Ein Hof wird zum Garten

Einen vernachlässigten Innenhof hat Gartenarchitektin Christine Schaller in ein kleines urbanes Schmuckstück verwandelt – sehr zur Freude der Besitzer. Diese gelangen nun durch eine grüne Oase zu ihrem Haus mitten in der schmucken Lüneburger Altstadt.

Gerade einmal zwei Wochen dauerte es, bis sich der Hof vor der Haustür von André Wedde und seinem Lebensgefährten in einen wunderschönen kleinen Stadtgarten verwandelt hatte. Kaum zu glauben, wenn man weiß, wie es hier vorher aussah. Umgeben von fensterlosen Brandmauern aus roten Ziegeln lagen die gerade einmal 40 Hof-Quadratmeter seit Jahrzehnten in einem Dornröschenschlaf. Alles sprach von Vernachlässigung und Desinteresse, als die beiden den Altbau im historischen Zentrum Lüneburgs erwarben. „Ein typischer Hinterhof mit Charme, aber ohne Pflege”, bringt es Christine Schaller auf den Punkt. Sie erhielt von den frisch gebackenen Immobilienbesitzern den Auftrag, deren schmuckem Eigenheim zu einem einladenden Entree zu verhelfen, denn der einzige Weg zur Haustür führt durch den Hof. Und die erfahrene Gartenarchitektin erkannte sofort das Potenzial des Grundstücks. „Der Hof hat eine wunderbar intime Atmosphäre. Es brauchte nur die passenden Materialien und Gliederungselemente, um diese herauszuarbeiten und ihn in ein heimeliges Gartenzimmer nach mediterranem Vorbild zu verwandeln”, beschreibt die Fachfrau ihren ersten Eindruck.

Hofgarten in der Altstadt

Die Gartenarchitektin führt ihren Betrieb Zinsser Gartengestaltung in Uelzen gemeinsam mit ihrem Mann bereits in der vierten Generation und hat sich auf die stilsichere Gestaltung privater Gärten spezialisiert. Ihre Mitgliedschaft in der renommierten Genossenschaft der Gärtner von Eden unterstreicht ihre Expertise in diesem Bereich. „Für mich war es ein absoluter Traumauftrag”, fasst sie ihre Gefühle zusammen, als André Wedde auf sie zukam. „Lüneburg ist so eine herrliche Stadt, und ich wollte schon immer mal in der Altstadt einen Hofgarten gestalten.” Doch die Lage des Objektes erwies sich dann schnell auch als die größte Herausforderung an dem Projekt: „Durch die Enge der Altstadt war es extrem schwierig, die Baustelle einzurichten, Material zu lagern und Maschinen heranzuschaffen”, beschreibt Edengärtnerin Schaller.

Die Gartenarchitektin – Gärtner von Eden

Christine Schaller ist Gartenarchitektin aus Uelzen in der Lüneburger Heide. Ihren Betrieb Zinsser Gartengestaltung, den ihr Urgroßvater gründete, führt sie gemeinsam mit ihrem Mann Stefan Schaller. Sie sind Mitglieder der Gärtner von Eden, eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses von rund 60 Gartengestaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich darauf spezialisiert haben, anspruchsvolle Privatgärten zu gestalten, zu renovieren und zu pflegen. Mehr Informationen unter www.zinsser-garten.de bzw. unter www.gaertner-von-eden.com

Atriumgarten

Mit ihrer Idee, aus dem schnöden Hinterhof einen einladenden Atriumgarten nach mediterranem Vorbild zu machen, traf Christine Schaller genau die Vorstellungen ihrer Auftraggeber. Um eine gewisse Spannung in die kleine, schattige Fläche zu bekommen, legte sie Hochbeete an. „Unterschiedliche Niveaus lockern das Bild auf. Gleichzeitig haben wir mit den Einfassungen zusätzliche Sitzplätze geschaffen”, so die Gartenexpertin. Für das mediterrane Flair sorgt warmer Sandstein, der in Verbindung mit dem für die Lüneburger Heide so typischen Klinker ein reizvolles Bild ergibt.

Das Rosen-Erbe

Dass nicht alles an dem alten Innenhof schlecht war, beweisen die beiden Rosen, die Christine Schaller aus dem alten Bestand übernahm. Vollkommen neu ist hingegen der Bodenbelag: Kleinformatiges Klinkerpflaster in rhythmischer Kombination mit großen Sandsteinplatten löste das alte Sammelsurium an Bodenbelägen ab.

Die Besitzer haben ihr neues Gartenzimmer, das durch ein großes Hoftor vor neugierigen Passantenblicken geschützt ist, gleich nach Fertigstellung in Besitz genommen, und genießen, so oft es geht, das Leben im Freien. Ein professionelles Lichtkonzept sorgt dafür, dass der Hofgarten auch in den Abendstunden seinen Charme entfaltet. „Lüneburg ist einfach eine tolle Stadt zum Leben, und es ist wirklich ein absoluter Traum, mitten im Zentrum ein Haus zu haben”, schwärmt Christine Schaller. „Ich würde nicht nur den Garten, sondern auch das Haus sofort übernehmen.”

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