrochen von rundgeschliffenen, großen, hellen Kieseln – ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Spiel mit Formen und Farben.

Kunst im Begegnungsraum

Geradlinig geht es dagegen in dem ausdrücklich als Begegnungsraum konzipierten Teil der Terrasse zu. Hier hat der große einladende Esstisch seinen Platz, hier sind die Flächen offen und großzügig gestaltet und einige Kunstwerke geschickt in die Planung einbezogen worden.  Eine Pergola aus Lärchenholz bildet eine natürlich wirkende Begrenzung nach oben und vermittelt bei aller Repräsentativität einen heimeligen Eindruck.

Stimmungsvolle Beleuchtung

Der Wert professioneller Gestaltung zeigt sich auch und gerade bei Nacht, denn zum Konzept für die Dachterrasse gehört auch ihre effektvolle Beleuchtung. „Mit einer gut durchdachten Beleuchtung entfaltet jeder Garten noch einmal einen ganz neuen Charme“, erklärt Edengärtner Hübner. „Mit Licht kann man wunderbar Akzente setzen und Strukturen herausarbeiten.“ Kleine Gartenräume bekommen zudem durch geschickt gesetzte Lichtquellen mehr Tiefe.

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